Kunst und Künstler: illustrierte Monatsschrift für bildende Kunst und Kunstgewerbe — 27.1929

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J

GEORGE GROSZ, JUNGES MÄDCHEN. ZEICHNUNG

GEORGE GROSZ

AUSSTELLUNG VON ZEICHNUNGEN UND AQJJARELLEN
IM VERLAG BRUNO CASSIRER

VO N

KARL SCHEFFLER

A Tan kennt den guten Rat Goethes, nach
-L'-*- der Betrachtung von Kunstwerken zu ver-
suchen, die Natur mit den Augen des Künstlers
zu sehen. Dieser Rat wird unwillkürlich immer
befolgt, wo es sich um Arbeiten eines starken Ta-
lents handelt; man kann sich dann dem Sehzwang,
den der Künstler ausübt, gar nicht entziehen.

George Grosz ist ein solches Talent, das zu
zwingen weiß. Überall auf der Straße, in den

Restaurants, in dem ganzen westlichen Stadtgebiet,
das sein Berliner Jagdrevier ist, wird man an Typen
erinnert, die die enthüllende, anklagende, sicher
zielende Kraft seiner Zeichnung der Natur nach-
schafft. Wie von selbst sagt man: Sieh da, Grosz!
Das ist ein großer Erfolg, es ist der Beweis einer
ursprünglichen Begabung. Manchmal, vor allem
im Anfang, ist es nicht erfreulich, mit den Augen
dieses schonungslosen Beobachters zu sehen; das

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