Die Form: Zeitschrift für gestaltende Arbeit — 7.1932

Page: bi
DOI article: DOI Page: Citation link: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/form1932/0453
License: Free access  - all rights reserved Use / Order
0.5
1 cm
facsimile
MITTEILUNGEN DES DEUTSCHEN WERKBUNDES

Anschrift der Geschäftsstelle: Berlin W62, Lützowplatz 811
Fernsprecher B5 Barbarossa 0522 / Postscheckkonto Berlin 153 87

15. Dezember 1932

Der Mitgliedsbeitrag für das Jahr 1933 wird satzungsmäßig am 1. Januar fällig. Der Vorstand hat in wiederholter
eingehender Prüfung aller Notwendigkeiten und Möglichkeiten sich einmütig dazu entschließen müssen, den Min-
destbeitrag für Firmen auf RM. 80,—, für Einzelmitglieder auf RM. 16,— (statt bisher 150,— bzw. 30,— RM.) festzu-
setzen (also fast um die Hälfte zu vermindern). Wir bitten dringend, den auf dieser Mindestbasis selbsteinzuschätzen-
den Beitrag möglichst rechtzeitig und unaufgefordert auf unser Postscheckkonto Berlin Nr. 15387 zu
überweisen, damit dem Werkbund Kosten für Anmahnungen erspart werden.

Die Lieferung der Zeitschrift „DIE FORM" ist im Mitgliedsbeitrag nicht mehr inbegriffen. Wir hoffen, daß die
Mitglieder „Die Form" als das auch weiterhin alleinige Organ des Deutschen Werkbundes möglichst sämtlich be-
ziehen. Für Mitglieder beträgt der ermäßigte Jahresabonnementspreis 7,50 M. Der neue Jahrgang der Werkbund-
Zeitschrift „Die Form" erscheint im Verlag W. & S. Loewenthal, Berlin. Zuschriften an die Schriftleitung: Dr. Wil-
helm Lötz, Berlin SW 19, Grünstr. 4. Fernruf: El Berolina 5436.

Vorstandssitzung

Der von der Mitgliederversammlung am 15. Oktober
neugewählte Vorstand hielt in den Räumen der Berliner Ge-
schäftsstelle am 12. November seine erste Sitzung ab, zu
der die Herren Karl Bertsch und Direktor Karl Borst-Berlin
(vom Kunstseide-Verkaufsbüro) als Vertreter der Prüfungs-
kommission für Rechnungsabschluß und Etat, sowie Dr.
Riezler als Herausgeber der „Form" und die Herren Hö-
ring, von Pechmann und Renner als Gäste anwesend
waren, letztere zur Vertretung ihres Einspruchs gegen die
Gültigkeit der Beschlüsse der letzten Mitgliederversamm-
lung. Der Vorstand nahm den Berichtder Prüfungs-
kommission, der außer den beiden genannten Herren
noch Direktor Salzmann (von der Handels- und Gewerbe-
bcnk A.-G., Heilbronn) angehörte, dankend entgegen und
erklärte sich auch mit ihrem Vorschlag einverstanden, den
Mindestbeitrag für Einzelmitglieder auf 16,— RM.,
für Firmenmitglieder auf 80,— RM. festzusetzen. Ebenso
einmütig bestätigte der Vorstand ordnungshalber den Be-
schluß der Mitgliederversammlung, Herrn Bruck mann
zum Ehrenvorsitzenden zu ernennen und beauf-
tragte den Ausschuß für die Satzungsänderungen, seine
Rechte in den neuen Satzungen festzulegen, dahingehend,
daß der Ehrenvorsitzende Sitz und Stimme in allen Sitzun-
gen des Vorstandes und engeren Vorstandes hat.

Eine gründliche Auseinandersetzung über den Ein-
spruch gegen die Gültigkeit der Beschlüsse der letzten
Mitgliederversammlung führte zur Zurückziehung dieses
Einspruchs gegen Berücksichtigung der Vorschläge der Ein-
spruch erhebenden Partei bei den Zuwahlen zum Vor-
sland. Dies geschah dann.

