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Pauli, Johannes; Bolte, Johannes [Editor]
Schimpf und Ernst (1. Theil): Die älteste Ausgabe von 1522 — Berlin: Herbert Stubenrauch Verlagsbuchhandlung, 1924

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https://doi.org/10.11588/diglit.57346#0290
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Aohannes Pauli

es uff dem Lopff. Sie beider thün wie ein Roßthüscher, wan ein Pferd kein
Schwantz Hel, so binden sie im einen yn, der macht es dan keufflg. Und wan
es der Lauffman dan heim bringt, so bleibt im der Schwank in den Henden.
Also die Krawen werffen 1r Har in ein Laden, bis sie es wider bedörffen, das
macht sie keuffig.
I^IH. Von Krüntschafft.
Von Schimpff das 420.
Sie Wolff in eim Land waren lieber dan die Hund in andren.
er Künig von Engelland kam uff einmal in das Normandia,
das ist im underworffen, und wolt da sagen. Und da er also sagt, da
kamen des Künigs Hund ein Wolff an, die doch seltzam sein in den Landen,
wan man laßt keinen darin bleiben. Sa was ein Ritter da, der wert den
Hunden und erlöst den Wolff, und der Wolff sprang wider darvon. Sas kam
dem Künig von Engelland für, und schickt nach dem Riter und fragt in,
warumb er den Wolff erlößt het von den Hunden. Ser Ritter sprach: ^Ich hab
die Wölfs in Normandia lieber dan die Hund in Engelland/
Also sein vil Menschen, die lieber Büben und Schelck von trem Geschlecht
oder in einer Stat haben, dan frume und erbere Menschen in einer andern Stat.

Von Ernst das 421.
Ser Bifchoff wolt Kründ Haven.
1 If einmal wollt man ein Bischof erwölen, und die Thum//
I V Herren kunten der Sach nit eins werden und kamen in ein semlichen
Sententz, sie wollen drei Herren über ein Bruck schicken, und der erst
Priester, der inen öekumen würd, derselbig solt Bischof fein. Sa begegnet inen
ein armer frumer Priester, und Hel kein Pfründen und laß etwan umb die
Speiß Meß. Sa er nun Bischoff was worden und das seine Kründ in der„
selben Stat gewar worden, da kamen sie zü im und wolten im Glücks winschen,
und hofften sein noch wol zü geniessen. Und da sie nun zü im kamen, da thet
der Bischoff eben, als kent er sie nit, und sprach: ^wer sein ir?' Sie sprachen:
^wir sein euwer Kründ, das ist euwer Brüder, das ist euwer Müter, das ist
euwer Vatter' etc. Ser Bischoff sprach: ^wie alt sein ir?' Sie sagten es im. Ser
Bischoff sprach: ^So sein ir nit meine Kründ, ir müsten nit me dan über Nacht
alt sein, wan ir meine Kründ wolten sein. Gestern was ich ein armer Priester, da
het ich keine Kründ, die mir etwas Gütz theten, hüt so bin ich ein Bischoff, so hab
 
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