Eckardt, Anton [Editor]; Bayern / Staatsministerium des Innern für Kirchen- und Schul-Angelegenheiten [Editor]
Kunstdenkmäler des Königreichs Bayern (4,2): Bezirksamt Landshut — München, 1914

Page: 1
DOI Page: Citation link: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/kdkb_landshut/0015
License: Creative Commons - Attribution - ShareAlike Use / Order
0.5
1 cm
facsimile
EINLEITUNG.
Das Bezirksamt Landshut hat einen Flächeninhalt von 577,59 qkm. Es zählt
62 Gemeinden mit 536 Ortschaften. Die Einwohnerzahl betrug bei der Volkszählung
1910 30474 Seelen. (Über weitere statistische Angaben vgl. Gemeindeverzeichnis
für das Königreich Bayern, Heft 84 der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern,
herausgegeben vom Kgl. Statistischen Landesamt, München 1911, S. 57 h — Ort-
schaftenverzeichnis des Königreichs Bayern, LXV. Heft der Beiträge zur Statistik
des Königreichs Bayern, herausgegeben vom Kgl. Bayer. Statist. Bureau, München
1904, S. 513 ff. — HANS ZüNDT, FRHR. VON KENTZiNGEN, Statistisches Amts-Hand-
buch für den k. b. Regierungsbezirk Niederbayern, Landshut 1909, S. 62 ff.)
Das Bezirksamt grenzt östlich an die Bezirksämter Dingolhng und Vilsbiburg,
südlich an das Bezirksamt Erding (Oberbayern), westlich an die Bezirksämter Freising
(Oberbayern) und Mainburg, nördlich an die Bezirksämter Rottenburg und Mallers-
dorf. Die Isar durchfließt das zur Hügelrückenzone Niederbayerns gehörige Gebiet
in breitem, teilweise moorhaltigem Tale von Südwesten nach Nordosten. Kleinere
Wasserläufe sind im Nordwesten die Pfettrach, im Süden die kleine Vils.
Als Baustein kommt nur der Backstein in Betracht. (Vgl. WILHELM Görz,
Geographisch historisches Handbuch von Bayern, I" [München und Leipzig 1903],
575 ff., wo Näheres über Bodengestalt etc. des Bezirkes.)
Das Gebiet des Bezirksamtes Landshut war nach der Einwanderung der Bayern
im 6. Jahrhundert noch schwach besiedelt. (Vgl. die Kartenskizze der ing-Orte von
A. ViERLiNG, Beiträge zur Anthropologie und Urgeschichte Bayerns, XIV [1904],
Heft 3 und 4.) In Buch am Erlbach treffen wir einen Sprossen der gens Fagana.
Ihr verdankt das längst verschollene Kloster Steinzell, dessen Mönche die Umgegend
kultivierten, seine Gründung. (Vgl. M. FASTLiNGER, Die wirtschaftliche Bedeutung
der bayerischen Klöster in der Zeit der Agilulhnger, Studien und Darstellungen aus
dem Gebiete der Geschichte, herausgegeben von H. GRAUERT, II [Freiburg 1903],
Heft 2 und 3, S. 96.) Links der Isar rodeten von Osten her bis Weihenstephan
und Pfettrach die Mönche des gleichfalls untergegangenen Klosters Martinszell. Die
Namen Windham, Windkreut, Windschlag besagen, daß angesiedelte Wenden da-
bei mithalfen. (Ebenda, S. 72 f.) In politischer Beziehung gehörte die nördliche Hälfte
des Bezirks zur Zeit der Gauverlassung überwiegend zum Donaugau. Ein schmaler
Streifen im Westen, zu beiden Seiten der Isar, ist noch dem Westergau beizuzählen.

Heft n.
loading ...