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Pauli, Johannes; Bolte, Johannes [Editor]
Schimpf und Ernst (1. Theil): Die älteste Ausgabe von 1522 — Berlin: Herbert Stubenrauch Verlagsbuchhandlung, 1924

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https://doi.org/10.11588/diglit.57346#0106
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Johannes Pauli

S6

Von Schimpff das 94.
Ser dem Tüfel ein Liecht uffzünt.
s was ein Bauer, der zürtt allemal ein Meßliechtlin an für
das heilig Sacrament und gieng dan hinder den Altar, da stünt der
Tüfel gemalet an einer Tasten, dem zünt er ein Liecht an. Ser Priester
het das etwan dick gesehen und meint, er wer nit güt Cristen, und nam in
darumb für. Ser Bauer sprach: ^3ch thü es nit von Unglauben, als ir meinen,
lieber Her. Ach thü es uß güter Meinung, ich zün Got dem Herren ein Liecht
uff, das er mir Gütz thü, und zün dem bösen Geist eines uff, das er mir nichtz
Böß thüg/
Also sollen die Menschen nit dorechter sein dan diser. Su nimst etwan der
Stat Soldner und Knecht in dein Hauß, das fle dir nichtz Böses züfiegen, so
nim ein Armen, ein Geistlichen, der Gottes Siener ist, auch in dein Huß, das
dir Got Gütz thüg!

IX. Von ungelerten Lüten.

Von Schimpff das os.
Ser Sapst fragt, ov ein hüvfch Kich oder Tier auch edel wer.
s kamen uf einmal vil edler Lüt uß tütschen Landen gen
Rom, zü Sant Peter und Gant Paulum zü süchen. Es kam dem Babst
für, da wolt er inen ein Er anthün, das ste dan hie uffen möchten
sprechen, fle Helten den Babst gesehen, und schickt nach inen. Sie kamen.
Nachdem und fle im seine Küß geküffet hetten und Er entbotten, als billich
was, darnach stünden fle vor im. Er sähe fle an und ret jetzt mit disem, dan
mit jem. Sie kunten schier alle Latin und retten vernünfftiglichen mit dem
Babst. Sa was einer under inen, der die andern alle übertraff in Person, in
Kleidung, in Hübsche, mit dem wolt der Babst insunderheit reden und fraget
in in Latin, wer er von dem Geschlecht wer. Sa antwurt einer under inen:
^Heiliger Vatter der Babst, er kan kein Latin noch welsch/ Sa sprach der
Babst: ^Es ist ein hübsch Kich/
Sas namen die anderen in ire Oren, und sollen es billich alle Edellüt in ire
Oren nemmen, da fle ire Kind zü Schül sollen thün, das fle Zucht und Kunst
leren, und wa fle hinkumen, das fle mit den Lüten künnen reden, und stet
wol bei einander Zucht und Kunst. Wan wer zünimet in der Kunst, und nit
 
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