Kunst und Künstler: illustrierte Monatsschrift für bildende Kunst und Kunstgewerbe — 27.1929

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LE I B L

ZUR AUSSTELLUNG IN DER AKADEMIE
VON

KARL SCHEFFLER

WILHELM LEIBL, SELBSTBILDNIS
ZEICHNUNG. KOHLE. 1898

f^\er Arbeitsausschuß dieser großen und schönen Ausstellung
von Bildern, Zeichnungen und Radierungen Wilhelm
Leibis nennt den Künstler im Vorwort des Katalogs den „größ-
ten deutschen Maler der neueren Zeit". Und Max Liebermann
nennt ihn eine Seite weiter „das größte deutsche Malingenium
seit der Renaissance". Das sind Worte, die zu einer unbedingten,
von aller Kritik genesenen Bewunderung einladen.

Und doch wiederholt sich hier die oft gemachte Erfahrung,
daß man mit der Beurteilung eines großen Talents nie fertig
ist, daß man sich mit ihm in jedem Lebensalter neu auseinander-
setzen und es mit den erworbenen Erkenntnissen prüfend in
Verbindung bringen muß. Der Fall Leibi schien einfach, klar
und längst erledigt. Man zählte diesen Maler den modernen
Klassikern zu und hatte ihm seinen Rang angewiesen, wie die
eben mitgeteilten Aussprüche zeigen. Dennoch bedarf das Ur-
teil nochmals der Nachprüfung. Denn ist Leibi wirklich der
„größte deutsche Maler der neueren Zeit", so wollen andere

Anmerkung: Als Maler des in dem Katalog der Leibi-Ausstellung
unter Nr. 70 genannten Bildnisses eines bayrischen Offiziers hat sich der
1858 geborene Maler Professor Hans Blum in München gemeldet.

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