Kunst und Künstler: illustrierte Monatsschrift für bildende Kunst und Kunstgewerbe — 27.1929

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PAUL CEZANNE, DER SEE

MIT ERLAUBNIS DER D.D. A. (GALERIE FLECHTHEIM)

CHATEAU N Ol R

VON

TI LLY WENCKER

Aix en Provence und Cezanne: das ist jetzt wohl
* für die meisten ein untrennbarer Begriff; daß
dies jedoch nicht unbedingt richtig ist, will ich
versuchen zu erzählen.

Ich wanderte durch die liebenswürdige kleine
Provinzstadt und überlegte hin und her, wo und
wie ich dort ein passendes Unterkommen finden
könnte. Meine negativen Erfolge in dieser Hin-
sicht hatten mich etwas bedrückt, und indem
ich sinnend weiterging, kam ich, außerhalb der
Stadt, in ein kleines grünes Tal. Dort sah ich

einen jungen Studenten, der vor seiner Staffelei
stand. Ich raffte mein Französisch zusammen und
sprach ihn an: „Wie und wo und nicht zu teuer
usw.". Liebenswürdig, wie alle Franzosen, beredete
er sich mit mir und sagte dann: „Madame, gehen
Sie nach Tholonet, es ist sechs Kilometer von hier,
aber es wird Ihren Wünschen entsprechen."

Tholonet, das Wort war gefallen, und wie
stark dies auf mich einwirken sollte, lernte ich
erst viel später einsehen.

Mit frischem Mute machte ich mich andern
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