Der Cicerone: Halbmonatsschrift für die Interessen des Kunstforschers & Sammlers — 14.1922

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Äus der Sammlerwelt und vom Kunftljandel

gar drittklaffige Dinge kann man fidjer fein, in
Europa günftigere Chancen zu finden.
Man hofft l^ier auf eine beffere Saifon vom
näcbften Y)exb\l ab. Ob diefe fjoffnung aber in
Erfüllung gelten wird? F.
Äus der Sammlerwelt
und vom Kunftfyandel
Sonderausftellung des öfterreidji-
fdjentüerkb undes in Baden-Baden
Im Palais Stourdza (Baden-Baden) — der von
Friedmann &GQeber vor zwei Jahren eingerichteten
Galerie für Kunft und Antiquitäten, Mode und
Kunftgewerbe — findet eine bis Ende Juni ge-
öffnete Auspellung des öfterreichifchen ttlerk-
bundes (dien) ftatt. In zwei eigens dafür aus-
gemalten Räumen ift eine Auswahl hervorra-
gendfter kunftgewerblicher Erzeugniffe vereinigt,
die einen überzeugenden Beweis erbringen, daß
die künftlerifcbe Erfindung wie die technifche
Behandlung auf gleich hoher Stufe flehen. Die
befondere tüiener Gefchmacksnote, die fchon auf
den lebten Meffen in Leipzig und Frankfurt ftark
in den Vordergrund trat, wird pcherlicf) bei den
zahlreichen, die Äusftellung im Palais Stourdza
befuchenden Ausländern Beifall finden.
F>aag
In der Bachpih-Galerie pnd u. a. folgende
Neuerwerbungen ausgepellt: Oßgotifcher Grab-
fchmuck, 5. Jahrh- n. Chr., gefunden in Kertfd)
(Pantikpeum), ferner ein Frühwerk des Filip-
pino Lippi, „3wei Engel“, Fragment einer
größeren Kompoption aus der 3eit der Fresken
in der Brancaccikapelle in Florenz, ein A. van
Dyck, „Ruhe auf der Flucht nach Ägypten“, und
ein niederrheinifches Relief, „Anbetung der Kö-
nige“, aus dem 16. Jahrhundert.

Stockholm
In Schweden hat nad) einer Meldung der
N. 3ör* 3tg- der Ankauf der bedeutenden Kunp-
fammlung des verftorbenen chinepfchen Politikers
Li-F)irng-Cfd)ang, die VOn einem Konfortiura
für 1100000 fchwedifche Kronen erworben wurde,
zu einem Skandal geführt, da pd) der größte
Ceil der Sammlungsftücke als wertlofe Imitationen
erwiefen, die niemals zu den Bejltpümern Li-
Fjung-Cfchangs gehört haben, fondern der Samm-
lung erft nach feinem Code hinzugefügt wurden.
Als Mittelsmann bei dem Kauf fungierte der in
China weilende fchwedifche Prof. Erik Nypröm,
der nach der Auffaffung des Konfortiums für
pd) eine unerhört hohe Provipon berechnet hat.
Das Konfortium foll nun beabpchtigen, an N'y-
ftröm Schadenerfat^anfprüche zu pellen.
3u der Parifer Chronik in ßeft 10
Durch zu fpätes Eintreffen der Autorkorrektur
pnd in dem lebten Beitrag unferes Parifer Mit-
arbeiters einige pnnentftellende Drude- und Über-
fetjungsfehler ftehengeblieben, die hiermit richtig—
gepellt feien. — Es ip richtig zu lefen:
Sammlung Langweil, ferner bei Roupeau
„einem Bildnis eines kleinen Mädchens“,
ferner ift bei Cezannes „Badenden“ aus der
Sammlung Vollard zu lefen: „Ein vomKünpier
felbft zerpörtes und nach feinem Code
reftauriertes Bild“, ferner ftatt Joreneau ip zu
lefen Joveneau, endlich bei demRenoir-Nachiaß
„les jeunes filles au piano“ und Bildnis
der Mme. Galimard. Von dem Porträt der
Mme. Mipa Godebska foll es heißen, daß es
als „eins der fchönpen öüerke“ anzufprechen
fei. Der vom Saßteufel fo arg verhunzte Klaf-
pker heißt Felibien. n.

Erfdjeinungstermin
fjeft 12.22. Juni
„13.6. Juli
„14.21. Juli

Redaktionsfdjluß
Heft 12 . . ..14. Juni
„ 13 ......... 28. Juni
„14..12. Juli

Herausgeber Prof. Dr. GEORG BIERMANN, Reitrain am Cegernfee, Poft Rottad).
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