Heidelberger Zeitung — 1865 (Januar bis Juni)

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Notabeln über eizelne Bedinguugeu hören wolle,
beruhe auf Jrrthum. Die Bevölkerung in ih-
rer berechtiglen Vertretung zu hören, dazu sei
jetzt kein Änlah, oa es sich lediglich um Fest-
stellung von Bedingungen handc , ohne dcren
rückhaltslose nnd unbedingte Anerkennung und
Ausfnhrung kein Souverän in deir Hcrzogthü-
mern endgiltig eingesetzt den könne. Die
Zeitungsnachrichten nber ' Jnhalt der bevor-
stehenden preußischen Mi . )c>lnng nach Wien
sowie über bereits darüber ge -achte Acußerun-
gen dcs Wiener Kabinets i ' l falsch.

Wien, 22. Febr. Der FinanzauSschuß be-
schloß gcstern, an dem Kriegsmarine-Bndget
2,390,000 fl. abzustreichen.

Vern, 22. Febr. Der BundeSrath hat sei-
nem Gesandlen in Wien Weisung wegen des
Paßvisums für die potnischen Flüchtlinae er-
theilt und die bayerische Regierung in Kcnnt-
niß gesetzl, daß Polen ohne einen von dcr Ge-
sandtschafl in Wien visirten Paß an der Gränze
zurückgewiesen werden. Langiewicz ist frei und
wird für die nächsten Tage erwartel. Rußland
verweigcrt dcn Beitritl zur Genfer Konven-
tion, weil seine eigene Militärverwaltung ge-
nügende Vorsorge für die Verwundetcn im Krieg
treffe.

»Heidelberg, 22. Febr. Einer Einladung
der Gesellschaft des Krystallpalastes zu Orporto
zufolge wird unter der Protection des Königs
von Portugal zur Feier der Eröffnung des ge-
nannten Palastes in Oporto eine internationalc
Jndustrieausstellnng vom 21. August bis 30.
Decbr. l. I. stattfiudcn Der königl. portu-
giesische Consul Hr. E. iLtrohmeyer in Baden
hat sich zn näheren Mittheilnngen in der Sache
erboten.

* Heidclberg, 22. Febr. 156 dev ange-
sehcnsten Bewvhner Mannheims haben in einer
öffcntlichen Ansprache an die kath. Mitbürger ihrer
Stadt und der Umgcgend aufgefordcrt, an dem
am 23. Febr. abzuhalt-nden (zufolge neuesten
Nachrichlen jedoch von dem großh. BezirkSamte
untersagten) Casino, Mann für Manu Theil
zu nehmen, und Zeugniß ihrer Gesinnung ab-
zulegcn. Es gilt, heißt eS in dem Manifest:
UnS öffenllich losznsagen von der
Partei der Encyclica und zu bezeu-
gen, daß die Katholiken der wandern-
d.en Casinos nicht die kathol. Kirche
deS badischen Landes bilden. — Es
wäre sehr wünscheuswerth, wenn es dic hiesigen
Casinojüuger endlich einmal» wie eS dic frei-
sinnige kath. Partei thut — an der Zeit fänden,
ebenfalls öffentlich mil ihren gewichtigen Namen
hervorzutretendamit man auch erfahre, wcr
sich herausnimmt für die Repräsentant in der
hiesigen katholischen Bcvölkcruug zu gclten, oder
ob man eS nur mit einem Tronnnler Namens
'J. Lindau zu thun habc, dem aber die Sol--
daten fehlen.

Mannheim, 22. Febr. Die auf heute
Nachmiltag in den großen Saal des Hofthea-
ters ausgcschriebene Versammlung hat unter
zahlreiLer Theilnahme stattgefunden und be-
halten wir uns vor, morgen Näheres darüber
mitzutheilen.

Aus .Baden« Der Gemeinderath . und
BürgerauSschuß der kathol. Stadt Villingcn
hat ein Telegramm an Herrn Staatsrath Lamey
gcrichtet, die Bitte enthaltcnd; „S. K. H. dem
Großherzog die vollste Zustimmung und den
ehrfurchtövollsten Dank darzubringen für die
in dem Handschreibcn an Mimster Lamey aus-
gedrückten, ächl konstitionellen Gesinnungcn."

— Von großherz. Dircktion der Verkehrsan-
stalten wurden ernannl: zu Telegraphenge-
hülfinnen Margaretha Fronyn von Wcrt-
heim, Louise Fendrich vou Offenburg, Auguste
Prittwitz von Mannheim, Clcmcntinc Arm-
brusler von Appenweier. — Zur wissenschaft-
lichen Verhandlung und brüderlichen Verstän-
digung über theologische und praktisch-kirchliche
Gegenstände hat sich unter den protestantischen
Geisilichen unseres Landes, angebahnt von der
freisinnigeren Richtung innerhalb der Geistlich-
keit, ein Verein gebildet, dessen Milglieder
zweimal im Jahre zu einer Versammlung sich
zusammenstnden sollcn. Nichl eine Partcibil-
dung, sondern ein theologisch-wissenschaftlicher
Sammelpunkt sotl damit geschaffen werden. —
Jn Mannhcim wurde am 22. Febr. mit
den Arbeiten zum Rheinbrückenbau begonnen.

