Die Kunst für alle: Malerei, Plastik, Graphik, Architektur — 9.1893-1894

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Personal- u. Ateliernachrichten.

*»*Berlin. Zu Mitgliedern der hiesigen Akademie
der Künste sind gewählt und vom Minister bestätigt worden:
die Maler Ludwig Bokelmann-Berlin, Lehrer an der aka-
demischen Hochschule für die bildenden Künste, und W. A. Bou-
guereau-Paris; die Architekten: I. Ed. Jakobst hal-Char-
lottenburg und Bruno Schmitz-Berlin, Sieger in den bedeu-
tendsten Denkmals-Konkurrenzen, sowie als Graphiker der Maler-
Radierer Max Klinger-Berlin. l2S7S)

Berlin. Akademisches. Ter Unterricht in den mit
der Akademie der Künste verbundenen Unterrichtsanstalten für die
bildenden Künste im Sommersemester 1894 beginnt am 2. April.
Anmeldungen für die akademischen Meisterateliers werden von
jetzt ab, für die Hochschule für die bildende Künste am 31. März er.
entgegengenommeu. — Der Präsident der Akademie macht be-
kannt, daß zum Hören von Vorträgen an der Königlichen
Friedrich Wilhelms-Universität Hierselbst die Studierenden der
Meisterateliers, sowie die Schüler des zweiten und dritten Kursus
der akademischen Hochschule für die bildenden Künste mit Zu-
stimmung des Meisteratelier-Vorstehers, bezw. des Direktors der
letzteren berechtigt seien. pgrss

* s * Berlin. Der Maler Professor Fritz Werner
hat den Kronenorden verliehen erhalten. 12978)

— Gestorben: In München am 9. Februar der 1821
geborene Historienmaler Fr. Zi. Barth; in Wien am 13. Febr.
der Porträtmaler Georg Decker, im Alter von 75 Jahren;
in Nürnberg am 19. Februar der Landschaftsmaler Konrad
Schreiber, 78 Jahre alt; am 13. Februar in Frankfurt a. M.,
der Architekt Professor Oskar Sommer, 1840 geboren; in
Nürnberg am 14. Februar der Oberbaurat Denzinger, ge-
boren 1821; in Paris der Bildhauer Jacque-Leonard
Maillet, im 71. Lebensjahre und der Landschaftsmaler Armand-
Etienne Bracony; in Rom am 9. Februar Robert
Ballantyne, einer der fruchtbarsten englischen Jugendschrift-
steller, der nebenbei auch als Aquarell-Maler Tüchtiges leistete
und seine Bücher vielfach selbst illustrierte. 12WS)

— München. Der Vorstand der „Münchener Künstler-
Genossenschaft" versendet die Satzungen und besonderen Be-
stimmungen für die Jahresausstellung 1894. Dem Beschluß der
Generalversammlung gemäß sollen die künftigen Jahresausstel-
lungen, die in vierjährigen Perioden sich wiederholenden (erstmalig
wieder 1896 stattfindend) Großen Internationalen Kunstausstellun-
gen ausgenommen, wieder auf jenes Maß beschränkt werden, wie sie
ursprünglich geplant waren und wie das Programm der ersten der-
selben im Jahre 1889 lautete: „Die eigene Produktion in ihren
bedeutendsten Erscheinungen zu vereinigen, wobei zugleich die Be-
teiligung auswärtiger Künstler mit hervorragenden Werken erhofft
und erbeten wird". Die Ausstellung wird am 1. Juni eröffnet und
gegen Ende Oktober geschlossen; die Anmeldungen von Kunstwerken
haben bis zum 1. April zu erfolgen, als Einlieferungstermin der
letzteren gelten die Tage vom 1.—20. April. Eine Kommission,
welche aus der Münchener Künstlergenossenschaft und durch die-
selbe gewählt wird, fungiert als Ausnahmejury, Ausstellunos-
kommission und Preisgericht. Die Thatsache, daß der Vorstand
der Künstlergenossenschaft den in der letzten Nummer als aus der
Secession ausgeschieden genannten Mitgliedern Juryfreiheit an-
geboren hatte, gab Veranlassung zu lebhaftem Protest aus den
Kreisen der Genossenschaft. Die genannten Künstler haben darauf
selbst auf die ihnen eingeräumten Vorrechte verzichtet, und in
der Generalversammlung vom 16. Februar wurde die Angelegen-
heit auf Antrag des Malers Hans Petersen als damit erledigt
erklärt. Neuerdings hat der Vorstand in dieser Sache
folgendes Rundschreiben an die Mitglieder der Genossenschaft
versandt: „Euer Hochwohlgeboren! Der unterfertigte Vorstand
hatte gehofft, daß mit dem Beschlüsse der außerordentlichen
Generalversammlung vom 16. ds. eine viel besprochene Angelegen-
heit — Vereinbarung mit einer Künstlergruppe — ihre Erledigung
im Interesse der Genossenschaft gefunden habe. Aus privaten
Äußerungen einiger Vorstandsmitglieder wurde vielfach irriger-
weise gefolgert, als beabsichtige der Vorstand die Vereinbarung
mit der internationalen „Freien Vereinigung" (angeblich nur

Ausstellungen und Sammlungen.

