Die Kunst für alle: Malerei, Plastik, Graphik, Architektur — 9.1893-1894

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Die neueste Richtung in der Malerei- — Die Rongiesse zu Nürnberg und München.

Ly

Das Ende vom lird. Von Alfred Schmidt.

komische Farben streichen, und ich steckte die Füße
meiner Hühner in Töpfe mit verschiedenen andern Farben
und ich ließe dann die armen Tiere auf der Leinwand
herumlaufen, — ich glaube, es müßte etwas zu stände
kommen, was Ihrem „Etwas" gliche wie ein Ei dem
andern, besonders wenn — hä, hä, hä! — die Hühner
aus eigener Initiative noch einige Zuthaten lieferten!"

„Wirklich, und weiter sahen Sie nichts darin?"
rief ich aus.

„Ah, aber nein, mein Herr, gar nichts!"

„Nichts! — Oh, mein Herr, Ihnen ist nicht zu
helfen!"

Paris, t- November ;89Z.

Jean Railleur.

t

Die Kongresse zu Dürnberg und München.

wei für die Kunst wichtige Kongresse haben in einer
Woche getagt; inNürnberg der kunsthistorische
und gleich daranschließend der zweite für Maltechnik
in München. So verschieden die Ziele dieser beiden
auch sein mögen, indem der theoretische sich mit den
fertigen Produkten des Kunstgeistes befaßt, der andere
sich ausschließlich um das „Handwerk" zu bekümmern
hatte, so lassen sich doch eine Reihe von Parallelen finden,
die dem umsomehr auffallen mußten, der wie der

Schreiber dieser Zeilen, beide Kongresse mitzumachen
Gelegenheit hatte.

Nürnberg, die Stadt des Dürer, Peter Fischer und
Veit Stoß war der richtige Platz, um den Kranz der
hervorragenden Vertreter der kunsthistorischen Wissenschaft
aus nah und fern wieder zu vereinigen; seit 21 Jahren
in Wien hatte kein Kongreß mehr stattgefunden und man
war allerseits darüber erstaunt, daß das Bedürfnis, seine
Meinungen in gegenseitiger Interessengemeinschaft aus-
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