Der Cicerone: Halbmonatsschrift für die Interessen des Kunstforschers & Sammlers — 14.1922

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Verfugen in einem glücklichen Augenblick wenigftens einen treffend ähnlichen Profil-
umriß von Vittoria geliefert zu haben, Ihr von ßorace Vernet gemaltes Bildnis, mit
dem der Meifter felbft nicht zufrieden war, ift durch einen Stich Couffins vervielfältigt
worden, ein Stich nach dem Gemälde von Eduard Magnus fchmückt Ölaiblingers
Cafchenbud) vom Jahre 1829. Das Urbild wurde durch die weit verbreiteten künft-
lerifchen Uliedergaben zu einer römifeßen Sehenswürdigkeit, die von vielen Reifenden
ebenfo gewiffenhaft aufgefucht wurde wie etwa die Bildniffe der Fornarina und der
Beatrice Cenci; auch Auguft von Goethe wurde 1830 von Keftner nach Albano ge-
führt, um das Schönheitswunder anzuftaunen. Nicht lange darauf nahm ein ruffifdjer
Maler das Mädchen famt ihrem durch Modeliftehen erworbenen Fieiratsgut als feine
Ehefrau mit in die F)eimat. Vittoria Caldoni, die eine ehrenvolle Ausnahmeftellung
unter den weiblichen Modellen der Ewigen Stadt eingenommen hat ift für die Dienfte,
die fie den Künftlern leiftete, nicht nach der damals üblichen allgemeinen Caxe (1 Scudo
am Cag) entlohnt worden, das Overbeckfche Bild für den Kronprinzen Ludwig von
Bagern trug ihr allein 12 Louisdor ein. (Fortfe|ung folgt.)


Bajocco, der Stammbettler des Cafe Greco in Rom
zu Goethes 3eit.
Nad) einem gleichzeitigen Stid).

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