Heidelberger Zeitung — 1865 (Januar bis Juni)

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PrLfidmIen deS Hauses. Nuch der vom Mini-
sterprästdentcn verlesenen Schlußrede brachle
der Präsident d-s Herrenhauses, Graf E. zu
Slollberg-Wernigerodc, ein Lebehoch auf Se.
Maj. den Köuig aus, in welchcs die B esainm-
lnng dreinial einstimmle. Der ganzc Schlies-
sungsact dauerle noch nicht einc »olle Viertel-
stunde. Auf den Tribünen befanden sich wäh-
rend desselbcn nnr wenigc Zuhörer. Die meisten
auSwLrtigen Landtags-Mitglicder haben schon
gestern Abcnd Berlin verlassen.

Reueste Nachrichten.

Rewyork, 8. Zuni, Nachmittagi. (Pcr
„China".) . Alle der sndstaatlichen Regiernng
gehörende Baumwolle, welche sich in dem Trans-
Mississippi-DePartcment vorfand, ist den Bnn-
destruppen ausgelicfert worden. Jn dem letzten
Zufluchtsorte, welcher dcn Wasten des Süd-
bundes noch gcblieben ist, der Hafenstadt Gal-
veston, reißt nun auch Verwirrung u. Anarchie
ein; die Anführer habcn jeglichen Halt über
ihre Truppen verlorcn. — Der Gonverneur
von Sid-Carolina, Magrath, hat sich als Ge-
fangener gestellt.

Wie», 20. Juni. Der heutige „Botschafter"
berichtet: Vorgcstern ist eine Depesche von hicr
abgegangen, welche die lctzte preußische Mitthei-
lung vom 13. d. M. bcantwortet. Oesterreich
crklärt sich mit den Weisungen, die Hrn. v. Zedlitz
in Betreff der Einleitung der Wahl crtheilt wor-
dcn, einverstanden und vcrjpricht, daß Hr. v.
Halbhuber in gleicher Art die Weisnng erhal-
ten werde, sich mit Hrn. v. Zedlitz in's Ein-
vernehmen zu setzeu. Bezüglich dcr neuerlichen
Anregung wegen Entfernung des Herzogs von
Augustenburg verweist Oesterreich auf scine
frühercn ablehnenden Aeußcrungen, indem nir-
gendswo wahrzunehmen sei, daß dcr Herzog
eine nngesetzliche Einwirkung auf die Bevötke-
rung auSübe. Bczüglich der preußischer Seits
verlangten Parität zwischen den PrLtendenten
Oldenburg und Augustcnburg wird daraus hin-
gewiescn, daß die ParitLt der PrLtendenten
nicht herstellbar sei, indem Prenßen ebenfalls

PrLtendent sei und nicht bloS Truppen !m Land
habe, sondern sogar an dcr Landesregierung
Theil nehme. Von ciner RechtsparitLt könne
eigentlich gar nicht die Rede sein, indem keine
Znstanz sür die AuStragung der allseitigcn
Rcchte bestehe.

Wien, 20. Zuui. Die Eeneralcorrespon-
denz spricht sich bezüglich der Sendung des
FLrston Hohenlohc wie folgt auS: die kaiserliche
Regierung habc bagegen nichts eingewendet,
jedoch constatirt, daß dieser Agent, weil ohne
Commissorinni der obcrstcn Civilbehörde, ohne
amtliche Autorität, bloS znr Znformation reise.
So entschlossen die kaiserliche Regierung sei,
die danische NationalitLt NordschleswigS zu
achteu, so sei doch Halbhnber nicht berufen,
sich an einer Art Generaluntersnchung zu be-
theiligen, welcher eine ganz ungercchtfertigte
VerdLchtigung der Gesammtheit der deutschen
Bcamten in RordschleSwig zu Grnnde gelegen
habe.

London, 20. Zuni. Zm llntcrhause erklLrte
gestern UnterstaatssecretLr Layard, der Handels-
vertrag mit deui Zollverein wcrde hostentlich
in wenigen Tagen ratificirt sein. Der Vertrag
enthalte keincn Tarif.

