Innendekoration: mein Heim, mein Stolz ; die gesamte Wohnungskunst in Bild und Wort — 36.1925

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INNEN-DEKORATION

architekt hugo goroe-w1en ofen-ecke in einem herren-zimmer

VOM ÜBERFLÜSSIGEN. Allzuviel »Ballast« schlep- tisch und Hocker, denn dieser Raum ist nur zum Schia-
pen wir alle noch durchs Leben — und in unsere fen einzurichten. Ein Ankleidezimmer ist mit einem Toi-
Wohnräumel Mitschuldig sind die Baumeister, die lettentisch und Spiegel genügend möbliert. Ein Wohn-
vergessen, die Schränke in die Wände einzubauen, zimmer ist mit einem bequemen Sofa, einem guten Tisch
Und was steht sonst noch alles in den Zimmern herum! und Stühlen, die dem Bewohner angemessen sind, viel-
Der Unfug der Überladung ist überliefert; wenige Men- leicht auch mit einer Truhe und einem Spiegel vollkom-
schen haben den Mut, das Notwendige im Heim vom men wohnlich. Und alle übrigen Räume sollten in der
Überflüssigen, das Gute vom Schlechten zu scheiden. gleichen Art dem eigentlichen Wohnbedürfnis angepaßt
Verkauft die vielen unnötigen Dinge und Andenken und sein.. Können wir auch nicht mit unseren komplizierten
stellt dafür Weniges auf, aber Vollendetes! . . Seht die Lebens-Gewohnheiten die Einfachheit östlicher Raum-
Möbelwagen, die eine Vierzimmer-Wohnung von Stadt kunst übernehmen, so hindert uns doch nichts, gleich-
zu Stadt schleppen, als hätten sie ein ganzes Dorf in sich wertige, »schlichte« Wohnräume als Grundtypen un-
verladen! . In das Schlafzimmer gehören: Bett, Abstell- serer Wohnungs-Kultur zu schaffen. . . . f. a. breuhaus.
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