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Pauli, Johannes; Bolte, Johannes [Editor]
Schimpf und Ernst (1. Theil): Die älteste Ausgabe von 1522 — Berlin: Herbert Stubenrauch Verlagsbuchhandlung, 1924

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https://doi.org/10.11588/diglit.57346#0089
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Schimpf und Ernst c. 6z-6S

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einmal da gieng ste für eins Burgers Huß anhin, der het ein Atzel, die schrei
über die Klosterfrau: ^Hürensack, Hürenfack', als dan die Atzten den Kraven
Huren sagen. Sie Klosterfrau erschrack und sprach Zü ir selber: ^wer hat dir
mein Heimlicheit gesagt?' und meint, als geschriben stot: ^Ser Himmel vürt
dein Sünd offenbaren', und bessert sich und thet nit me Unrecht.
VH. Von Pfaffen.
Von Schimpff das 67.
Vie ein Pfaff vier Guldin ußgab.
s was einmal ein Priester, der gab alle dar dem Kischgal fier
Guldin, das er im die Kellerin mitrüven ließ. Sas Hel er nun vil Aar
geben. Hindennach thet er sie von im und lebt küschlich. Ser Kischgal
kam und volt aber die fier Guldin haben. Ser Priester sprach: ^Lieber Her der
Kischgal, ich hab das Lehen nit me, von dem ich euch die fier Guldin geben hab.
Ein anderer hat fie setz, den heissen euch die fier Guldin geben!' sKaceta
responflo.I
Von Ernst das 68.
Ser Priester gieng im Lot.
1 ßf einmal was ein Priester in einem Dorff, der Hel Kind und
I I was ein Spiler, und vorden seine Underthon von im geergert, und vas
ein güter predicant» aber die Menschen folgten seinen wercken me dan
seinen Worten. Ser güt Priester gedacht: ^wie thetestu im, das du die Lüt
uff den rechten weg brechtest?' Und uff einmal gieng er mit dem Sacrament zü
einem Siechen, und gieng die gantz Gemein dem Sacrament nach. Sa gieng
der Priester durch allen Treck und Kat, va es an dem allerdieffesten vas. Sie
erber Lüt giengen den subern weg über die Blöcher und Stein, vie dan in den
vüsten Sörffern sein. Sa nun der Priester mitten in dem Sreck was, da kart er
sich umb und sprach zu dem Kolck: ^Lieben Underthonen, varumb gon ir mir
nit nach?' Sie sprachen: wir haben ein güten subern weg» was vollen vir
in dem Kat thün?' Sa fieng der Priester an und predigt inen, also sotten fie im
auch nit nachfolgen in dem unreinen weg der Laster, so fie den reinen weg
der Tugend Helten etc.

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