Die Form: Zeitschrift für gestaltende Arbeit — 7.1932

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MITTEILUNGEN DES DEUTSCHEN WERKBUNDES

Anschrift der Geschäftsstelle: Berlin W62, Lützowplatz 8 II
Fernsprecher B5 Barbarossa 0522 / Postscheckkonto Berlin 153 87

15. Juni 1932

Werkbundaussteilung
„Wohnbedarf" Stuttgart 1932

Die Eröffnung fand, wie vorgesehen, am 13. Mai statt.
Eine große Anzahl geladener Gäste waren erschienen,
darunter als Vertreter der Württ. Staatsregierung Wirt-
schaftsminister Dr. Maier, ferner der Präsident des Württ.
Landtags Prof. Mergenthaler und der Oberbürgermeister
der Stadt Stuttgart, Dr. Lautenschlager, sowie die führen-
den Vertreter der Reichs- und Landesbehörden nebst
denen von Kunst, Industrie, Handwerk und Handel.

Der 1. Vorsitzende des Deutschen Werkbundes, Ge-
heimrat Dr. Bruckmann, dankte in seiner Eröffnungsan-
sprache dem Württ. Staat und der Stadt Stuttgart für ihre
wohlwollende ideelle und materielle Förderung der Aus-
stellung. Dann gab er unter Hinweis auf das 25 jährige
Bestehen des D.W.B, einen Rückblick auf das Entstehen
und die Entwicklung des Bundes, auf die ursprünglichen
Absichten, im Jubiläumsjahr die internationale Ausstellung
„Die Neue Zeit" durchzuführen, die mit Rücksicht auf die
Schwere der Zeit allerdings verschoben werden mußte.
An deren Stelle trete heute die im Umfang zwar be-
scheidenere, in der Reinheit und Klarheit ihrer Durch-
führung aber bedeutsame Ausstellung „Wohnbedarf".
Dr. Bruckmann brachte das Programm dieser Schau in
Beziehung zum Goethejahr, zu der Schlichtheit und Ein-
fachheit im Leben und in der Arbeit dieser großen Per-
sönlichkeit, wie sie auch der Werkbund in seiner neuen
Ausstellung erstrebe. Oberbürgermeister Dr. Lauten-
schlager dankte dem Werkbund und insbesondere seinem
Vorsitzenden für seine Arbeit und sprach den Wunsch
aus, daß auch diese Ausstellung den Namen der Stadt
Stuttgart in gleicher Weise in die Welt hinaus tragen
möge, wie die Weißenhofsiedlung 1927.

Der Württ. Wirtschaftsminister Dr. Maier eröffnete dann
in Vertretung des Ehrenvorsitzenden, Staatspräsident
Dr. Bolz, der infolge einer Reise am Erscheinen verhindert
war, mit den besten Wünschen der Staatsregierung die
Ausstellung.

In Besprechungen der in- und ausländischen Presse, so-
weit solche schon erschienen sind, werden die Ausstellung,
ihr sorgfältig gewähltes Material und die Klarheit der
Darstellung sehr gelobt. Der Besuch ist andauernd gut.

Arbeitsgemeinschaft Niederrhein des
Deutschen Werkbundes, Sitz Düsseldorf.
Die Gruppe „Bergisch Land" des Deutschen Werkbundes
hat sich mit der Arbeitsgemeinschaft Niederrhein ver-
schmolzen. Als Vorstandsmitglied von der Bergischen
Gruppe für die Arbeitsgemeinschaft wurde Beigeordneter
Oberbaurat Lemmer, Remscheid, gewählt und als sein Stell-
vertreter Museumsdirektor Dr. Reiche, Wupperthal-Barmen.
Zur Erledigung der rein örtlichen Angelegenheiten bleibt
die bisherige Geschäftsstelle der Gruppe in Lennep, Wup-
perstraße 1, bestehen.