Paris, 20. Zuni. Der Moniteur meldet
dic Ünterzeichnung des HandelSvertrags mitSpa-
nien. Eine Londoner Correspondenz desselben
BlatteS constatirt, daß die gemLßigten Ansichten
dcr republicanischen Partei in der amerikauifcheu
Regierung vorznwalten scheinen. (ES !st auf-
fallend, w!e sehr die franzvsische Regierung,
indcm ste flch sortwährend Trost zuspricht, ihre
Angst vor Amerika blosstellt.)

Verniischte Uachrichteu.

Die Scidenfärber in Lyon sollen jetzt gleich-
falls ihre Arbciten eingestellt haben.
iNünchen, 16. Jum. ^Der ehemalige kgl.^KriegS-

/X Heidelberg, 20. Juui. Hr. Profesior Cantor

glieder des^VereinS ihren^Beifall in lebhaftester Weise
i^^ui.^ Jn^r^h^ute^vor^dem

B. B. 1 fl.; Ungen. 30 kr.; im Ganzen 21 fl. 6 kr.

Obrigkeitliche Bekanntmachungen und Privat-Anzeigen

Großh. Amtsgericht Heidelberg
Nr. 13296. I. U. S.

gegen

Jobann Friedrich Hoffmann von
Rohrbach, wegen Desertion
wird Tagfahrt rur Hauptverhandlung auf
Mlttwoch, den 3 Juli,

Morgens 9 Uhr,

angeordnet und hiezu der Angcschuldigte mit dem
Androhen vorgeladen, daß im Falle fttneS AuS-
bleibenS das Urtbell nach dem Ergebniß der Un-
tersuchung wrrde gefallt wrrden.

Hridelberg, den 19. Iuni 1865.

Großh. Amtsgericht:

H. Süpfle. ^ ^

Großh. Bezirksamt Wiesloch.
Bekanntmachung.

Nr. 3898. Wird Heinrich Borheimer von Hei-
delberg als Berirksagent der Elberfelder Feuerver-
ficherungsgesellschaft für den Amtsbezirk Wiesloch
htermit bestätigt.

Wiesloch, den 19. Iuui 1865.

Großh. Bezirksamt:

Ltndema nn.

I. Eberle.

Äccord-Versteigerung.

S^btgemeinde Hetdelberg bedarf zur Auf-
fullung des Neckarvorlandrs 20 Ruthrn Stein-
krampen und 16 Eubikruthen Mauerstetne, veren
Lteserung mittelst Versteigerung

am Montag, den 2L. d. M.,
Vormittags 11 Uhr,

auf dtessettiger GemeinderathScanzlet in Accord
begeben werden soll.

Die zur Uebernahme dieser Lieferungen Lust-
"^den ^ur Bersteigerung eingcladen.
Heidelberg, den 17. Iuni 1865.

Der Gemeinderath:
Krausmann.

(2)_ _ Sievert.

Accorv-Versteigerung.

Die Stadtgemeinde Heidelberg laßt auf dem
Viehmarktsplatze und bet dem sog. Hausacker in
Schlierbach an der Landstraße vor dem Besitzthum
drS Herrn Fabrikanten Carl Metz, gegenüber dem
Hause des Daniel Rohrmann, Pumpbrunnen er-
Arbeiten^"^ sollen folgende dazu nothwendige

am Montag, den 26. d. M.,

» Nachmittags 3 Uhr,

vmtelst Berstetgerung in Accord begrben werden:

2

Gie^ler'schen Hauses:

Brunnenmacher-Arbett . . . 136 fl. 42 kr.
' 57 fl. 18 kr.

2) Steinhauer-Ärbetl.

3) Pflästerer-Arbeit ..... 15 fl. — kr.

1) Brunnenmachcr-Arbeit . , . "l12 fl. 30 kr.

2) Steinhauer-Arbeit.24 fl. 48 kr.

Die Handwerksleute, welche zur llebernahme

dieser Accorde Lust tragen, werden hkerzu eingela-
den und bemerkt, daß Pläne und Kostenüberschläge
auf dem Rathhause zur Einsickt aufltegen.
Heidelberg, den 16. Iuni 1865.

Der Gemeindcrath:
KrauSmann.

(1), Sievert.

Fahrniß-Bersteigerung.

