Universitätsbibliothek HeidelbergUniversitätsbibliothek Heidelberg
Metadaten

Pauli, Johannes; Bolte, Johannes [Editor]
Schimpf und Ernst (1. Theil): Die älteste Ausgabe von 1522 — Berlin: Herbert Stubenrauch Verlagsbuchhandlung, 1924

DOI Page / Citation link: 
https://doi.org/10.11588/diglit.57346#0272
License:

DWork-Logo
Overview
loading ...
Facsimile
0.5
1 cm
facsimile
Scroll
OCR fulltext
2Z2

Johannes Pauli

x>on dem bittern Ernst das 3§s.
Sie in Saxen tantzten ein Zar.
ü den Zeiten Keifer Henrichs des andern in seinem ze henden
Zar ist ein Sorffin Saxen,da hat sich ein sämerlich Sach begeben. Zndem"
selben Sorff ist Sanctus Magnus Patronen derselben Kirchen was ein
I Priester, der hiesi Ropertus. Zn der Weihennacht, da er die erst Meß
zü Mitternacht anfieng zü singen, da fiengen 18 Personen auch an zü
singen und zü dantzen uff dem Kirchhoff, Kranen und Man. Und einer hieß Oth"
bertus, der het das Spil zügericht, und irten den Priester ob dem altar, und
er entbot inen, sie solten uffhören schreien, aber sie nölten es nit thün. Sa
sprach der Priester: ^Nun nöl Got und Sanctus Magnus, das ir ein gantz
Zar dantzen müsen!' SerKIüch kam sie an, und kunten nit me uffhören dantzen.
Ser Priester het auch ein Sochter da dantzen. Zr Brüder lieff hinzü und er"
nust sein Schnester bei einem Arm und nolt sie von dem Santz reissen, da
zert er ir ein Arm von dem Leib on Blüt. Und dantzten die 18 Personen und
sungen darzü ein gantz Zar, on Essen und Trincken und on Schlaffen, und
kam kein Regen uff sie noch kein Schne. Und dantzten ein Grüb, die inen bis
an den Gürtel gieng, sie wurden nit müd, ire Kleider und ire Schüh namen
nit ab, das Santzsn triben sie ein gantz Zar. Sa nun das Zar herumbkam,
da kam ein Bischoff von Köln dar, der hieß Herebertus, und absolvieret sie
von dem Bann, das sie die Aend von einander gon liessen, und fürt sie in die
Kirchen für Sant Mangen Altar und absolviert sie von iren Sünden. Sie
Sochter des Priesters mit zweien andern Krawen stürben gleich, die andern
entschliessen und schliessen drei Nacht und zwen Tag. Etlich stürben und theten
Zeichen, wan fle fast grosen Rüwen hetten für ireSünd und dantzten wie halb"
dotten Menschen. Und die, die lebendig bliben, die giengen in dem Land hin
und her und zitierten mit dem Kopff und mit den andern Glidern.

XI^VI. x>on hochzeitlichen Kesten, wie man sie eret.

X>on Schimpff das

Ser Zud stünd am Sabat und den Suntag in dem proffey.
f einmal kam ein Iud uff ein Samstag in eins Cristen Huß,
und wie er es übersähe, das er in ein Sprachhusi fiel oder in ein pro"
phei, wie man es dan nent. Ser Cristen lieff in des Zuden Husi und
 
Annotationen