Heidelberger Zeitung — 1865 (Januar bis Juni)

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Thatenlosigkeit und konstitutionelle Halbheit
vor und hält eine ftrenge Centralisation fnr
unanöführbar. Die indirecten Abgaben sollten
zu ReichSzwecken verwendet, die directen Ab-
gaben und die Gebahrung mit denselben den
einzelnen Ländern überlaffen werden. Dcr
Rcdner spricht für baldige Einberufung deS
ungarischen LandtagS und Fefthaltung deS Jm-
peratorS gegenüber den Ungarn. Die Opposi-
lion werdc nur jener Partei in Ungarn die
Hand reichcn. wclche mit ihr gleiche Grunb-
sätze hat und uur aus Grund der Jdee der
Rcichseinheit. Hr. v. Plener weist die Vor-
würfe KaiserfeldS zurück. Hr. v. Schmerling
den Vorwurf der Läffigkeit, indem er auf seine
Vergangenheit hindeutet. Jhm persönlich hätte
es mehr zugesagt, in der ungarischen Bahn
rasch vorzugehen; aber er habe die Ueberzeu-
gung gewonnen, daß gewisse Fragen nichr so
rasch lösbar seien. Er hebt die Schwierigkeiten
der Vereinbarung der ungarischen Gesetze von
1848 mit der ReichSverfaffung hervor. Auch
die Regicrung würde sich mit der alrcorrscrva-
tiven Partei in Ungarn niemals einlassen; sie
erkenne diese als ihren erbittertsten Feind,
dessen Minen bis in dieses Haus reichen. Hr.
v. Schmerling widerspricht sodann dcr Bchaup-
tung KaiscrfeldS, daß ein Theil der Bewohner
Ungarns den Kaiser bloS als factnchcu Hcrr-
scher anerkenne. Der Kaiscr erkennc sich auch
jetzt als rechtmäßigen König von Ungarn und
werde als solcher von allen loyalen Ungarn
anerkannt. — Hierauf wurde das Budgel nach
dem Ausschußantrage mit Virementsgestattung
angenommen.

Paris, 31. März. Zm gesctzgcbendcn Kör«
per woüte gestcrn Jules Favre vom Ursprung
der Verfassung reden; dabei brachte er die Per-
son dcs «Douveräns in's Spiel, was zahlreiche
Protestationen hervorrief, in Folge dercn er
auf's Wort verzichten zu müssen glaubte. Trotz
der Aufforderung des Präsidenten und mchrerer
Mitgliedcr bestand Favre anf seinem Still-
schweigen. DaS Amendement der Opposition
zum ersten Paragraphen wurde verworfen.

Ans Baden. Wie dcr „Bad. Beob." mit-
theilt, wird Sonntag. 2. April, nach der Vcsper
ein geselligeS.Casino kirchlich-gesinnter kath.
Männer, im Gasthaus zum Stcrn in Kon-
st a n z stattfinden. — JnLadenburg wird am
Sonntag im „Lustgarten" einwanderndeSKasino
abzuhalten beabsichtigt (wurde verboten).— Die
Lehrer des Bezirks Neckargemünd haben auf
der zu Bammenthal am 15. v. M. abgehal-
tenen Confcrenz einstimmig erklärt: 1) Wir
halten fest und treu zu unserer Behörde, dem
großh. Oberschulrath, der unser volles Ver-
trauen genießt. 2) Zu unserer hohen Negierung
haben wir das unerschütterliche Vertrauen, sie
werde nicht allein daS Gesetz über die Auf-
sichtsbehörden der Volksschule aufrechl zu er-
halten wissen, sondern sie werde auch den an-
dern Theil dcs Gesctzcs, welcher vorzugsweise
dic so dringend nothwendige Ausbesserung der
Volksschullehrer bezweckt, in thunlichftcr Bälde
in's Lcben zu rufcn suchen. — Das ehemalige
AmtS- und Amtsgerichtsgebäude in Blumen-
feld wurde, wic die „B. L.-Z." berichtct, in
einer öffentlichen Steigerung von Freiherrn
I. N. v. Horstein zu Binningen sür 6000 fi.
angckauft, um daselbst ein Knabenseminar zu
errichten. Die durch das großh. Bezirksamt
Eügen mit den Gcmeindevorständen des Amts-
bezirkes gepfiogenen Verhandlungen, fragliche
Gebäude zum Zweckc eineS Bezirksspitals an-
zukaufen, sind crgebnißlos geblieben. — Nach
der „Bad. L.-Z." sind die Verhandlungen der
verschiedenen Ausschüsse wegcn Erbauung eincr
Eiscnbahn von Mannheim über Schwetzingen-
Philippsburg-WaghLuscl-Graben rc. so wcit
vorangeschritten, daß nun eine begründete Ein-
gabe an das gr. Handelsministerium eingereicht
wcrden wird.