sechs Secessionisten) noch aufrecht zu erhalten und durchzuführen.
Ohne eine ausklärende Mitteilung des Vorstandes abzuwarten,
welche durch unaufschiebbare anderweitige Ausstellungsgcschäfte
und Angelegenheiten des Hauptvorstandes, sowie die wiederholte
Erkrankung des Präsidenten sich verzögern mußte, richtete eine
Anzahl von Mitgliedern das Ersuchen an den Vorstand um so-
fortige abermalige Einberufung einer außerordentlichen General-
versammlung. Der Vorstand wird diesem Verlangen stattgeben,
sobald der erkrankte Präsident in der Lage sein wird, der Ver-
sammlung anzuwohnen (da sowohl er, als der übrige Vorstand
dies dringend wünschen), jedenfalls aber innerhalb der statuten-
mäßigen Frist von vier Wochen. Zur Sache selbst teilen wir
einstweilen mit: 1. daß der Vertreter der internationalen „Freien
Vereinigung" mittlerweile erklärt hat, dieselbe verzichte auf irgend
welche Ausnahmestellung in der Jahresausstellung 1894; 2. daß
aber der Vorstand für die Ausstellungsleitung prinzipiell und
jederzeit die Kompetenz in Anspruch nehmen muß, mit Künstler-
gruppen, deren kollektive Beteiligung an der Ausstellung er im
Interesse des Unternehmens und der Genossenschaft für wünschens-
wert erachtet, gesonderte Abmachungen zu treffen, wie er dies
auch bisher gethan hat. Die Austragung dieser Kompetenzfrage
wird der Vorstand auf die Tagesordnung der nächsten General-
versammlung setzen und erklärt heute schon, daß er, falls der
Ausstellungsleitung diese Kompetenz entzogen werden soll, sich
nicht in der Lage sieht, die Jahresausstellung 1894 durchzuführen
und die Geschäfte der Genossenschaft ferner zu leiten." Man darf
auf die weitere Entwickelung der Dinge gespannt sein. 12984)
OL Barcelona. Auf Anregung und unter Leitung des
hiesigen Gemeinderates wird Hierselbst in diesem Jahre die zweite
allgemeine Kunstausstellung abgehalten werden. Dieselbe wird
am 23. April 1894 eröffnet und am 29. Juni geschlossen werden.
Der geschäftsführende Ausschuß der Ausstellung wird durch den
Ausschuß der Museen der Schönen Künste, der Kunstgewerbe und
der kunstgewerblichen Reproduktionen gebildet werden. Die Aus-
stellung selbst wird Werke der Malerei und Zeichnungen in ihren
verschiedenen Klassen, Gravierungen und szenographische Modelle,
Werke der Plastik, sowie architektonische Entwürse in allen ihren
künstlerischen Darstellungen umfassen. Kein Künstler darf mehr
als vier Werke in jeder Sektion zur Ausstellung bringen. Für
die Annahme der Kunstwerke ist der Termin vom 26. März bis
zum 5. April 1894 festgesetzt. Uber die Zulassung der Werke zur
Ausstellung entscheidet eine Jury, welche von spanischen Künstlern,
bez. von Künstlern der sich bei der Ausstellung beteiligenden
Länder gebildet wird. 1283»)

U. Antwerpen. In Verbindung mit der in diesem Jahre
Hierselbst stattfindenden Weltausstellung wird der Kgl. Verein zur
Beförderung der Schönen Künste in Antwerpen eine Ausstellung
von Werken der schönen Künste an Stelle der 27. dreijährlichen
Ausstellung veranstalten und dieselbe auf eine belgische Abteilung
und auf so viel fremde erstrecken, als fremde Gruppen ver-
treten sein werden. Die Ausstellung selbst wird Werke der
Malerei, Bildnerei, Architektur und der graphischen Künste um-
fassen, doch müssen die Autoren noch leben oder dürfen nicht vor
dem I. August 1885 verstorben sein. Die Ausstellung selbst
wird am 5. Mai 1894 eröffnet und anfangs November d. I.
geschlossen werden. Ausführliche Programme sind von allen Kunst-
vereinen Deutschlands und dem hiesiaen Ausstellunasbureau be-
ziehbar. 12337)

— Hamburg. Für die Hamburger Staatsgalerie ist
Otto Eckmanns Bild „Abend" angekauft worden. 12781)

— Dresden. Bei der Wahl der Jury für die Wiener
Ausstellung haben im Dresdener Lokalverband der Deutschen
Kunstgenossenschaft die Dresdener Secessionisten ihre Kandidaten
durchgebracht, nämlich die Maler Paul Baum, Prof. H. Freye
und Prof. Prell, sowie die Bildhauer H. Epler und Hartmann-
Maclean. Zu Hängekommissaren wurden ernannt Prell und
BaUM. 12932)

— Berlin. Große Berliner Kunstausstellung 1894.
Die Wahl der Aufnahme- und Anordnungs-Kommission hat nun-
mehr stattgefunden. Von seiten der königlichen Akademie der
Künste sind gewählt die Herren: C. Kiesel, M. Koner, C. Saltz-
mann, A. Brütt, N. Geiger, H. Grisebach, und als Ersatzmänner:
P. Flicket, F. E. Pape, A. Calandrelli, A. Heyden. Von seiten
des Vereins Berliner Künstler die Herren: E. Henseler, O. v.
Kamele, H. Looschen, M. Baumbach, L. Manzel, G. Eiters, und
als Ersatzmänner: E. Hausmann, H. Schnee, O. Riesch, W.
Feldmann. Die für die diesjährige Ausstellung geltenden be-
sonderen Bestimmungen haben wir im vorletzten Heft mitgeteilt.
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