Der Cicerone: Halbmonatsschrift für die Interessen des Kunstforschers & Sammlers — 14.1922

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fie einzeln betrachten, zu klingender ülirkung kommen fie doch erft in der Gruppierung,
die ihnen ihr Befißer zu geben gewußt hat. Er ruhte nicht, bis fie in Form und Farbe
zufammenftimmten. So wurden die 3eugen längft vergangener Kunft — ftrenge ttlerke
italienifcher Renaiffance, anmutige 3ierftücke des 18. Jahrhunderts aus Italien und Frank-
reich bis zu der [innigen Einfalt heimifcßer Biedermeierei in dem 3immer [einer Ähnen,
die Daniel Graffs Pinfel gefeiert hat — zu liebenswürdigen Kündern einer feinen, von
Ehrfurcht vor der Kunft getragenen Gefchmackes. Für Fjarck war die alte Kunft inneres
Erlebnis geworden, fie verklärte den Mann und alles, was von ihm ausging.
Rießard Graul.

3wei ülerke über antike Kleinkunft

Mit zwei Tafeln und einer Textabbildung Von MARC ROSENBERG


Walter Dennison, ,4 gold treasure of the late roman period. 4°. 86 Seiten,
54 Tafeln und 57 Textabbildungen. New York, The Macmillan Co. und London,
Macmillan <£ Co. 1918. Geb. $ 2,50.
Das Buch ift als ein in fidb vollftändig abgefcßloffener Qalbband des XII. Bandes der „tlniversity
of Michigan Studies, PJumanistic Series“ erfeßienen und behandelt zufammenfaffend die feit 1909
in Ägypten gefundenen fpätrömifcß-cßriftlicßen Schmuckfacßen von epochemachender Bedeutung,
die jeßt in verfeßiedenen Sammlungen aufbewaßrt werden, und über die wir als Ganzes nur durch
Daltons kurze Notiz in Byzantine Hrt and Ärcßaeology unterrichtet waren. Einzig über die Stücke
der Berliner v. Gans-Sammlung lag Ausführliches durch R. 3aßn in den Amtlichen Berichten 1913,
Sp. 88—108, dazu 1916, Sp. 1—50 vor.
Dennifon gebührt das Verdienft, alle ißm bekannten Stücke des Fundes (36) in vorzüglichen
Abbildungen, mit eingehenden Befcßreibungen und teeßnifeßen tlnterfucßungen fowie mit Vergleichs-
material und Detailzeichnungen veröffentlicht zu haben, alles in einem handlichen Bande, der auch
für valutaarme Länder erreichbar ift.
Der ganze Schaß, der fieß feit dem Abfcßluß des Buches von Dennifon noch um zwei Stücke
vermehrt hat. die aus dem Kunftßandel nach Berlin gelangt find, befteßt jeßt aus 38 Stücken.
Davon befinden fieß:
A. 3eßn Stücke bei J. Pierpont Morgan in New-York.
1. Fjalsfcßmuck aus Münzen (Dennifon Nr. 1). Das dazugehörige Enkolpium bei Freer (D. 2).
2. Kette mit zwei Münzmedaillons in durchbrochener Faffung (D. 8).
3. Kette mit Smaragdanßänger (D. 9).
4. Kette mit Perlen- und Saphiranhängern (D. 10).
5 u. 6. 3wei Ohrgehänge mit Perlenanhängern (D. 16, 17).
7 u. 8. 3Wßi gleiche Armbänder mit durchbrochener Arbeit (D. 26, 27).
9 u. 10. 3wei gleiche Armbänder mit Perlen und Steinen (D. 28, 29).
B. Neun Stücke bei Charles L. Freer in Detroit (Michigan).
1. Enkolpium mit Medaillon von Cßeodofius I. (D. 2), gehört zum fjalsfcßmuck Morgan (D. 1).
2—4. Drei zufammengehörige Goldfolidi, mit Infcßriften auf der Faffung (D. 5—7).
5 u. 6. Ein Paar Ohrgehänge mit Perlenanhängern (D. 20, 21).
7 u. 8. 3wei glatte Armreifen (D. 22, 23).
9. Statuette aus Bergkriftall (D. 36).
C. Sechs Stücke im Britifh Mufeum, London (Schenkung Burns).
1. Große fjalskette mit rundem Anhänger (D. 11).
2. Große Bruftkette aus durchbrochenen Goldplättcßen (D. 15).
3 u. 4. Ein Paar Ohrgehänge mit Perlenanßängern (D. 18, 19).
5 u. 6. 3wei Spiralarmreifen in Scßlangenform (D. 24, 25).

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