Die Kunst für alle: Malerei, Plastik, Graphik, Architektur — 9.1893-1894

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Unßwsssern dcc Loxien.

Oon vr. A. Miethe (Rathenow).

^iehr sorgfältig angestellte Versuche haben
^ gezeigt, daß das Auswässern meist über-
trieben lange fortgesetzt wird. Wenn ein
Abzug aus dem Fixierbad in fließendes
Wasser kommt, so sind nach 15 Minuten
sicheralle Spuren des Fixiernatrons und der
löslichen Siiberverbindungen ausgewaschen.
Das gleiche gilt bei 3—4mal gewechseltem
Wasser. Voraussetzung hiebei ist, daß das
Fixieren selbst äußerst vollkommen geschehen
ist. Um sicher zu sein, haltbare Bilder zu
erzeugen, verfährt man deshalb folgender-
maßen : die tonfixierten Bilder kommen noch
einmal nach kurzem Auswaschen (5—10
Minuten) in eine schwache Natronlösung
(1:20), bleiben hierin öMinuten und werden !
dann einfach in viermal gewechseltem Wasser
10 Minuten lang ausgewaschen. Fixiert
man die vergoldeten Bilder separat, so hat
dem ersten Natronbad nach kurzem Aus-
waschen ein zweites frisches zu folgen. Ein
längeres Auswaschen giebt keineswegs halt-
barere Bilder, viel mehr gehen die Töne
zurück und das Bild verliert an Frische.

Larbers Universal-Detektiv-Lamera
„Lourier" Modell V.

D. «. p. SK0S8.

Unsre Leser wären wohl kaum erbaut, wollten
wir sie mit sämtlichen neuen Erscheinungen auf dem
Gebiete der Amateurapparate bekannt machen. Tie
stets wachsende Anzahl der letzteren hat eine unheim-
liche Höhe erklommen, aber nur ein kleiner Teil hievon
bedeutet wirklichen Fortschritt in Richtung zu einer
noch lange unerreichten Idealcamera. Unsre Aufgabe
muß sich darauf beschränken, ab und zu etwas von
diesem kleinen Teile zu registrieren.

Harbers „Courier" verdient in feiner neuen
fünften Auflage alle Beachtung. Beistehende Abbil-
dung zeigt den in seiner Form äußerst kompeudiöseu
Apparat in der Verwendbarkeit für Handaufnahmen.

Ter Balgauszug sorgt dafür, daß wir nicht wie
bei vielen andern Handcameras an eine fixe Brenn-
weite gebunden sind und deshalb auch verschiedenerlei
Objektive verwenden dürfen, wodurch der Apparat
eine universellere Verwendung finden kann. Tas Ein-
stellen erfolgt bei Momentaufnahmen mit Hilfe eines
Suchers, zwei
Wasserwagen für
Hoch- und Quer-
bilder erleichtern
ein korrektes Hal-
ten. Für das
Scharfftellen dient
eine auf dem Lauf-
brette der Camera
angebrachte
Meterskala. Sta-
tivaufnahmen
werden mit der
Einstellscheibe an-
visiert, die
dankenswerter
Weise nicht von!
Glas, sondern von i
Celloluid gefertigt
erscheint. Eine
Vorrichtung für i
das so wichtige !
Hochstellen des I
Objektives sinder!
sich selbstverständ- !
lich bei jeder guten
Camera vor. Tie
Frage des Mo- ^
mentverschlusses !
. ist sehr günstig ge- !
löst, derselbe funk-
tioniert auto-
matisch nnd ist

Harbrrs „Courier V" Dz/n'vorbei

in Verwendung als Handcamrra. reitet, außerdem

Rlrffels Rrflc.vramera, Pakeuk Zopf.

gut regulierbar. Die Wabl des
Objektives überläßt Harbers dem
persönlichen Geschmacke und hält
hierfür Instrumente von Zeiß,

Steinheil. Simon und Goerz auf
Lager. Ter Apparat ist für die
beiden offiziellsten Größen 9/12
und 13/18 gearbeitet, der uns
zur Verfügung stehende war ein
ersterer mit einem vorzüglichen
Zeißanastigmat und eignete sich
in dieser Gestalt sehr gut sür
Momentausnahmen.

Praktisch erweist sich auch
die Ledertasche der Camera, welche
sowohl bei Hand- als Stativ-
aufnahmen am Apparate bleibt.

Dieselbe hat noch Platz für drei
Doppelkassetten, welche wir allen
andern vorziehen, wer mag, kann
aber auch eine Wechsel- oder Roll-
kapctte einschieben. Ein klar ge-
schriebener Prospekt erleichtert
endlich die für Benützung eines
neuen Apparates so wichtige
Intimität mit demselben.

Tie Preise für die Tetektiv-
Camera „Courier" V variieren
je nach Ausstattung und Objektiv
für Plattengröße von 9:12 im
Preise von 85 M., 135 M., 155 M.,

160 M. und l80 M., und für Plattengt.ovo von
im Preise von 100 M., 190 M., 195 M., und 235 M

II. O. kl.

Neueste Refier-Lamera, Patent Zopf

D. R. p. SA75-.

k. G. Aleffel A Sohn, Berlin.

