Die Kunst für alle: Malerei, Plastik, Graphik, Architektur — 9.1893-1894

Page: 240
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0.5
1 cm
facsimile
lAlatintonbädcr für matteß LeHoidin-
paxier.

von vr. A. Mietbe (Ratbenow).

7>as matte Celloidinpapier ist für Platin-
^ tonbad besonders geeignet, Mt Hilfe
desselben kann man Bilder fielen, welche den
besten Platinotypien vollkommen ebenbürtig
sind, wenn man jedoch das gewöhnliche
Platintonbad benutzt, so sind die Resultate
deshalb ungenügend, weil die Halbtöne einen
grünlichen oder graubraunen Ton annehmen.
Nach sehr vielfachen Experimenten kann
folgendes Verfahren empfohlen werden: Die
Bilder werden im Kopierrahmen nicht zu
tief kopiert und dann in reinem Wasser zwei- j
bis dreimal abgewaschen, wobei man das j

Rosen,

zweite Bad etwas ammoniakhaltig nimmt
(1 :50), An Stelle des Ammoniaks kann
auch Kochsalz dienen.

Hierauf bringt man die Bilder einzeln
zunächst in das "Goldbad, Dasselbe besteht
aus einer gesättigten Boraxlösung, der man
nach Bedarf 1—2°/g einer 50/§igen Chlor-
goldlösung hinzusetzt: Nachdem die Bilder
in diesem Goldbüd einen ziemlich blauen
Ton angenommen haben, bringt man sie in
Wasser und überträgt sie in das Platin-
tonbad :

Kaliumplatinchlorid I gr

Wasser 300 ccm

Weinsteiusäure 13 §r

Zitronensäure 5 §r

In diesem Bade verändert sich der Ton
des Bildes sehr schnell in ein tiefes, reines!
Schwarz, welches um so schöner ausfällt, je
besser die Bilder vor dem Vergolden aus-
gewaschen und je länger sie (natürlich nicht
zu lange!) im Platinbad bleiben.

Ritt für Aorzellanschalen.

Von vr. A. Mietbe (Ratbenow).

Zerbrochene Porzellanschalen können mit
(?) folgendem Kitt sebr dauerhaft wieder
hergestellt werden: Ein Stück frischgebrannter
Kalk von etwa 30 ssr Gewicht wird in einem
Mörser trocken feingepulvert und dann etwa
gleichviel Eiweiß und 50 sg- frischer Käse
Lluarv in einer Porzellanschale gleichmäßig
verrieben. Hierauf setzt man den Kalk hinzu
und reibt tüchtig durch, Mt dieser Mschung,
welche frisch angewendet werden muß, werden
die reinen Brnchflächen fein und gleichmäßig
überstricbcn, die Bruchteile zusammengefügt
und das Ganze mit Schnur fest umbunden.
Nach 24 Stunden kann die Scbnur gelöst
werden und die Kittung ist so fest, daß sie
selbst kochendem Wasser widersteht.

-Mittel gegen daß Rrummzichen der
Abzüge.

von vr. A. Mietbe (RatbenowV

^ie aufgeklebten Kopien pflegen sich nach
einiger Zeit, wenn sie vollkommen ge-
trocknet sind, stark zu krümmen, was durch
keine noch so starke Pressung verhindert
werden kann. Wesentlich besser und ebener
werden die Abzüge, wenn sie nicht mit
Kleister, sondern mit Gelatinlösung auf-
gezogen werden. Um ein gutes Klebemittel
dieser Art herzustellen, verfährt man folgender-
maßen :

Wasser 100 ccm

Gelatine (weicht 25 xr
werden zusammen in einem Glasbecher in
einem Gefäß mit heißem Wasser geschmolzen
und hinzugefügt:

Glycerin 7 ccm
Spiritus 30 ccm
Karbolsäure 10 Tropfen.

Das fertige Klebemittel wird mit einem
Pinsel warm recht dünn aufgestrichen. (3031)

Vücherschsu.

* Die Photographie in natürlichen
Farben mit besonderer Berücksichtigung des Lipp- !
mannschen Verfahrens von E. Valenta. Mit 20
Abbildungen im Text Halle a. S. Wilhelm
Knapp, 1894. Preis 3 Mark. Dies hochinteressante
Merkchen, der zweite Band der Encvklovädie der
Photographie, enthält eine genaue Beschreibung der
Herstellung von Photographien in den natürlichen
Farben nach den Methoden von Lippmann, Lumiöre
und Valenta. Das Verfahren ist verhältnismäßig so
einfach und die Resultate so hübsch, daß geübte
Amateure nicht versäumen sollten, sich an diesem
Verfahren zu erfreuen. Der Verfasser schildert das
Verfahren in allen Einzelheiten, sodaß seine Aus-
führung keinerlei Schwierigkeiten verursacht vr. ^ Kl.