Univerfitäts - Nnchrichten
München, 21. März. Der König hat
den Ehrenprofessor Or. M. Carriere. ohne
Acnderung sciner Stellung, als Professor der
Kunstgeschichte und akadcmischer Secretär an
der kgl. Akademie dcr bildcNden Künste, zum
ordentlichen Professor der Aesthetik in der phi-

losophischcn Fäknllät der hiesigen Universität
ernannt.

Vermit'chte Nachrichten.

Turin, 24. März. AuB allen Tbeilcn JtalienS
lrkffen scblimme Berichte über Schneefälle, Stürme unb

LoealeS.

(iZottesdienst in Keidelberg.

Sonntajt, den 2. Avril. Vormittaas 9 Uhr. predigen

Nachmittags 3 Ubr,

Wochengottesdienst in der St. Peterskirche:
Mittwoch, 9 Uhr: Hr. Decan Dr. Zittest

Deutschkatkolische Gemeinde.

Sonntag, den 2. April,. früb 9 Uhr, GotteSdienst i»
unserem Betsaale durch Hrm Dr. Brugger.

Die heute fästigen Karlsruher Blätter stnd sämmtlich
nich^ eingetroffen. Der Grund liegt in keiner Stornng

Obrigkeitliche Bekanntmachungen und Privat-Anzeigen.

Großh. Aüttstzericht Heidtlbkrg.

Nr. 6671. Gegen Kübker Lronhard Gciß von
hicr baben wir Gant erkannt nnd Tagfatzrt znm
Richttgstellungs- und Vorzugsverfahren a»f
Montag, den 1. Mai, MorgenS 8 Ühr,
anberaumt.

Alle, welcht aits irgend einem Grunde Astsprücke
an die Gantmasse machen wollen, wcrden arifge-
fordert, solche in diesrr Tagfabrt, bei Vrrmcidung
des AuSschluffeS von der Gant, persönlich oder
^ehörig iVcvoUmä ch^ gre, ^L^rif^ ^münd-

nr Bezug auf Borgverg^leiche und jene Ernennun-
gen als dir Metzrhill der ErschtkNenen beitretend
angrsehen röirden.

Zugleirb wirtu denjenigen Gläuvigern, welche
ihren Aufrnthalt im Auslande haben, aufgegrben,
spatkstkns in dtrser Tagfäbrt einen am Orte drs
GericbtS wohnrnben Grwaltüäber fi'ii den Empfang
allbr Einbändigüngen, wilche nach dcn Glsrtzcn der
Parkel^sechst,h0ber in deren wircklickcm Wohnsitz

kenntniffe mit derselben Wirkung, wie wenn sie
dem Glanbiger eröffnet odcr eingehändigt wären,
nur^an dem Sitzungsorte des Gerichts angeschlagen

Heidelberg, den 3l.^März 1865.

(1) Eisenhüt, Aet.

BenLchrichtigung.