— Wie der „Schw. M." au§ Karlsruhe ver-
nimmt, ist an alle Behörden die dcfiuitive Wei-
sung crgangen, keine wandernden Kasinos mehr
zu gestallen, sofern nicht rechtzeitig vorgängige
Anzeige' erstatlel ist. Jn Kirchen wird keine
departige Versammlung mehr gesialtet. — Nach
dem Jahresbericht nnserer Eenlralstrafanstalt
zu Bruchsal, der soebcn durch Druck veröf-
fcntlicht worden ist (Bl. f. Gefängnißkunde.
2. Heft) ist seit zwer Jahren in der Bruch-
saler Strasanstall keine Seelenstörung, seit 5
Jahren kein Selbstmord vorgekommen. Der
Krankenstand. war seit letzten Iahren stets ein
so niedriger. wie ihn Strafanstalten mit ge-
meinschaftlicher Hafl nichl aufweisen. WaS die
Zahl der Gefangenen betrifft, so hat diese ge-

die der ArbeilShausgefangenen 88, im Ganzen
demnach 397, darunter 23l Prozent, also na-
hezu der vierle Thcil, Nichtbadener. Beachteus-
werth ist die hohe Quotc der unehelich Gebo-
renen unter den Gefangenen; sie beträgt etwa
22 Prozenl.

Vermischte Nachrichten.

deniselbcn Wagen sich btsand, trug dic Worte: „Von
Liudau nach Jlleuau 1/4 Stunde? So zog der Zug
dar^ die^Slraßeun^ähren^ ein D^ehorgelspieler^ mit

wehren. (B. L.-Z.)

^ Londo», 11. Febr. Jn der City derrscht große Auf-

dem GcldwechSler Baum folgte ein^andcrer in Conrhill
lTei deni Uhrcnhändler Walker. welchem für 6000 Pfd.
L-t. Goldwaaren gestohlen wurden. Er hal einen Preis
yon ^IOO^^Pf^^^

AuS^ der badischen Pfalz , 19^^. Ueber-

Bearbeitung deS B»den/ und vielfach ist dae Eiscii aii
die Stelle deS Holzes getrelen; Thier- nnd Dampfkrast
hal bri vielen Arbeiten dic Menschenkraft ersetzt; Dresch-
und Säemaschinen haben sich in kurzer Frist durch das

Obrigkeitliche Bekanntmachungen undWrivat-Anzeigen.

Großh. Amtsgericht Heidelberg.

^ Nr.^4346. Jm Befitze^ des ^Danifl Fr^ vou Neckar-

Goldwaagen gewöhnlicheii Gewichte. 18 Stück, voll-
stänoig befindeu. Auf der Inuenseile des Etuideckels
steht der Namcn deS Veiiertigers „Joh. Pet. Poppen-
brrg, bei L-prockhawel im Ämle Blaukrnstein in der
Graischaft Mark".

Wir ersuchen' den Eigenthumcr sich dahier zu melden.
Heidelberg, den 21. Februar 1865.

H. Süpfle.

H. Santer.

Die Handelskammer

K'tndt Htidelderg.

Die Einführung von Handels-
gcrichten bctr.

Nach bohem Erlaß Großh. Iustizministeriums
vom 6. d. Mls., Nr. 1318/19, sollcn in.Vollzug
des ^4 der Gerichtsverfassung vom 19. Mai1864
m denjcnigen Stadten, in welchen das Bedürfniß
des Verkehrs es erforvert, auf Antragen der Han-

luug haben wir Tagfahrt auf

Donnerstag den 2. März l. I.,
^Nachm^ttags 3^Uhr,^

sind, hiermit freundlichst einladen. b 1
^T)a z^ir Gi^tigkcit eiir es ltzkschluffkS^ch ^nwesen-

sigrii Herren 'Kauffeutc bei Berathung unv Be-
schlußfassung diescr wichtigcn Frage fehlen wird.
Heidelberg, den 20. Fcbruar 1865.

Ritzbaupt.

(1) N. Adlon.

Stangenholzversteigerung.

Donnerstag den 2. März d. I., Dormittags
Itt Ukr. werben im Schntzbezirt „Vordcrwald" ves

Lampertheimer Gcmeindewaldes
17,100 Stück 2- und Zzöllige kieferne Hopfenstan-^
gen uud

9300 Stück IV, Mige kieferne Trudelstangen
von vorzüglicher Qualität öffentlich an den Meist-
bictenden versteigcrt,

Die Zusammenkunft ist zu Neuschloß.
Steigliebhaber werden hierzu eingeladen.
LaM»eMeim, den 20^F^brmir 1865.

(1) Billau.

Bekannrinachung.

von Eiterbach werden am Samstag, den 25. d. M.,
Vormittags lO Nhr, iu desscn Behausung allda,
sieiwillig gegeu baare Zahlung öffeiitlich Ursteitzert:

1) 200 Gebund Hafcrstioh,

2) 80 „ Konistioh,

3) 12 Malter Karloffel,

4) 20 „ Hafcr,

5) 60 Zeniiicr Hcu,

6) 6 Läiifcrschweine.
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