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Pauli, Johannes; Bolte, Johannes [Editor]
Schimpf und Ernst (1. Theil): Die älteste Ausgabe von 1522 — Berlin: Herbert Stubenrauch Verlagsbuchhandlung, 1924

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https://doi.org/10.11588/diglit.57346#0145
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Schimpf und Ernst c. 154—157

105
derselb teüffen. Doch fo so! einer nit sein eigen Kind teuffen. 9a es nun ge^
taufst ward, da starb es. Ser Buer thet es in ein Schindellad und bracht es
dem Priester und sprach zu seinem Sun: ^Nim das Kalb in dem Stal an einem
Seil und bring es hernach l' Sa der Buer mit dem Kind zü dem Priester kam
da bat er in, er folt das Kind in das Geweicht vergraben, er Hel es getaufft.
Ser Priester sprach: ^ie sprachstu, da du es taufftest? Ich wil es wissen/ Ser
Buer sprach: 'Also sprach ich: Ich lauff dich in dem Namen des Vatters und
des heiligen Geists, amen/ Ser Priester sprach: ^K?a bleibt der Sun?' Ser-
Buer sprach: 'Ser Sun kumpt hernach und bringt ein Kalb, das wil ich euch
schencken, das ir es mir in dem Ktrchoff vergraben/ Ser Priester nam das
Kalb, das Kind was im wol getaufft, und ließ es vergraben.
Von Schimpfs das 156.
Ser Sauhirt glaubt ntt tn den Geist.
1 ßf einmal rett ein Bischoff über Keld mit 20 Pferden. Sa er
H I also über das Keld reit, so sicht er einen Sauhirten, der lent sich uff den
Stecken und hüt der Sau. Ser Bischoff sprach zü seinen Sienern: 'Ich
muß reiten zü dem Hirten und muß mit im disputieren.' Ser Bischoff reit zü
dem Sauhirten und grüßt in und sprach zü im: 'Bistu auch ein Cristen?'
Ser Hirt sprach: 'Sa, solt ich ntt Cristen sein?' Ser Bischoff sprach: 'Glaubestu
auch in die Sreifattikeit, in den Vatter, Sun und den heiligen Geist?' Ser
Hirt sprach: 'Ich glaub wol in den Vatter und in den Sun, wan die Sau sein
ir, aber in den heiligen Geist glaub ich ntt, es ist keiner in unserem Sorff, der
der heilig Geist heißt.' Ser Bischoff lacht und sprach: 'Su hast wol geantwurt/
XV. Von der Hoffart.
Von Ernst das 157«
Lonstanclus duckt sich under den Dogen.
s was ein Keifer, der hieß Constancius, ein kleines Mentin
von Person. Sa er zü Nom solt ynreiten, wie dan ein Keffer solt, da
er nun vnreit, da empfiengen in die Römer mit einer höflichen Red,
wie es dan billich war. Und darnach dancket der Keffer Constantins inen auch
höflich, wie sie weise Lüt weren und es wer keiner wider in, er wer würdig selber
Keffer zu sein, und streich inen wol das Helmlin durch das Maul. Nun was
Rom also gebuwen, wa man durch die Bogen und Gewelb triumphales reiten
 
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