Münchner Bund e.V. Am 21. April 1932 hielt der
Münchner Bund seine Jahresversammlung ab. Auf Vor-
schlag des Ausschusses wurde an Stelle des zurückgetrete-
nen Professor Abel Professor Dr.-Ing. E. h. Richard Riemer-
schmid zum 1. Vorsitzenden gewählt. Die Vorstandschaft
und der Ausschuß des Münchner Bundes setzen sich nach
erfolgter Neuwahl für die ausscheidenden Mitglieder nun-
mehr wie folgt zusammen: 1. Vorsitzender Richard Riemer-

schmid, 2. Vorsitzender Max Hoene, Kassierer Max Wie-
deranders, 1. Schriftführer Walther Schmidt, 2. Schriftführer
Wolfgang von Wersin, ferner Bruno Biehler, Henry Ehlers,
Roderich Fick, Josef Hillerbrand, Karl Knappe, Franz
Rickert. Kooptiert wurden die Herren Eberhard Hanf-
staengl, Rudolph Pfister, Paul Renner, Wolfgang Ritscher,
Max Unold und Valentin Zietara. Der Jahresbericht, der
in diesem Jahr aus Sparsamkeitsgründen nicht gedruckt
und an die Mitglieder versandt werden soll, wird in der
Geschäftstelle aufgelegt.

Die V. Internationale Dreijahres-Ausstellung für moderne,
dekorative und industrielle Kunst und für moderne Archi-
tektur Mailand 1933 hat dem Deutschen Werkbund eine
Anzahl Programme und Satzungen ihrer Ausstellung (in
deutscher Sprache) übersandt, die die Geschäftsstelle
Interessenten auf Wunsch zusendet.

Von unseren Mitgliedern

Am 11. Mai d. J. starb unser Mitglied Fritz Albers-
heim, Mitinhaber der Parfümeriefabrik Dr. M. Albers-
heim in Frankfurt a. M.

Aus dem Wettbewerb für ein Festspielplakat der Bayeri-
schen Staatstheater sind als Preisträger hervorgegangen
Kunstmaler Max Cordier, München, mit dem 1. Preis
und dem Auftrag zur Ausführung und Prof. Hermann
Virl, Gröbenzell bei München, mit dem 2. Preis.

Architekt Peter Großmann, Berlin, ist als Professor
und Leiter der Fachklasse für Innenarchitektur auf die
Dauer von fünf Jahren an die Kunstgewerbe- und Hand-
werkerschule der Stadt Magdeburg berufen worden.

Bei dem Wettbewerb um das Heinrich-Heine-Denkmal
am Rhein erhielt den 1. Preis Professor Georg Kolbe,
Berlin. Weiter erhielten den 2. und 4. Preis Arno Bree-
ker, den 3. Preis Johannes Knubel, Düsseldorf. Fer-
ner wurden fünf Zusatzpreise verteilt; unter den Künstlern,
denen sie zufielen, befinden sich Erich S c h a r f f und Karl
A I b i k e r.

Im Wettbewerb Reichsehrenmal für Berka erhielt Jos.
W e n t z I e r einen Ankaufspreis. — Bei einem engeren
Wettbewerb für ein Ehrenmal in Dortmund, Eving-Linden-
horst, bekam er mit Bildhauer Heinr. Bayer den 1. Preis
und den Auftrag.

Bei dem Ideen-Wettbewerb für ein Reichsehrenmal
wurde der Architekt Alfred W ü n s ch e , Dresden (Lei-
terer & Wünsche und Kamprad), für die Teilnahme an
der engeren Konkurrenz ausgezeichnet. Bei einem Wett-
bewerb für ein Bismarck-National-Denkmal für die Elisen-
höhe bei Bingerbrück wurde vor dem Kriege zusammen
mit dem Maler Pechstein und Bildhauer Schmidt, Berlin, das
gemeinsame Projekt ebenfalls mit in die engste Konkur-
renz und engste Wahl gezogen.

Ausstellungen

Dresden. Sächsischer Kunstverein: Vom 4. Juni bis
31. Juli „Goethe-Ausstellung Dresden 1932".

Der Frankfurter Kunstverein veranstaltet im
Oktober eine Ausstellung „Glasbau und Glasgerät".
Es sollen mit dieser Veranstaltung die Möglichkeiten dar-
gestellt werden, die das Glas als Baustoff und als Werk-
stoff heute besitzt und die es als Material für die Form des
neuen Bauens und des zeitgemäßen Geräts in hohem
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