Nächften Donnerstag den 22. d. M., wird
in dem Haus östliche Hauptstraße Nro. 92, deS
NachmittagS 2 llhr anfangend,

1 Kanapee, 2 zweithürige Schränke, Bettladen
mit Rost, Bettung, gutes Weißzeug, männliche
Kleider, 1 kupferner Waschkessel, 1 Kockoftn,
Züber, Flaschen und verschiedener Hausrath
gegen gleich baare Zahlung versteigert.

Heidelberg, den 17. Iuni 1865. M

H. Ehrle, Waisenrichter

Steigerungsankündigunq.

Aus der Verlaffenschaftsmasse deS Handelsmanns
Heinrick Iacobi von Leimen werben die vor-
handenen Häuser nebst Zugehörden der Erbthetlung
wegen an den Meistbirtenden zu Eigenthum ver-
steigert, wie folgt:

1) Freitag, den 7. Iuli d. I.,

Dormittags 9 Uhr,

auf dem Geschäftszimmer des Notars zu Letmen
s) eine 2stöckige Behausung mit Scheuer,

Stall und Keller, Hofraum und Platz,
mitten im Orte Leimen neben Iust.

Endlich und Rudolf Koch gelegen,

tarirt. . . 3600 fl.

b) eine2stöcktge Behausung mitScklacht-
haus und Magazin und Keller, an
der Hauptstraße dahier neben Mina
Sekeles und dem Marktplatz gelegen,
tarirt. 1500 fl.

2) Freitag, den 7. Juli d. I.,

Nachmittags 2 Uhr,

zu Heidelbrrg in dem nachbeschrtebenen Hause selbst:
Lagerbuch, Tbeil l, Seite 290, Nr. 284.

DaS an der Mannheimer Landstraße
oder Bergheimer Straße Nr. 42 bezeich-

von Stein, dann Schopf u. zwei Schwein-
stalke mit Backofen, zur Hälste von Stein,
zur Hälfte von HoU, nebst 7 Ruthen
Nürnberger oder 18 Ruthen 54 Fuß neu
babischeS Maaß Garten, das Ganze ein-
seitS neben Adam Daub'S Hinterbliebe-
nen, andersetts neben Iulius Eisenmann,
hinten Bahnhof, vorn die Mannheimer
oder Bergheimer Straße gelegen, Anschlag 9800 fl.

Die Verstetgerungsbedingungen, wornach ein
Fünftheil des KaufpreiftS baar zu zahlen ist und
der Rest in Zielern getilgt werden kann, find bei
dem Unterzeichneten zur Einficht aufgelegt.

Leimen, den 14. Iuni 1865.

Der Großh. Notar:

Theodor Trefzer. (1)

Fahrnißversteigerung. "

Nächstkommenden Dienstag, den 27. 2«ni,
Nachmittags 2 Uhr, läßt Krau Wittwe Ren-
ner, Pfaffengaffe Nr. 11, wegen Wegzug verschte-
dene Fahrnisse. bestehend in:

Schränken, Commoden, Spiegel mit Goldrahmen,
Bettlade mit Rost, Bettung, Tische, Stühle,
etwaS Weißzeug und sonst verschiedenen HauSrath
gegen gleich baare Zahlung freiwillig versteigern.
Heidelberg, den 21. Iuni 1865.

Eschelbach, Amts Sinsheim.

Schäfereiverpachtung.

Samftag, de» I. Juli l. I.,
Nachmittags I Ulir.

wtid im btesigen Rathhause die G-Miindischäferci
znr Wintirwatdi, wilche mit 200 Släck Schafen
beschlagen wirden tann, aus S Zabre virpachtit.
Eschelbach, den 15. Zuni I8SS.

Drr Gemeinderath:

B c n d - r.

Streulaubversteigernng.

Am Montag, den 26. d. M.,
Dormittags halb 10 Uhr,
wirb in dem hiefigen, an der Heidelberg-Würzbur-
ger Straße gelegenen, Hetligenwald in der Nähe
der Carl-Lubwigs-Etcke das Streulaub von 29
Morgen Flächegehalt looSweift versteigert, wozu
Steigltebhaber eingeladen werden.

Reichartshausen, den 19. Juni 1865.

DaS Bürgermetsteramt:

Reinmuth.
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