Zum Vorsitzenden wurde Jäckh gewählt, zu
Stellvertretern P o e I z i g und Mies van der Rohe;
letzterer erklärte jedoch, zur Zeit nicht annehmen zu kön-
nen. Durch Zuwahl mit schriftlichen Stimmzetteln wurden
noch 15 Mitglieder gewählt, so daß der Vorstand nunmehr
besteht aus den Mitgliedern: Borst-Stuttgart, Baur, Bruck-
mann, Fischer-Essen, Gropius, Heuß-Berlin, Hilberseimer,
Jäckh, Paul, Poelzig, Rading, Reich, Riemerschmid,Schwarz-
Aachen, v. Steinbüchel, Vorhoelzer, Wagner und With
sowie den für ein Jahr Zugewählten: Behrens, Burchartz,
Gantner, Gretsch, Lauterbach, von Pechmann, Otto, Ren-
ner, Redslob, Riezler, Rupflin, Schmidt-München, von Schä-
fer, Schulz und Wagenfeld.

Die Erledigung der übrigen Punkte der Tagesordnung
wurde wegen der vorgerückten Stunde dem engeren Vor-
stand zur Erledigung übergeben.

Berliner Bund. Anfang Januar wird ein Dis-
kussionsabend stattfinden mit dem Thema „Alte und neue
Werkbundziele". Die neuen Vorsitzenden des DWB,
Jäckh und Poelzig, haben sich zu Referaten, namhafte Mit-
glieder zur Teilnahme an der Diskussion bereit erklärt. —
In weiterer Folge werden Lichtbildervorträge und Aus-
sprachen veranstaltet über „Handwerk und Maschine",
„Städtebau und Siedlung", „Erziehung und Gestaltung",
„Die kulturellen Grundlagen der Werkbundarbeit", „Neue
Filmexperimente", ferner Führungen durch Industriewerk-
stätten und Lehranstalten. — Ein ausführliches Werbe-
schreiben wird demnächst versandt.

Werkbund-Ausstellung

„Deutsches HolzfürHausbauundWohnung"
Stuttgart 1933

Die berechtigten Klagen der schwer notleidenden deut-
schen Forst- und Holzwirtschaft haben den Deutschen
Werkbund veranlaßt, den Plan für eine Veranstaltung aus-
zuarbeiten, die für eine vermehrte Verwendung von deut-
schem Holz im Hausbau und in seiner gesamten Innen-
einrichtung werben soll. Der Plan geht dahin, im Früh-
sommer 1933 in Stuttgart eine Ausstellung unter dem
Namen „Werkbund-Ausstellung Deutsches Holz für Haus-
bau und Wohnung, Stuttgart 1933" durchzuführen. Die zu-
ständigen amtlichen Stellen, Verbände und Körperschaf-
ten haben hierfür ihre Förderung und tätige Mitwirkung
zugesagt.

Programm der Ausstellung:

I.Auf einem für diesen Zweck geeigneten Gelände soll
eine Siedlung von Eigenheimen aus Holz
erstellt werden, die nach Schluß der Ausstellung stehen
bleiben und bewohnt werden. Um der Ausstellung eine
möglichst weitgehende innere Mannigfaltigkeit zu
sichern, ist beabsichtigt, diese Bauten in verschieden-
artigen Holzbauweisen vom reinen Holzbau bis zum ver-
putzten Fachwerkbau und auch für verschiedenartige
Lebensansprüche im Rahmen der heutigen allgemeinen
Lebenslage auszuführen.

Die Erfahrung zeigt, daß die städtische Bevölkerung
die Verwendung von Holzbauweisen für Landhäuser,
Wochenendhäuser usw. wie auch für Sportbauten an-
erkennt und bevorzugt, daß sie aber trotz Jahrhunderte
alter bester Erfahrungen in klimatisch ungünstig gelege-
nen Ländern dem Holzhausbau für städtische Eigen-
heime noch mißtrauisch gegenübersteht. Es fehlt daher
auch bislang in Deutschland der städtische Typ
des Holzhauses fast vollständig, der aus den For-
loading ...