Heidelberger Zeitung — 1865 (Januar bis Juni)

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Vorschlag, jcdoch m>r mit klciner Majoritäk
angcnonimcn,

Es stcht nun zu erwartcn, ob und in wie
weit dic großh, Regicrung auf diese Ansichten
und Vorschlägc eingeht, und einen Gesetzcscnt-
wurf zur Uinänderung der Verfassung der
nächstcn Ständcvcrsammlung vorlegt,

Wie wir guten Grund habcn zu glaubcn,
beabsichtigt dic großherz, Rsgierung allcrdings
bci dcm nächsten Landtag einen betrefsenden
Gesetzes-Entwurf einzubringen, ob mit voller
odcr nur Iheilweiser Berücksichtigung der ge-
machten Vorschläge ist natürlich abzuwartcn.
Der Gcgenstand ist abcr jedenfalls von so hoch-
wichtigcr Bedeutung, daß die patriotijch ge-
smnte Presse seine gründliche und allseitige
Bcsprechung sich zu ciner besonderen Aufgabe
stellcn sollte,

Jugenheiw, 18, Mai. Es ist iiunmehr
bcstimmt, daß die russischen Herrschaften nur
noch bis kvmmeudcn Sonutag hicr verweilen
und dann ihre Rückreise direkt nach St. Peters-
burg antretcn wcrbcn. (F. P.)

Münchcn, 16, Mai, Konig Ludwig I,
ist, von seincr Reise von Rom zupückkehrcnd,
diesen Nachmittag wiedcr hicr cingctrvffcn, —
Zn dcr heutigen Sitzung dcr Kammer der
Reichsräthe wurde der Antrag der Kammer dcr
Abgeordneten, dic stlmbildniig und Erweiterung
der Kammer der Rcichsräthc betreffend, ein-
stimmig abgelchnt,

Köln, den lk. Mai, Zur Fcier der bOjäh-
rigcn Vcreiiiigung dcr Rheinlande mit
Preußen hat heute hier die Grundstein-
lcgung zum Dcnkmal Kvnig Friedrich
Wilhelms III, in Gegenwart dcs Königs uud
s-iner Gemahliu, sowie mehrcrcr Prinzen statt-
gesuiiden; sic trug, wie wir aus dcm Iveit-
läufigen Berichte der Köln, Ztg, entnchmen,
einen hvchst aristokratischen Charaktcr und fand
ihren Glanzpunkt in eincr Anrede deS Regie-
rungspräsidentcn v, Mocller an deu König, die
natürlich dcS Preijcs und Lobes über die durch
die Vereiniguug dcr Rheinlande mit Preußcn
gcschaffcncn glücklichen Zustände voll ist. Die
Antwort dcs Köuigs bestand iu solgcndcn Wor-
ten: „ES ist für Mich cine hvhe Frcudc, daß
Jch an 'diescm Tagr in Zhrer Mittc stche, um
Zeuge der Dankbarkeit zu jein, die dieses Land,
diese Provinz dcm Könige zollt, der dieses
Land mit dem mächtigen preußischen Staate
verband, Dieje Dankbarkeit ist cine wahre,
cinc tiefgefühlte in dem Hcrzen jcdes Rhcin-
ländcrS, der zurückdenkt, wie cs vor 50 Jah-
ren war, Diese Dankbarkeit erkenne Jch an,
Zch dankc der Proviuz dafür, DieseS Denkmal
wird der Zukuuft geweiht, Mögc diese Zu-
kunft zum Wohle dcr Prvvinz, zum Wohle
dcS VaterlandcS gereichenl" Es wird berichtet,
daß dicse Worte von der Volksmenge mit weit-
hinschallendcn Hochs aufgcnommen seien, —
DaS Denkmal selbst, (eiue Reitersiatue Fried-
rich Wilhelms III.) wird in der Mitte des
Heumarktes, des größten, oder doch deS längsten
der öffcntlichcn Pläzc KölnS, seinen Plaz fin-
den, und hoffentlich zur Verschönerung der alten
Rheinstadt beitragen, (R, Frkf, Z.)

