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Pauli, Johannes; Bolte, Johannes [Editor]
Schimpf und Ernst (1. Theil): Die älteste Ausgabe von 1522 — Berlin: Herbert Stubenrauch Verlagsbuchhandlung, 1924

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https://doi.org/10.11588/diglit.57346#0142
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102

Johannes Pauli

X!II. Von den Zauberern.
Von Schimpff das 150.
Ssr Hafen sod, die Tesch liess heim.
s füren uff einmal vil Lauflütmit einander. Und des einen
K^uffmans Krau het einem attenxoeib ein Guldin geben, fle soll sie leren,
das ir Man ir auch nach müst gon, und sprach, sie hei gehört, wie man
es den Mannen an kürtt thün, das sie den Krawen nach müsten laufen. Sas
alt Weib lert sie es. Uff einmal satzt die güt Krau an den Man, er solt ir Har
von den Augbragen geben, und da sie in lang het darumb gebetten, da sprach
der Man: ^Ia, biß Samstag gang ich on das zü dem Scherer, so wil ich es
empfahen, und wil es dir bringen/ Nun trüg man zü derselbigen Zett lang"
geharts Teschen, als die Köcher sein, da schneid er das Har ab und thet es in
ein Papeierlin und bracht es der Krawen.
Sie Kaufiüt ritten hinweg, und da sie zü Nacht an die Herberg kamen, da
henckt er die Tesch an die wand und saß über Tisch. Sie Krau macht ir Gefert
daheim mit dem Har, die Tesch fieng an der wand an zü dantzen, die andern
Kaufleut sprachen: ^Sihe, wie thüt dein Sesch!' Uber ein weil thet sie noch
vil letzer, und zü dem dritten sprang sie von der wand. Ser Kauffman sprach:
^Thün die Thür uff! Sie wil villeicht widerumb heim/ Sie Tesch walet sich
umb eins über das ander, bist fle widerumb heimkam, und da sie zü der Häufle
thür kam, da rumplet fle an der Thür. Und da es die Krau hort, da liess fle
bald zü der Thür und meint, ir Man wer da, so war es sein Sesche. Sa sähe
fle wol, das sie betrogen was.
Und da es nun Tag ward, da rett der Kauffman widerumb heim und schlüg
die arm Krau fast übel, das fle wol gewar ward, das ir Man widerumb
kummen was.

Von Schimpff das 151.
Sas Weib segnet sich vor dem Pfaffen.
gienge uff einmal ein alt Vsteib an einem Morgen frü zü
hex Kirchen. Sa begegnet ir ein Priester, da macht sie wol sechs oder
acht Crütz für sich. Ser Priester sprach zü dem Weib: darumb segnen
ir euch also vor mir? Ich bin doch ntt der Tüffel/ Sie Krau sprach: "Es hat
mir nie gefeit, wan mir ein Priester bekam an eim Morgen frü, das mir ntt
 
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