Kunst und Künstler: illustrierte Monatsschrift für bildende Kunst und Kunstgewerbe — 27.1929

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MAURICE DENIS, HULDIGUNG FÜR CEZANNE

PARIS, LUXEMBOURG-MUSEUM

DIE NEUEN SALE DES LOUVRE UND DES LUXEMBOURG

VON

MARIE DORMOY

TT^ine Neuanordnung unserer nationalen Museen hatte sich
' als notwendig erwiesen, und zwar aus zweierlei Grün-
den. Erstens, weil nach den Statuten die Werke von Künst-
lern, die seit mehr als zehn Jahren tot sind, Anspruch dar-
auf haben, ins Louvre überzusiedeln, zweitens, weil man das
Luxembourg seiner ursprünglichen Bestimmung wieder zu-
führen wollte, nämlich ein Museum für zeitgenössische Kunst
zu sein. So finden wir jetzt die Schule der Impressionisten,
ihre Zeitgenossen, und die einst mit solchem Eklat zurück-
gewiesene, jetzt so berühmte Sammlung Caillebotte im
Louvre. Sie sind dort in den beiden Sälen untergebracht,

die vordem die Schenkung Tomy-Thierry beherbergten
und in einem anstoßenden Raum, dem Saal Caillebotte,
in dem sich die Perlen der Sammlung mit einigen neuen
Schenkungen und Erwerbungen befinden. — Den Ehrenplatz
nimmt Manet ein mit seiner Olympia, die von dem Balkon
und dem Porträt Emile Zolas flankiert wird. Leider ist das
helle Grau der Wandbekleidung, auf dem die Renoirs und
Cezannes so wundervoll wirken, für die Manets nicht günstig:
es macht sie farbloser und gelber, während sie in dem „Saal
der Stände" voll zur Geltung kamen. Außerdem hängen
dort noch das Porträt von Clemenceau, das dem Ruhmes-

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