Heidelberger Zeitung — 47.1905 (Januar bis Juni)

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Erstes Vlarr.

47. Jahrgang. — Nr. 78.

^mstag, 1. April 1905.

^ » r ^

täglich, SonntagS auSgenommen.

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"^ng des Vürgerausschusses vom31.März.

^ Vo. Heidclberg, 1. Apriil.

Esi»et Oberbürgermeister Dr. Wilckens, er-

?>s Anw^- ^»h»ng >/4 nach 4 Uhr. Der Namensaufruf ergibt
von 86 Mitgliedern, denen sich tm Laufe dcr
.. Ueh,,^^» noch weiterc drei hinzugescllen.

Ae ^ öse Vorlagen selbst sinkd unsere Leser schon zur Ge-
>»>» lönnen uns somit auf das Notwendigste

I, das Ortsstatut über die Herstel-
, StM> ^ Gehwege betr., gab, obiwohl dic Vorlage
»'Nev cigentlich nur gang fovmeller Natur war,
c-htrgg 1l4-stündiger: Diskussion Anlatz. Zu diesem

dem Stadtrat am A>bend des 30. März sin Schrei-
A>>r> ^/?rund- un!d iHausbesttzer-Wereins zugegangen, in wel-
die materiellc Seite des Ortsstatuts über die
dcr Gohwege anschnitt und den Wunsch äustcrte,
- müchte das Statut in der Wetse äbändcrn, üah

Mlea ,ä!°slitzcr die crfünaliM: Herstellung 'der Gehwege zu be-
dah aber für Unterhaltung und äventuelle Neu-
lr ^»Wtben die Stadt äufzukommen habe.

b 7 chePP spricht sich denn auch in diesem Sinnc aus.

6uch auf die Neitherstellung der Hauptsträtze vor
^ fprechen und empfiehlt zum Schlutz seiner Rede,

1 zuvückzuftellcn.

U dj^?e»ü'b«r erwide-rt Mrrgermeister Dr. Walz, datz
Musbeisitzer den meisten Vortcil hättcn, wenn die
.Oh», gutem Zustande wären, und nicht die Städt.
^itell^^u Leonhard empfichlt, die Vorlagc nicht zurück-
äiiest^ P»»» die Genehmigung derselben sei ja nur eine
^ache, die betreffeniden Hauseigentümer inüßten ja
c Ur-dest t^Sahlcn, ob die Wegc nun durch die Stadt hergestellt
?? ^ ste die Gigcntümer selbst herstellen lafsen. Für

>?Sc - Ä' hat es iiur den Vorteil, datz cr nicht immer An-
nelleT, braucht wegcn Herftellung der odcr üer andcrcn

^'he^?^Mvmeister Dr. Wilckens betont, datz Lie Haus-
s? deg nv? ichon cine lange Reihe von Jahren von dem Beizug
dgr. vstrhaltungskofteu der ^trahen verschont gebliebe.n finü
»n^»^ taeie Kosten einzig und allein von dcr Stadt bestritten
>w r ^ t>ie Anregung in Bczug auf die materielle 'Seite

u, Ttbb?'. werde er Äioselbe zuM Gegenstand einer Beratung
di ii>.u^ machen und in jcder Weise prüfeii, uin eventuell
^ ^>ner Vorläge um Abänlderung des Ortsstatuts über
Tta^oeirhcrstcllung E' die Städtverordneten heranzutreten.

^>Ni„u.?' ^öhl und Koch Aauben der Vorlage auch nicht
itz-^lli>dtt können.

N l>ei Jörger inei>nt GrunL zur Annähme zu häben,
ra hcchtz s?* Erstcllung der Gehwegc willkürlich verfahrcn wird.
s^ . 'rs an sich scwst crfahren. Während seincr Abwcsen-
»cr Helncholtzstratze vor scinen Häusern dcr Gehweg
^iiir »^»e -li'^den, ohne datz er gofrägt worden sei. Auch sei
>v A, 4 Eoir sehr schlecht und zeige jetzt schon be'deutende
O- ^tae Ansrage bcim Hochbauamt sei ihm erwiüert
Trottdir tadeUos sei. Er werde es bei der
^hbärauf ankomMen lassen und eventuell ein Guhachten
tei einholen.

Dr. Walz betont demgcgeinüber, daß es
^ Stsidt se'i, die Wegc herzustellen, sondern datz
1>et^- De v»» archeren Jnteressenten gewünfcht

>i>ä diesica würide es nicht eilen, denn der koste es doch

Siik rmni -ü'»'d »>^nn inau glaube, die Stadt fchreite hier-
, t?o>>wärts, so könne ste es ja auch einmal daraus

'Ä»» »uö langsanicr tun.

»cu,^iatzt^^w^>ch wurde eine Refolution angenommen, worin
»äk» ^^ucht wird, auch -der materiellen Seite des Orts-
-- ^r zu treteu und eventuell einen Abän'derungsantrag

des'sclbcn cinzubringcn. Der Antrag um Zurückstellung der
Vorlage wird äbgelehnt und dicsellbe mit 46 gegen 41 Stimmcn
angenonimen.

