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Pauli, Johannes; Bolte, Johannes [Editor]
Schimpf und Ernst (1. Theil): Die älteste Ausgabe von 1522 — Berlin: Herbert Stubenrauch Verlagsbuchhandlung, 1924

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https://doi.org/10.11588/diglit.57346#0213
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Schimpf und Ernst c. 268—271

173

drit gegen Ridergang der Sonnen. Ser sähe die Son wol ein halb Stund es
scheinen an dem Berg, der dagegen was, dan die andern. Sarumb ward er
Rünig an seins Vatters stat.
Also wan ein Mensch warnem seins Ridergangs und seins Sotz, so würd er
demütig und ein himelischer Rünig. Aber wir betrachten nur unfern Ursprung
und unsern Adel. Ser V?eiß spricht: lEccleflasti. 7. Memorare.) "Gedenck dein
leisten Sing, so sündestu ntt me.'
XXVI. Me sich etlich in irem Sot haben gehalten, als sie
gewont haben.
Von Schimpff das 270.
Ser das Lrütz ntt «olt bet tm haken.
s vc>as einer uf ein Zeit kranck, da bracht man im das heilig
Sacrament und das Sottencrütz, da was ein Meins Bildlin daran Cri^
stus, das was Rupfer. Sa schrei der Rranck: "Thun mir den uß dem
Huß l Ich wil in nit hin haben und wil nichtz Gütz thün, dieweil es hie in ist.'
Niemans wüst, wen er meint, und fragten in, wen man hinuß solt thün. Er
sprach: "Sen an dem Crütz, den wil ich nit hie in haben.' Man sprach: "sarumb?'
Er sprach: "Sarumb, er hat mir einmal in der Rirchen ein Arm zerbrochen,
und ich hab vil verartzet, da er uff mich fiel.' Man sprach: "Sas ist nit derselbig.
Ser ander ist grdser, der hat dir kein Arm zerbrochen.' Ser Rranck sprach: "Hat
der es nit gethon, so ist aber der desselbigen Sun, es gilt eben gleich.'
Also findestu noch Menschen, wan sie einem feint sein, so Haffen sie auch alle
die, die im zügehören, deßgleichen wan fle ein Haffen, so meinen sie, alle ire
§ründ sollen in auch Haffen. Hüt dich vor Reid und zü vil Einsamkeit!
Von Schimpff das 271.
Elner küsset das Lructfix.
/7^ s hat flch einmal ein Weinül übertruncken oder H>as sunst
' kranck, und man bracht im das Crütz. Sas truckt er also an fein Hertz
und erzögt femliche Andacht mit Ruffen das Crütz, das sederman dar//
von gebessert ward. Er starb, und in dem dreisigsten erschein er seiner Ge//
selten einem. Er fragt in, wie es umb in stiend, in was Stantz er wer. Er sprach:
"Ich bin ewiglich verloren, und allermeist umb meins Zütrinckens willen.' Siser
 
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