Heidelberger Zeitung — 1865 (Januar bis Juni)

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Darboy ift bekanntlich ein der Regierung er>
gebener Mann.

Paris, 19. Febr. Die „Pairie" hat N»ch>
richlen a»S Mexiko, welche» znsolge dcr Gc-
neral Vicario, der sich dem ftaiser Marimilian
augeschlosien hattc, in dcr Nacht dcs 8. Zan.
Meriko verlasicn und sich nach Cucruavaca ge-
wendel hat, n», dasclbst ein Pronunciamcnto
zu Gunstcn der ultraclcricalen Partei zu ma-
chen. Die „Patrie" sügt hinzu, daß Bicarios
Unternehmen kcinerlci Anssicht aus Erfolg
habe.

Z t a l i e n.

Turin, 16. Febr. (Köln. Ztg.) Vorgesteru
ist Msgr. Speranza, Bijchos vvn Bergamo,
vor dem Unterjuchungörichter crschiencn, um
sich wkgc» der Anklagc zu vcrantwortcn, in
dcr Ausübung dcS Gottcsdicnstes tic StaatS-
einrichtungen angcgrisicu zu habcu. I» Beglci.
tung dcs Bischoss kamen meyrere Pricster und
Dicncr in Livrec. Spcranza sclbst trug daS
bischöflichc Kleid u»d scgnetc »ach rcchts und
linkS die Begcgnende» und die Beamten deS
Gerichts. Vor Gericht fing der Bischos damit
an, Einsprachc gegcn dic ihm angcthane Ge-
walt zu crhebcn; daraus thcilte cr dcm Rich-
ter, dem königl. Prokurator und dem GerichtS-
Ichreiber mit, daß sic allc Drci die höhere Er>
kommunikation verdienen, ivcil sie einen Wür-
dcnträger dcr hcil. Kirchc vor cin wcltlicheS
Gericht gcrufe» haben.

Turin, 17. Febr. Der König hat jich
mit der Turiucr Dcputation, wie die „Jtalia"
berichtct, längcr als cinc Stundc untcrhaltcn,
und namentlich anf scine große Liebc zur Bc-
völkernng Turins den Ton gclegt. Gleichtzeitig
drücktc cr scine Bcfricdigung über die jetzt wie-
der in dieser Städt hcrrjchcnde Ruhe und Ord-
nung au«; cr habc sic nur mit tiesem Schmcrz
»crlasicn und cr wcrde sich glücklich schätzen,
wenn ihm die Oblicgcnheitcn jcincr Regiernng
gcstatte» ivürdcu, nächstcns wieder einigc Tage
in sciner Gcburtsjtadt zuzubringen.

P v r t u g a l

Liffnbon, 19. Fetr. DaS Ministerium hat
in der PairSkammer eine Niederlage erlitten.
Es geht daS Gcrücht, dasselbe habe seine Ent-
lassung cingereicht nnd der Köuig dcn Visc.
da Bandeira berufen.

'A m e r i k a.

Aus New-Nork vom 8. wird gcmeldet:
Jm Sonderbundskongreß wurde die Resolution
beantragt, 100,000 Sklavcn zu bewaffncn.
Eine so cben vcröffentlichte diplomatische Kor-
resspondenz zwischcn dem Staatssekretär Se-
ward und dem Unionsgesandten Adamö in
London enthält folgendes: AdamS äußert die
Meinung, die Vcr. Staaten müßicn in Bälde
den Kricg sicgrcich beeuden oder einem Kon-
flikt mit Englaud und deffcn Alliirten entge-
gen sehen. Scward schreibt darauf, daß, wenn
der Krieg kräftig fortgeführt wird, kein Mensch
da sein würde, der dcu Nath gäbc, sich einem
auswärtigen Angriff zu unterwerfen. Seward

schreibt eS der Eifersucht gegen die Ver. Staa-
ten zu, daß die europäischcn Mächte den Um-
sturz der mcxikanischen Republik gebilligt ha-
ben. Goldagio 110, Wechsel auf London 232,
Baumwolle 85.