Zopf hat seine ingeniöse und witzige Idee eines
neuen Apparates einer sehr bewährten Firma über-
laden und das Resultat erscheint daher ein erfreu-
liches. Tas Charakteristische an dieser Camera, welche
das beliebteste Momentbildformat 9:12 liefert und
dabei selbst als Dimensionen 12:16:20 ausweist,
bildet eine Anzahl sinnreicher Mechanismen. Durch
Spiegelvorrichtungen, welche bei 45 Grad funktio-
nieren, wird das Bild auf die nun um 9" Grad ge-
drehte Einstellscheibe geworfen. Tiefe befindet sich
also an Stelle des Suchers, welcher hierdurch total
entbehrlich wird, und indem so das Bild in der vollen
Größe des späteren Negatives erscheint, erleichtert es
die Beurteilung desselben auf das wesentlichste. Tas
Scharfftellen besorgt man mit Hilfe einer am Ob-
jektivbrette angebrachten Stellschraube. Als Objektiv
verwenden Zopf-Kleffel einen sehr lichtstarken Surcr-
Aplanat von l6'-_. cm Brennweite mir Irisblende,
welcher das Format 9/12 mit voller Öffnung scharf
zeichnet. Bei abgeschraubter Vorderlinse erhält man
einen Landschafter von doppelter Brennweite, also
doppelter Bildgröße, und das ist praktisch für weite
Entfernungen. Moment- und Zeitverschluß arbeiten
vor der Platte, dadurch wird ein Objektivverschluß
ebenfalls entbehrlich. Beide Verschlüße werden durch
einfache Mechanismen v orbereitet. In der obenstehendcn
Abbildung ist V der Deckel der rein horizontalen
Visirscheibe, X die größere Kurbel zum Spannen der
Verschlüsse, welche mit Hilfe der kleineren Kurbel R.
sür Moment KI oder Zeitaufnahmen 2 vorbereitet
werden. Griff L reguliert die Spiegel. Am Objektiv-
brette dient Knopf KI beziehungsweise 2 für das
Auslösen des Moment oder Zeitverschlusses. Bei
befindet sich die Einstellschraube, bei L die Blenden-
regulierung. — Auch bei diesem Apparate benützten
wir Toppelkassetten, von welchen man stets einen
genügenden Vorrat in den Kleidertaschen mitzunehmen
in der Lage ist, doch hat die Firma auch Wechsel-
und Rollkassetten für diese originelle Camera zur
Verfügung. Ter Preis für die Zopf-Camera mit
einer Wechselkassette sür >2 Platten oder mit 3 Topvel-
kassetten beträgt incl. Umhängetasche 260 M. Jede
weitere Toppelkapette kostet 6 M. II. I.. KI. j

graph auch nicht ohne Weiteres verpflichtet Ihnen das
Negativ hinauszugeben, dies müßte vielmehr aus-
drücklich vorher bedingt werden. Sie haben dann
aber eventuell noch den Glaswert zu ersetzen.

Herrn Maler G. S., München. Ter Grund,
warum die Photographie eines Bildes immer viel
roher aussieht, als das Original, ist ein mehrfacher.
Einmal ist die Farbenwirkung selbst einer ortho-
^ chromatischen Platte eine mangelhafte, sodaß kleine.

dem Auge ganz unauffällige Farbenverschiedenheiten
, benachbarter Partien auf dem Negativ sehr deutlich
^ sichtbar werden und so eiue unerwünschte Unruhe
entsteht, zweitens aber wirken die von den Pinsel-
strichen herrührenden Unebenheiten mit ihren kleinen
Reflexen bei ungünstiger Beleuchtung sehr störend und
verschleiern einzelne Bildpartien. Ebenso markiert
sich das Korn der Leinwand übermäßig.

Herrn Maler w, Leipzig. Ihre Bilder werden
Ihnen von München aus zugehen.

^ 77T (7/S 7'//)/L7.r.l/^2l'/.VL> ^^7-.

776 ./.V/)2?L4 2-/^7^7-.

777^.4 2^/O/2V6> 2^2V ^05 /—

77F

77- ^/^7O—

7F0 L> ^7T ^

Briefkasten.

Tirckie Korrespondenz grundsätzlich ausgeschlossen. — Ant-
worten nur vier. Briefmarkeiibcisügung daher zwecklos. —
Abonnements-Quittung und Angabe der Adresse nötig.
Arnold m., Detmold. Eine Bezugsquelle für
„gewölbte photographische Platten" ist mir unbekannt.
Wozu sollten dieselben denn dienen?

Herrn Maler w. S. U. in München. Wenn
der Photograph in Ihrem Auftrag Ihr Bild
photographierte, so erwirbt er dadurch noch durchaus !
nicht das Verlagsrecht Ties muß vielmehr aus-
drücklich übertragen werden. Allerdings ist der Photo-

Ledaktiourlchluß 27. Januar. — Ausgabe 8. Februar 1894.

Inhalt des Zehnten Bestes: TerL: E.

Taelen. Im „Malkasten" zu Düsseldorf. — P.
Haun. New-'Aorker Kunstbericht — Herman
Helferich. Rundschau — Personal-und Atelier-
nachrichten rc. — Der Ämateur-^hotograph: vr.
A. Micthe. Das Auswäsiern der Copien. —
Neue Apparate. — Briefkasten. — Aiköeröeilagen:
K. Kiesel Vertieft. — F. von Uhde. Komm
Herz Jesu, sei unser Gast. — Jos. Munsch.
Tie Erben. — I. Weiser. Erntemahl.
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