Wien, den 13. Mai. Am 11, d, MonatS

sollte, cinein AuSjchrcibcu dcr Dckanate zujolge,
die Wahl des StudcntenkomiteS für die Jubel-
seier der Wi-ner Universität vvrgcnommeu
werden, kam aber wcder an diesem noch am
Vormittag dcs nächstcn TagcS, an dcm einc
Fortsetzung der Wahl nersucht wurde, zu Stande,
indem von dem 2800 Studenten nur sehr we-
nigc durch Abgabe von Stimmzettcln, cinc sehr
großc Auzahl dagegen durch PereatSrufe für
dic WLHlendeu sich an dem Akte bctheiligte,
Wien, 17, Mai. DaS Tricjter Prisen-
gericht hat alle bei Wyk ausgcbrachtc Schiffc
der vom Capitänlieutenant Hammcr bcfchligten
Flottille als gute Prise erklärt, (Fr. Pztg.)

wordcu, inioweit die bestchendc Bewaffnung
und Organisation eine Aenderung nicht be-
dingt, — Die Lehrer deS Bezirks Wiesloch
haben bei der am 17, d. M, abgehalteneir
freien Lehrerconferenz folgenden Befchluß ge-
faßt: 1) Wir erblickcn in- der Durchführung
dcs Gesetzes über die Beaufsichtigung der VolkS-
schulen durchaus keine Gefahr für die Religion
und stimmcn dcmselben vollständig bei, 2) Hal»
ten wir unerschütterlich treu zu unserm wohl-
meinenden, allvcrehrten Landesfürsten u, dessen
hoher, erleuchteten Regierung. Zu ähnlichen
Beschlüsscn haben sich auch dic Lehrer des Be-
zirks Meßkirch geeinigt.

A r a n k r e » ch

Paris, 18, Mai, Dem gesHgcbcnden Kör-
per wnrde heute ein Gesetzentwurf vorgelegt,
dcr die Stadt Paris ermächtigt, ein in 80 Zahren
rückzahlbareS Anlehen von 250 Millionen anf-
zunchmen,

Neueste Nachrichteu.

Wien, 19. Mai. Unterhaus. Fortsetzung
der Debatte über den Handelsvertrag. Kaiser-
feld, Demek, Oberleitner sprechen für Annahme,
Herbst, Stamm dagegen; Hock vertheidigt den
Handelsvertrag und hebt dessen Vortheile her-
vor. Morgen Fortsetzung. Es sind noch 13
Redner eingetragen.

Wien, 19. Mai. Nach heute hier einge-
troffener officieller Nachricht sind die Unter-
handlungcn zwischcn Rom uud Ztalien unter-
brochen; vou einer Berufung Bach's ist daher
nicht mehr die Rede.

Paris, 19. Mai. Der Ausschuß der Le-
gislative hat dcn Antrag auf Veräußerung der
Staatswaldungen verworfen. — Bei Gelegen-
heit der Enthüllung des Napoleons-Denkmals
in Ajaccio hielt Prinz Napoleon eine Anrede,
worin er als die Endziele der Politik des Kai-
scrs die Entwicklung der demokratischen Frei-
heiten, die Allianz mit allen liberalen Völkern,
namentlich mit Amerika, Preßfreiheit und Ver-
einsrecht bezeichnete. Die Befugnisfe der De-
putirtenkammer würden erweitert werden, so-
bald die Demokratie vollständig organisirt sei.

* Heidelberg, 20. Mai. Nach einem so
eben hier eingetroffenencn Privattelegramm aus
Frankfurt, waren in London Gerüchte ver-
breitet, daß Kaiser Napoleonin Algier ermor-
det worden sei. Wir geben die Nachricht vorerst
nnter allem Vorbehalt, und bemerken nur, daß
die französische Rentc an dcr Frankfurter Börse
sofort um 10 pCt. gefallen ist.

Aus Baden. Die Untersuchung über die
Casinovorfälle in Mannheim ist geschlossen
nnd hat wirklich den Beweis geliefert, daß 99
von 100, wie der hiestge Bürgermeister in der
zweiten Kammer betonte, all jener Ungeheuer-
lichkeiten, welche die Rückschrittspresse darüber
berichtet, eitel Erfindungen sind. Nicht einmal
die Schöffen werden in dieser Angelegenhcit
benützt werden.. — Auf Allerhöchsten Befehl
vom 18. v. M. sind in der großh. Artillerie
die königl prcuß. Ererciervorschriften eingeführt

Vermischte Nachrichten.

Lissabon, 10. Mai. Diesen Morgen 5 Uhr 35 Min.

einic,e Glocken in den Hausern.