Nencste Nachrichten.

Hamburg, 20. Fcbr. Laut cinem Wiener
Telegramm deS „Unparteiischcn Corresp." macht
dic Budgctvorlagc in Parlamenlskreisen eincn
ungünstigcn Eindruck, weil daS vorauSsichtlich
doch als Friedensjahr zu bezeichnende Jahr
1866 wieder mit cinem Gesammtdeficit von
291/2 Millionen Gulden abgeschlossen habe,
deffen Bedeckung zum größeren Theile eine Cre-
ditoperation nöthig machen werde.

TrLest, 20. Febr. Die jüngstc Ucberland-
post meldet, daß der Herzog von Brabant am
11. Januar in Kalkutta eingelroffen und am
15. nach Benarcs und Oberindien abgereist ist.
Der Feldzug gegen Bhutan nimmt einen gün-
stigen Forlgang Dcr Emir von Kabul hat
seine drei Sticfbrüder verrätherisch festgenom-
men. Vier russische Gesandte sind mit Ge-
-schenken in Bukhara angekommen. Die Nussen
proclamirten in Taschkend, daß in deu nächsten
zwci Jahren keinc L>teuern crhoben, werben.
Tausende von Arbeitern sind zum Straßenban
nach Bukhara angeworben.

Mannheim, 19. Febr. Die Absichl, da-
hier ein sog. wanderndes Casino abzuhalten,
hat gestern eine Anzahl katholischer Bürger
veraulaßt, sich zu einer Besprcchung zu vcrei-
nigcn, die dagegen zu unternehmcnden Schritte
zu bcralhen. Die Absicht der Veranstalter der
wandernden Casinos, das in Uebereinstimmung
dcr gesetzlichen Faktoren crlasscne Schulgesetz,
durch einscitige Schritte bei dem cineu dersel-
bcn zu bcseitigen, ward als einc ungesetzliche
bezeichnct; nächsten Mittwoch, den 22., Mit-
tagS 3 Uhr, wird im großen Saale deS Hof-
theaterS eine öffentliche Versammlung abgehal-
ten wcrden, worin eine Dank-Adrcsse an
S. K. Hoheit den Großherzog für sein verfas-
sungstreues Eintrcten in dieser Angelegenheit
verlesen und uuterzeichnet werden soll. Dort
haben alle Bürger Gelegeuheit, ihre Gesin-
nungcn in dcr Schulsache zu bethätigcn. (M.J.)

Aus Baden. Der Gcmeinderath in
Mannheim hat beschlossen, eincm mehrfach
ausgesprochenen Wunsche zn willfahren und
die Straßen der Stadt mit Namen zu vcrse-
hen. — Se. K. H. der Großherzog habcn
Sich gnädigst bcwogcn gefunden, den von der
Gemeinde Kadelburg aus den drei ihr bezeich-
neten Bewerbern gewählten und präscntirten
Pfabrverwcser Otto Greiner in Broggingen
zum Pfarrer in Kadelburg und den von der
Gcmeinde Zaisenhausen aus d'en drci ihr be-
zeichnetcn Bcwerbern gewählten und präscn-
tirten Pfarrer Karl Kilian von Flchingen
znm Pfarrer von Zaisenhausen zu ernennen. —
Se. Exc. der Hr. Erzbischof hat di^ Pfarrei
Noggenbcuern, Dckanats Linzgau, dem biS-
herigen Pfarrverwescr von Großschönach, Jos.

Günther, verliehcn, und ist derselbe am 10.
Jan. d. I. kirchlich eingesetzt worden. — AuS
KarlSruhe erfährt der „Sch. M.", daß noch
andere Eisenbahnanschlüsse, als jener bei Tutt-
lingen, zwischen Baden und Würtemberg für
den Seckreis vcreinbart worden sind. Dahin
gehört cinmal der Anschluß an die Radolfzell-
Mcßkircher Bahn, die in 1*/, Jahren vollen-
det sein soll. Gleicherweise soll bei Friedrichs-
hafen oder an einem weiter nördlich gelcgenen
Punkte ein Anschluß für die deutsche Boden-
1>gürtelbahn erfolgen. Damit ist dcn Wün-
schen der Bewohner am Sce Rechnung ge-
tragen.