Jn dirSseitigrr Ankündigung übrr die am 6trn
April d. I. üattfindyive Weiiwersteigrrung tst ein

^722 Maas Forster Tramtner I857r,

722^Maas Forster Riesling L8S8r

^ Hrivclberg""den

Großberzogl. Notar.

H. P ez o l d. _

Angesichts der vielen Atteste uber die vortrefflichen Wirkungen deL R. U. Danbitz'schen Kräu-
ter-Liqnenrs musj doch wohl jeder Vernünftige einsehen, vaß dieser Liqueur ketn der Gesundheit schäd-
licbes Gcheimmittcl ist, sondern etn, besonders bei Magenübeln bewährtes Hausmittel, wie wir aus
nachstehettdem Schreiben crsrhcn können:

Ew. Wohlgkboren! Ich unterlaffe nickt, ohne Aufforderung nachstehendes Factum zum beltcbti'
gen Gebrauch mitzütheilen.

Sett langer als 6 Monaten litt ich an vollftändiger Appetitlofigkeit; ich war dermaßen vcrschletmt,
daß ich nichi im Stande war, das Gcringste mit Appetit zu mir zu nehmeu, doch hatte ich starken Blut-
andrang nach dem Kopfe, was wohl wegen vollstänvigem Mangel an Bewegung scine Ursacke haben mag.

UNserc Gegend ist reich an Patienten, dych leider arm an guten Aerzten; ick versuchte auch Ihren
Kräuter-Liqueur und befinde ich mich nach Verbrauch von einigen Flaschen bereitS so wobl, wie icb es
nur wünschen kann. Euer Wohlgcboren ergebenster Bäron v. Korff. Röderau in Sachsen, den 23.
October 1864.

Dieser Liqueur ist allein ächt zu haben:
bei I'raus Lbsr in llsläsldsrA,

„ k. Losssr, Conditor in IiLäsudurx,

V. Na§6u in kdi1ixpsdur§,

Lodöpüoiu, Condit. in NooLarAomüuä,

bei I'srä. Nisdsrxall in R.apx»suau,

„ kr2. äos. Idiu in 8odvsl2Lu§su,
„ L. ä. 8tutLma»u in 8in8dsjin,

„ ä. Ii. dlarx in Vaidstaät.

Museumsbibliothek.

Vom' 3. April an werden Bücher wieder
auSgegeben.

Arbeiter-Bildungs-Verein.

Sonntag, ^en 2. April, Abends 8 Ubr,
theatralische Äbendunterhältung aur Eisenhardt's
Bierkeller. Zur Aüfführung kommen: Dic Brand-
schatzung von Kotzebue. Zum Schluß auf vielsei-
tiges Verlangcn: Herzog Ernst von Schwabcn von
Uhland.

Den Mitgliedern ist gcstattet, auch Nichtmiiglie-

Der Vorstand.

Neue Wicken

vo» vorzüglicher Oualität, ohne Hafer,
dilligst bei

P. I. LanÄfried.

Möblirtc Wohiiung zu vermiethcn.

Dcr drikte Stock biS 4. Mai
Friedricbsftiaße sstr. 5.

ber

gestern Abend ein rolher Shawl
von der Plöckstraße bis zum obern

gute Belohnung in dcr Erped. d. Bl. abgeben.

» o!ken in einem Manufakturwaa-
s4k44k ^ rengeschäft hiesiger Stadt. Die
Erpebttion sagt w». f8^

Ein Logis von 6 Zimmer nebft Zugehör
in der schönstcn Lage dcr Stadt auf OfterN
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gen bei Fr. Jos. Ihm; in Sinsheim bei E. I.
Stutzmann; in Waibstadt bet A. I. Wittmann;
in Wicslvch bei Ph. I. WiMer.

Redaclion, Druck ünd Verlag voN Adolph Eminerl'ing, VerlagSbuchhandluug und Bnchdruckerei m Hndelberg.

Hierzn cinc Beilage nebst „Hcidelberger Familienblätter" Nr. 40.
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