Eckardt, Anton [Editor]; Bayern / Staatsministerium des Innern für Kirchen- und Schul-Angelegenheiten [Editor]
Kunstdenkmäler des Königreichs Bayern (4,2): Bezirksamt Landshut — München, 1914

Page: 50
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II. B.-A. Landshut.

Pfarrkirche, geschrägt, im Langhaus mit Birnstabprofil. Runde Schlußsteine. Chorbogen spitz,
Beschretbung. beiderseits gestuft und gefast. Im westlichen Joch der Sakristei Gewölbe mit ein-
facher Sternfiguration auf profilierten Spitzkonsolen. Die Rippen teils steil gekehlt
mit abgefasten Kanten, teils tief gekehlt und mit kräftigeren Formsteinen. Im öst-
lichen Joch netzförmiges Gewölbe mit Birnstabrippen. Runder Tellerstein, darauf
Tartsche mit dem herzoglichen Wappen. Außerdem zwei rosettenförmige Schlußsteine.
Dreischifßge Westempore zu zwei
Jochen. Unterwölbung mit reicher
Sternfiguration. Die birnstabförmi-
gen Rippen entwachsen vier kräftigen
Rundpfeilern, an der Wand ruhen
sie auf halbrunden Spitzkonsolen.
Die Offnungsbogen gegen das Lang-
haus spitzbogig, mit reicher Profilie-
rung aus Karniesen, Kehle und Fase.
Laut Stiftungsbrief des Herzogs Hein-
rich vom 21. Dez. 1445 (in der Pfarr-
registratur Berg) stand auf der »Paar-
kirchen« (= Emporkirche; vgl. Kunst-
denkmäler der Oberpfalz, Heft XIX,
S. 80 f.) ein vierter Altar zu Ehren
U. L. Fr. Schiedung, »daß sie uns be-
ständig sey in unserer Verschiedung.«
Vorhalle zweigeschossig. Im Un-
tergeschoß sternförmiges Rippenge-
wölbe. Birnstabrippen. An allen Rip-
penkreuzungen runde Schlußsteine,
mit halbrunden Wappenschilden be-
legt. Das gleichzeitige Obergeschoß
(Requisitenraum) hat rechteckigen Zu-
gang von der Westempore aus. Ohne
Decke. Kleine Rechteckfensterchen.
Fenster spitzbogig, größtenteils
modern verändert. Portal spitzbogig,
am Gewände mit drei Rundstäben
zwischen Kehlen profiliert. Vorhalle
nach Norden geöffnet; Offnungsbogen
spitzbogig, mit zwei Rundstäben. Der
westliche Offnungsbogen zugesetzt.
Außen am Chor zweimal abge-
setzte Strebepfeiler, der mittlere Absatz übereck gestellt mit fialenartigem Aufsatz.
Kaffsims profiliert mit Schräge und Kehle aus Formziegeln. Unter dem Dach Fries-
band. Am Langhaus einmal abgesetzte Strebepfeiler nur zwischen dem ersten und
zweiten Joch. Dachfries. Der First der Langhausdachung überragt den Dachfirst des
Chores erheblich.
Malerischen Reiz bietet die Westseite des Baues mit der ganz ungewöhnlichen,
eigenartigen Anlage der zwei runden Flankentürme und der Vorhalle. Die Türme
sind mit äußerster Zurückhaltung gegliedert. Der Nordturm ist einmal, der Süd-
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