Vermischte Nachrichten.

Dom Bodensee- 15. Febr. Kaiser Napoleon III.

qende Gescheiike gemachl: 1000 Fr. sür den Secundäi-
schulsoiid ^600 Fr.^ für dei^K^chipiel-D . 200,

kath. und prot. Ol tsschulraths ^unter dem Vorsitze deS
Hrn. Geh.-Rath Mittermaier, sollte die Auisicht
über die hiesigeu Privatschuleu den ersten Gegenstaud

mehr^ gc!zeben werdeu), als auch der Ausgaben in der
Schule znr^Pflichl gcmacht. Zwischen 8 und 11 Uhr

zu^wiesen von den Herren Dr. Miltermaier uiid Dr.
Wolff je 12 kr., wosür dankl Ander st.

Berichtigung.

Nttinmer der Artikel vom t9. Febr. auS Heidelberg,
statt „AnS Baden" datirt. '

Obrigkeitliche Bekanntmachungen und Privat-Anzeigen.

Großh. Amtsgericht Heidelberg.
H^nrich Neisinger von Doslenhcim hat we-

bekannt, und bitten wir dahcr nm Fahndung und
Einlieferung drsselbcn.

Heidclberg, ven 1Z. Februar 1865.

Großh. Amtsgericht:

H, Süpfle. ^ ^ ^

Großh. AmtSgericht Wiesloch.

Dte Wittwe deö Michael Hirfch Bodcnheimcr
von Malsch, Babette geb. Marr hat um Einwei-
sung iii den Bcsitz nnd die Gewähr ber Hinter-
lasscnschaft ihreS am II. Augnst 1863 verstorbenen
Ehemannes gebelen. Dicsem Begehren wird ent-
spxochen, wenn nicht binnen 2 Monaten dahier
Einsprache dagegen erhoben wird.

Wiesloch, den 18.Fcbruar 1865.

Großh. Amtsgcricht:

_ Hördt.

Holzversteigerung.

Am Montag den 27. und Dienstag den 28.
d. M, jeweils VormittagS 9 Uhr anfangend,

wrrden ans dem Hcidclberger Stadtwalde Distrikt
1, Abtheilung 15 „Drachcnhöhle", Schlag Nr. 3,
nnd von Wlndfällen rc. herrührend aus den be-

! Rntzb-lzttötz-r,

1 Birkrn

Scheitholz,

! Klotzholz,

Prügelholz,

I4V.

Klafter buchen l

5'/.

„ eichen /

6lV.


4'/.


86


37'/,


42






50 Stück kastanienc r

Wellen.

1250 „ buchene

238 „ eichcne

3934 -„ gemisckte )

Dies mird mit dem Anfügcn öffcntlich bekannt
gcmackt, daß am 27. d., Vormittags, das Klafter-
bolz, Nachmittags die Wellen, und am 28. d.,
Vormittags, das Nutzholz zur Versteigcrung auS-

Hcidelbcrg, den 14. Fcbruar 1665.

Der Gemeinderath: ^

Holz-Verstergerung.

Freitag ^dcn 24.^d. M., Vormittags 9 Uhr,

4 „ Ahori/,

7 „ Pappeln,

20 „ Rüster,

16 Klafter gemischtes Brennholz und 1089 Stück
gemischte Wellen versteigert wcrden.

Schwetzingcn, den 18. Februar 1865.
Großh.^Garteninspection:

als Toilcttcartikel ein
äußerst fein und angenehm
duftendcS Haaröl liebt, der
bcdicnc sich dcs

IL8I» Iip«»1vr-Oel8

von B. Plkimks i» Eöln a. N. — pr. Fl.
10 Sgr. Depot in Heidclbcrg; sljs

H. Bvrl-ciilicn, Hcngassc Nr. 1.

Zu verfailfen ein Hcbgeschirr sür Zim>
inerlcute. Wo? sagt die Expedition d, Bl.
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