* Anleitung zur Photographie fürAn-
fänger. Herausgegeben von G. Pizzighelli.
6. Auflage. Halles. S. Wilhelm Knapv, 1894. Preis
3 M. Der Zeitraum zwischen dem Erscheinen der
vorliegenden sechsten und der vorhergegangenen Auf-
lage beträgt elf Monate, der „kleine Pizzighelli" hat
sich also, wie man sieht, in der Gunst seines Publi-
kums fest eingebürgert. Ter Verfasser versteht eben
die Kunst, in gedrängter Kürze genügend ausführlich
zu sein, notL bene für Anfänger, und das ist doppelt
schwierig. Das Büchlein zerfällt in vier Abschnitte:
1. Der photographische Aufnahmeapparat, 2. Der
Negativprozeß, 3. der Positivprozeß. 4. die praktische
Durchführung der photographischen Aufnahmen. —
Hierbei sind überall die neuesten Erfahrungen und
Methoden berücksichtigt, insofern sich dieselben als
praktisch oder mindestens interessant erwiesen. Ledig-
liche Eintagsfliegen, die nirgend üppiger gedeihen
als auf dem Gebiete der Reproduktionsarten. und
welche besonders den Anfänger mehr verwirren als

belehren, fanden''keine Erwähnung. Der 'klar ge-
schriebene Text wird erläutert durch 142 Abbildungen.
Ter nächsten Auflage wünschen wir noch ein alvba-
betisckes Register, nicht nur für Anfänger ist ein
solches immer willkommen. Die Ausstattung des
Taschenbuches ist hübsch und elegant. v. v. kl.

Meine.Mitteilunyen,

Photographische Ausstellung. Eme inter-
nationale Ausstellung zur Beförderung der Photo-
graphie veranstaltet der Amateur-Photographenverein
..Daauerre"in Groningen (Hollands vom 2.—10. Juni.
Das Programm umfaßt vier Abteilungen, 1. Für
Aach-Photographen: Porträts, Vergrößerungen und
Revroduktionen. Landschaften. Stadt-Ansichten, In-
terieurs. Architektur. Genrebildern, s. w., Aufnahmen
bei Kunstlicht: 2. für Amateur-Photographen: Land-
schaften. Stadt-Ansichten. Interieurs. Architektur-
Genrebilder n. s. w . Reproduktionen und Vergrößerun-
gen. Diapositive und Laternenbilder (müssen einge-
aerabmt seinV Aufnahmen bei Kunstlicht: 3. Repro-
duktionen. erbalten nach photographischem Negative,
durch mechanische Truckmethoden; 4. Apparate und
Utensilien.

Briefkasten.

Herrn Bildbauer lv.. München. Bei Aufnahmen
von Büsten rc. aus Gips oder Marmor muß sehr
kurz belichtet werden, bervorgeruken wird mit einem
rasch arbeitenden Entwickler z. B.:

1) Oralsaures Kali 300 Zr

Wasser 900 ccm

2) Eisenvitriol 100 xr

Wasser 600 ccm

.Aum Gebrauch mischt man vier bis sechs Teile
der Lösung 1. mit einem Teil der Lösung 2. s3032s


^77?-.'

vcd-kliMslchlnß It, April. — Ausa-dr 28, April 18St,

Inhalt des vierzehnten Beites: tzert: H,

E. v. Berlepsch. Die Frühjahr-Ausstellung der
Münchener Secession. — W. v. Oettingen.
Die Düsseldorfer März-Ausstellungen (II).— Karl
von Vincent i. Die Internationale Jubel-
Ausstellung in Wien (III,. — Personal- und Atelier-
Nachrichten rc. rc. — Der Amateur-Photograph:
vr. A. Micthe. Platintonbäder für mattes
Celloidinpapier. —Derselbe. Kitt für Porzellan-
schalen. — Derselbe. Mittel gegen das Krumm-
ziehen der Abzüge. — Bücherschau. — Kleine Mit-
teilungen. — Briefkasten. — Aitderbeitaaer»:
Ludwig Dill. Novemberabend auf dem Lido.
- — Fritz v. Uhde. Nach kurzer Ruhe.— Al b erlt
Keller. Bretagnerin. — Heinrich Zügel.
Am Abend.

verantwortlicher Redakteur: Fritz, Schroartz — Druck der Bruckmann'schen Buchdruckerei in München.
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