Karlsruhe, 13. Mai. Das nrueste Verordnungs-
blatt des Oberschulraths (Nr. 7) enthält folgende Be-
kanntmackung: Der unterm 28. Dec. 1864, Nr. 18,336
in dem Schulverordnungsblatte von 1864, Nr. 20, dies-

Jnnern ^vvm 23. Dec. 1664, Nr. 16,420, bezieht sich

Vertoosungen.

wüme^a!salle^''M."67B Äooo" Fr.. ^ Nr^87,?79
und 27,593 jedc 500 Fr., Nr. 103,5.16, 7935, 119.554
und 32,025 jede 100 Fr.. Nr. 3319, 6692, 12.017.
22.253, 46,914, 50.232, 61.900, 84,252, 107,066 und
120.613 jeve 50 Fr., Nr. 11,783, 17.922, 18,086.
28,719 . 48.017 . 50,344 , 84,206 , 92,759. 96,088 und
103,261 jede 25 Fr.

Obrigkeitliche Bekanntmachungen und Privat-Anzeigen.

Gras-Versteigerung.

Der Ertrag deS Grases von den Vicinal- und
Almendwegen hiesiger Gemarkung wird am Mitt-
woch, den 24. Mai, Abends 5 Uhr, beim Eisen-
bahn-Uebergang über die Schwetztr.ger Straße wie-
derholt verstergert.

Hetdelberg, den 20. Mai 1865.

!I. Bürgermeisteramt.

(1) Hoffmeist e r.

bing am Donnerstaa vom Etsen-

hardt'schen Bierkeller durch bie
Sandgasse bis zur kleinen Mandelgasse eine Broche
mit weißen Steinen in Silber gefaßt. Der redliche
Finder wird gebeten, dieselbe gegen Belohnung im
Eisenhardt'schen Bierkeller an Herrn ThomaS ab-
zugeben. _

Lotterie für die Gründung eines

Krankenhauses für deutsche Arme
in Paris.

Comite: Fürstin von Metternick, Präsidentin
Baronin von Scebach, Vice-Präsidentin Frau
v. Bornemann, Elliffen, Ingelbach, Otterburg,
Rauch, Reinwald, Baronin Iames v. Rothschilo,
Schickler, Baronin v. Waechter, Baronin v. Wend-
land. Secretär Maurice Elliffen. 40 rue cke la

. Erstes großes Loos: Ein Flügel von Erard,
7 Octav., v. Palisanderholz, Werth 4000 Fr.

! Zweites großes Loos: Ein silberneS Theeservice.

Drittes großes Loos: Ein Paar Porcellanvasen,
Geschenk A. M. der Königin von Prenßen.

VierteS großes Loos: Ein Damenschreibpult und
circa 3000 verscktedene Gegcnstände.

Die Ziehung findet im Laufe bes Iahres 1865
statt in dem k. k. österr. Botsckaftshotel zu Paris.

Preis der Loose: Ein Frank.

Zur obigen Lotterie find Loose in den üblichen

wie bei den nachfolgenden Herren:^

G. /etzner, Chr. Gröflcr, I. P. Ieyfried, Grnst
Mohr, Buchhandlnng'. F. Math. Nitzhaupt, I.
I. Lindau, Atößer-Müller, Ios. Atauch, L. Mc-
der, Aimon Reiß, L. Apitzer, Langel u. Schmitt,
Lellcr, Larl, Wwe., Larl Groos, Buchhand-
lung, Grnst Larlebach, Vuchhandlung, Thoinas
Gaetschenberger, Iean Lath, Phil. Limmermann,
Ferdinand Trau,

die so gütig jwaren, ihre Mitwirkung zum Vertrreb
der Loose zuzusagcu.

Heidelberg, den 18. Mar 1865.

Gebrüder Simmern.

Bei Unterzeichnetem kann man von heute an mehrere
Hundert Tausend schöne Gundy Tabackspflanzen
haben. Jakvb KvPP in Friedrichsfeld.

Todes-Anzeige.

Meine geliebte Mutter, die
Ffau Professorin

Hcnrirtte pagenstecher,

ist heute Nachmittag in ihrem
94. Lebensjahre sanft entschla-
fen. Unseren hiesigen zahlrei-
D chen Freunden widmen wir, mit
der Bitte nm ihre stille Theil-
- nahme. oiese traurtge Nachricht.
Heidclberg, den 19. Mai 1865.

vr. Pagenstechcr aen.,

für seine Frau und seine Kinder.

Eine Grzieherin, die im Deutschen, Fran-
zösischen und Klavicr Unterricht zu ertheilen
im Stande ist, wird für Kinder von 6 und 8
Jahren gesucht. Näheres Ln der Expedition
dieser Zeitung. ^

Zuvcrmlethen

Zimmer, ein Dienstbotenzimmer, Küche, Keller,
Holzraum, mit Gartengenuß, gegenüber Hotel
Schrieder, Gaisbergweg Nr. 1. s2j
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