Innendekoration: mein Heim, mein Stolz ; die gesamte Wohnungskunst in Bild und Wort — 36.1925

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INNEN-DEKORATION

architekt ludwig kozma —budapest garderobe-schrank. ausf: karl krausz.

Arbeit und Schulung wuchs der Lehrling zum Gesellen, zum Geistwerkertum der Kunst herangebildet wird, er-
zürn Meister heran und wurde eine Persönlichkeit, seiner fahren im Wesen redlicher Arbeit, echter Technik, be-
Verantwortung immer bewußt, ein Vorstellungs-Bild- wußter Sinngebung und liebevoller Werkstoff-Kenntnis,
ner, ein Gestaltung-Wollender, ein Werkstoff-Liebender, So sehen wir dem Werden einer tief im Handweik ge-
wurde ein vollbürtiger Träger der vier Fermente, in gründeten, dem Urteil des Gefühls und des Verstandes
denen das Wesen allerechten Kunst immer bestanden hat. zugänglichen Werk- und Geistkunst entgegen. Und die

* Kunst — schon aus dem Herzen der Menschheit halb
Dann aber kam die Zeit, da Gestaltungs-Wille und verdrängt, wird —von neuem erstarkt — wieder Lebens-
Wille zum Gelderwerb nicht dasselbe sind, da man ver- notwendigkeit und Liebes-Gegenstand sein. . . k. g. ». h.
gaß, daß für die Kunst die Bildung der Persönlichkeit in *

Arbeit und Zucht ebenso wichtig ist, wie im Leben, da T^vER MENSCHLICHE WERT. Die alte Lehre:

man vergaß, daß der Werkstoff gekannt und geliebt sein J_y »Was du nicht innen bist, kannst du nicht

will. So ward nur noch Wert auf Vorstellungs-Bildung aus dir sein« ist so wahr, daß sie bei besonnenen Leuten

in den Talenten gelegt, Darstellungs-Technik war alles längst zum Haus- und Herzenshüter geworden ist. . Da-

und dadurch entstand das große Geschlecht der Viertel- rüber sind wir uns wohl alle einig, daß kein Schaffender

künstler, die mit kargem Schein so lange die Welt über jemals menschliche Werte zeugen konnte, noch kann,

das Wesen echter Kunst täuschten 1 Akademische Kunst, noch können wird, die er nicht selber lebendig, wahrhaft

wer kennte sie nicht und ihren armseligen Bankerott . . und lauter als » Substanz in sich« bat . . Während es

* also als sachliches Kennzeichen für den Künstler gilt,
Aber das Gute und Echte geht der Nachwelt nicht daß er die Gnade, die »Divination« habe und darlebe,

verloren; es kann lange schlafen, eines Tages aber er- muß es als sein kritisches Kennzeichen angesehen wer-

wacht es und wird lebendig in den Geistern, und so den, daß er ein wertehaltiger Mensch, eine Persön-

stehen wir heute wieder in einer Zeit besserer Erkennt- lichkeit ist.. Auch in den kleineren Werkstatt-Dilemmen

nis. Wir haben den alten Wein in neuen Schläuchen, wird oft die Persönlichkeit, das zum Eigengut gewor-

die alte Lehre in neuen Lehrwerkstätten, und ohne viel dene allgemein-menschliche Wertbewußtsein für Gül-

Geräusch und Werbegetön und Aufhebens wächst ein tiges, Tathaftes, Gesetzmäßiges im Einzelnen, der letzte

neues Geschlecht heran, das in handwerklicher Zucht Führer und Leiter des Gestalters sein, hans scHrEBELHum
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