Der Cicerone: Halbmonatsschrift für die Interessen des Kunstforschers & Sammlers — 14.1922

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ftock wedelt die Offizin, denn 1501 kehrt er in einem Druck Johannes Schäfflers (Rupe, Pfalter
Mariae; üleller 183) wieder.
3um Schluß fei genannt, als fünfter datierter Druck Jobs. 3ainers nach 1500, ein deutfcher Ein-
blattkalender von 1510.
Es ift ein Blatt im bekannten Folioformat der Kalenderdrucke (das einzig bekannte Exemplar
in Privatbefitj ift leider am rechten Rand befchnitten, ein Blatt einfeitig bedruckt, 345:235, 67 3-
3.25 — 67 in 2 Sp. Cypen 12,14), der Cext beginnend mit: In dem als man zalt nach Crifti gebürt
üaufend fünfhundert unnd zehn . . . Darüber ein fliegendes Spruchband mit den ttlorten: Jhefü
vn mar / ä fei müt / t’ dar / wüfcht / üd) / l)äns / zai / ne’ zü g(uten / jar). Äuf der linken Seite
läuft eine breite FJolzfchnittbordüre: unten ein keulenfchwingender wilder Mann mit dem ülmer
Schild auf der Bruft — nach rechts gekehrt —, darüber eine, gegenüber dem Vorbild, dem Kalender
von 1479 (Cop. 2201; Schreiber 3162, Äbb. F>eit$-f)aebler, hundert Kalenderincunabeln, Cafel 28).
gelockerte Blätterranke, die in eine feltfam geometrifierte Blüte ausläuft, auf der das fegnende
Chriftuskind fchreitend ftebt. Der Schnitt der Leifte und des Spruchbandes fleht noch ganz in der
handwerklichen Cradition des 15. Jahrhunderts, unterfdbeidet fich aber von dem le^tbekannten
NachTchnitt auf dem Kalender von 1489 (5ain 9742; 87; Schreiber 3200).
Huffallend ift ein zweiter Druckvermerk 3ainers, nämlich direkt unter der linken Cextfpalte, in
Böhe des ülmer Schildes des wilden Mannes. Es find die (jedenfalls xylographifchen) Buch-
ftaben: J. 3. ü.
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