Eckardt, Anton [Editor]; Bayern / Staatsministerium des Innern für Kirchen- und Schul-Angelegenheiten [Editor]
Kunstdenkmäler des Königreichs Bayern (4,2): Bezirksamt Landshut — München, 1914

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II. B.-A. Landshut:.



dem westlichen Gewölbeschlußstein des Chores in gotischen Minuskeln angebrachte
Umschrift: /&? (— 1436) yizr bezieht sich auf die Vollendung des
Chores und der gleichzeitigen Sakristei. (STAUDENRAUS, S. 224 und NiEDERMAYER,
a. a. O. lesen irrtümlich 1453. Die Matrikel und JÄNNER III, 303 geben 1454
an.) Als Stifter bzw. Förderer des Chorbaues erscheinen Herzog Ludwig der Reiche,
dessen Mutter Margareta von Österreich und dessen Gemahlin Amalie von Sachsen,
deren drei Wappen am Chorgewölbe aufgemalt sind. Die Erhöhung und Einwöl-
bung des alten Langhauses, die west-
liche Verlängerung desselben nörd-
lich vom Turm und die Vorhalle
stammen aus der zweiten Hälfte des
13. Jahrhunderts. Die Anbauten west-
lich der Sakristei und das Nordportal
aus neuerer Zeit.
Die an der Emporenbrüstung
anläßlich der Restaurierung i. J. 1899
angebrachte Notiz, daß das Kreuz-
gewölbe unter der Westempore in
der westlichen Verlängerung des Lang-
hauses vom alten romanischen Bau
stamme, ist unzutreffend. Ebenso ist
die dort befindliche Angabe, daß
Hans Stethaimer jun. der Erbauer
des Chores gewesen sei, nur Ver-
mutung. Ein Beleg konnte nicht ge-
funden werden.
Baureparaturen wurden durch
die Stadtmaurermeister von Landshut
Konrad Aloys Schaffner (1777) und
Thadeus Leuthner (1780) ausgeführt.
(Kreisarchiv Landshut, Repert. XLII,
Fasz. 90, Nr. 2022.)
Baubeschreibung. (Grund-
riß Fig. 24. — Details Fig. 23. —
Außenansicht Fig. 26.) Der nicht ein-
gezogene Chor hat zwei Langjoche
und ist mit fünf Achteckseiten ge-
schlossen. Das Langhaus umfaßt fünf
Joche. Sakristei zweijochig, nördlich am Chor; westlich daran anschließend, auf
der Nordseite des Langhauses, Kapellenanbauten. Turm am westlichen Joch des
Langhauses auf der Südseite, teilweise in das Langhaus einspringend. Südliche Vor-
halle im Winkel zwischen Langhaus und Turm.
Im Chor tragen rechteckige gefaste Wandpfeiler und ebensolche spitze Schild-
bögen das sternförmig figurierte Rippengewölbe. Die gekehlten Rippen (Profil Fig. 23)
entspringen aus runden Pflöcken, die von Kopfkonsolen getragen werden. (Fig. 23.)
Zwei runde Schlußsteine; der östliche groß, mit bemaltem Brustrelief St. Petrus, der
westliche kleiner, mit dem Baudatum (vgl. oben). Am Scheitel der Kappen im
Schluß die Wappen der oben erwähnten fürstlichen Wohltäter. Hoher, spitzer


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