Kunst und Künstler: illustrierte Monatsschrift für bildende Kunst und Kunstgewerbe — 27.1929

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BERLIN

ARIST1DE MAILLOL, POMONA

AUSGESTELLT IN DER GALERIE A. FLECHTMEIM. HIT ERLAUBNIS DER D.D. A.

MAX SLEVO

Die Presse hat meines sechzigsten Geburts-
tages besonders eingehend gedacht, sie hat mir in
vielen ausführlichen Gratulationsaufsätzen gesagt,
was sie an meinen Arbeiten liebt und nicht liebt,
und hat mich damit zum Weiterschaffen angeregt.
Ich benutze „Kunst und Künstler", das älteste Ver-
bindungsglied zwischen mir und der Öffentlich-
keit, um dafür öffentlich Dank zu sagen, da die
geltende Sitte den privaten Dank des Künstlers an
die Kritik nicht zuläßt.

Mit der Eröffnung des neuerbauten Verbindungsganges
zwischen dem Völderkundemuseum und dem ehemaligen
Kunstgewerbemuseum ist Bodes Plan eines asiatischen
Museums in allerdings veränderter Gestalt Wirklichkeit ge-
worden. Man gelangt nun aus den Räumen, in denen indische
Plastik gezeigt wird, durch die ausgedehnten Turfansamm-
lungen, die sich auch über die sämtlichen neuen Säle des
Uberganges ausgebreitet haben, in die ostasiatische Kunst-
abteilung. Nachdem mit der Ernennung Otto Kümmels zum
Direktor der asiatischen Sammlungen die notwendige Per-
sonalunion hergestellt wurde, ist nun auch die räumliche Ein-
heit geschaffen, und man darf erwarten, daß die weitere
Entwicklung des asiatischen Museums die Möglichkeiten nutzen
wird, die sich aus der glücklichen Ordnung der Verhältnisse
ergeben. Noch harrt eine Reihe von Sälen der Einrichtung.
Noch sind wichtige Kulturkreise des östlichen Asien nicht
dargestellt. Notwendig ist auch ein Ausgleich zwischen den
Sammlungen für Völkerkunde und für Kunst, die sich jetzt
eine merkwürdige Konkurrenz machen. Endlich möchte man
in der indischen Abteilung Originale und Gipsabgüsse rein-
licher voneinander geschieden sehen.

*

Die Ausstellung chinesischer Kunst, die von der Gesell-
schaft für ostasiatische Kunst in Gemeinschaft mit der Aka-
demie der Künste zu Berlin im Anfang des nächsten Jahres
veranstaltet wird, verspricht eine der bedeutendsten Schau-
stellungen ihrer Art zu werden. Privatsammler und Museen
des In- und Auslandes haben ihre Beteiligung zugesagt. Eine
große Reihe hervorragender, noch nie öffentlich gezeigter
Stücke ist bereits für die Ausstellung gesichert.

GTS DANK

Bei derselben Gelegenheit danke ich allen denen,
die meiner am 8. Oktober freundlich gedacht haben
und denen ich persönlich nicht schreiben kann,
weil ich sonst für längere Zeit das Malen aufgeben
müßte. Jeden Zuspruch bewahre ich in dankbarer
Erinnerung.

Neukastel bei Landau
Pfalz

Max Slevogt.

122.
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