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Pauli, Johannes; Bolte, Johannes [Editor]
Schimpf und Ernst (1. Theil): Die älteste Ausgabe von 1522 — Berlin: Herbert Stubenrauch Verlagsbuchhandlung, 1924

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https://doi.org/10.11588/diglit.57346#0252
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2L2

Johannes Pauli

Sa dy Meß uß was, da berüfft in der Labst und fragt in, was er damit meint.
Ser Abenthürer sprach: ^Mein Wirtin hat mich also heissen thün/ Ser Labst
schickt nach der Wirtin und fragt sie, warumb sie ire Gest also lert betten. Sie
Wirtin wolt es nit gethon haben und löcknet es fast. Sa sv nun wider heim^
kamen, da sprach der Abenthürer: "Krau Wirtin, geben mir die hundert Gul"
din! Ser Labst hat mit euch geredt und ir mit im auch/ Also müst die Krau im
die hundert Guldin geben.
^>on Ernst das 34S.
Ein SaVst ward vsrdampt.
L ßf einmal Was ein Babst kranck, der gab seinem Caplan
8 s seinen Gewalt, das er in der Beicht absolvieren mocht für Pein und
für Schuld. Ser Labst starb und ward verdampt. Sarnach erjchein der
Labst dem Caplan mit einem trurigsn Angesicht und in einem kleglichen Lleid.
Ser Caplan sprach, ob er der Labst wer. Er sprach: ^Ia/ Ser Caplan sprach:
^Wie erscheinen ir mir so erbermglich?' Ser Labst sprach: ^Ich bin verdampt/
Ser Caplan sprach: ^Warumb? Ir haben doch die Absolutz und volkumnen
Ablas erworben/-^Es ist war', sprach der Labst, ^aber Cristus hat den Ablaß
nit angenumen noch sigilliert/ — Spricht Soctor Jacobus Cartuflensis, der
dis beschreibt: lSi in viridi ligno, id est in capite, hoc fit, in arido guid erit,
in subditoj.
XXXVI. Von Straffen.
Von Schimpff das zqy.
Ser Bauer fraß fLnftziff Awiblen.
s Was ein Buer, der Wider sein Aunckern het gethon. Ser
Juncker ließ in sahen und gab im die Wal uff in dreien Straffen, ent>
weders er solt 50 rowe Züblen effen, oder 50 Streich uff seinen blossen
Rucken lassen schlagen, oder 50 Schilling geben. Ser Buer was reich und
sprach: ^Ich wil die Züblen effen/ Und da er drei oder fier gessen het, da mocht
er nit mer effen, sie rächen im in die Raffen. Sa wolt er die Streich leiden.
Sa er auch drv oder fier Streich geleid, da wolt er erst das Geld geben.
 
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