Borlage II, die Berlegung des Gleises der
Neben'bahn Hcidelberg-Weiuheim betr., wivd, nachdem der
Obmann die Vorlage zur Anuahme gutgcheitzen und nach
einigen Bemerkungen 'der Herren Prof. Deihmann, Bür-
germeister Dr. WaIz, Rechtsanwalt Kaufmann, Brunn
und Böhl einstimmig angenommen.

Vorlage III, die Herstellung der Schröder-
stratze betr., Vorlage IV, die Er-Werbung einer
Wiese im Siebenmühlemtal betr., Worlage V, die Er-
-werbung eines Grundftückes auf Gemarkung Schlier-
bach betr., Vorlage VI, lden Kl a n s e n p f a'ü, hier die
Heranziehung der Angrcnger zu den Straßenherstcllungskosten
betr., >ga!ben zu keiner besonderen Bemerkung Anlatz und wurden
ebensalls eiinstimmig angenommen.

V-orlagc VII, die Errichtung einer Anstalt
für ph ys i k a l >i s che H e i l me t ho d e n im Neubau dcr
medizinifchen Polikliuiik, wurde von dem O 'bmann 'der Stadt-
verordneten gutgeheitzcn. Nur zwei Punkte gaben dvm Stadt-
verordneteNvorstand zu Fragen Anlatz, und zwar, ob über die
'Benutzung der Anstalt nur die An'ftaltsärzte oder ob auch die
hicfigen Aerzte Anordnung zur BenUtzung treffcn könncn, unü
ob unter dcn städtifchen Armen auch diejenigen gemeint ieien,
für die 'die Stadt n-ur die öffentlich rechtliche Verpslichtung zu
übernchmen ha-t.

Würgermeister Wielandt erwidert, daß ein jeder Arzt
berechtiA ist, die Kranken ddm Jnftitut znzuweifen. ilnter den
städtifchen Avmen.feieN vorerft nur die Ortsarmen gedachr, den
Armen, für die die Stadt nur die öffentlich rcchtliche Verpslich-
tung hat, dürste zur sreien Benutzung der Anstalt tamn eiivas
im Wege ste'hen.

Stadtv. Schneider sührt aus, datz auch die Ortskrankcn-
kasse sich iverpflichtet habe, an das geplante Jnstitut auf die
Dauer -von 10 Jahren cinen jährlichen Betrag >von 8000 Mk.,
2000 Mk. mehr als seither für ü'ie Badeanstält in der Ziegel-
gassc zu zähleu, datz in dieses die vcrmehrten und vergrötzerten
Warte- nnd Unterfuchungsräume der poliklinischen Sprech-
stunden verlegt würden und dann auch die Klagen über das
lange Warten dafelbst vc'rstuiiuneu dürften, und bringt dann
noch die Uebevfüllung des AkädeM. Krankenhauses sowie cinige
Mißstän-de in den Krankenstationcn der beiden Psründnerhäufer
zur Spräche.

Der iVorsitzende bemerkt, datz das, was er von dem
Vorredner ge'hört habe, nicht in den Rahinen der V-orlage
passe. Die Klagen sind in der Ortskrankenkasse wv'hl behan-
delt wrrden, äber dem Stadtrat ist noch keine Mitteilun>g
geinacht. Wedäuerlich sei, datz die Klagen über die Pfrüudner-
häuser immer auf solchen Wegcn an den Städtrat gelangen.
Warum be'klagen sich denn die Beteiligten nicht dirckt? Sie
können überzeugt sein, datz wenn' die Klagen berechtigt sind,
Schritte zur sofortigen ALHilfe unternoinmen tverden,

Stadtv. Dr. Ullrich begrützt die Vorlage aufs lebhäs-
teste. Mit Bädern sei es in Heidelberg bis jetzt kläglich be-
stellt. Fiür Bäder könne man >gar nicht genug tuu. Auch für
die hiesrgen Kranken, die man- früher nach alle'n möglichen
Orten hätte schicken müssen, sei diese Einrichtun'g eine Wohltar.

Stadtv. Losfen empfiehlt. üie Stadt mäge einen jährlichen
Zufchutz von 4000 Mk. statt 3000 Mk. letften.

Der Vorf itzcnde erwidert jedoch, datz er Gelcgcnheit
hatte, mit dem Min-istevialreferenten über die Angelegenheit
Aii sprechcn, und >datz dieser crklävt habe, wcnn die Stadt eincn
jährlichen Zuschuß von 3000 Mk. leiste, set die Ausführung üer
ANstalt gesichert. Jm übrigen komme die Stadt auch dcni Jn-
stitut durch die Lilligere Ucbcrlassung von Wasser, Gas und
Elektrizität entgegen, was sicher mehc als 1000 Mk. im Jähr
ausinache.

Nach cinigen Bemerkungen des Obma n n s wird auch diefe
Vorlage cinstimmig angeno-mmen.

Zu Vorlage Vlll, die Errichtung einer Klein -

kinder'schule in der Weststadt betr., er-greift zunächst
Städtv. Hauptlehrer Gebhardt das Wort und sragt an, ob
Gas- oder Ofenhe'izung nicht zweckentsprechender sei als Zen-
trallheizung.

Stadtibaumeistcr Ehrmann erwidert, datz Zenträlheizung
billiger als Gas und Heizung durch Oesen zu stehen
kompie und auch viel praktischer fei.

Rach einigen Bemerkungen des Sta-dtv. Prof. Deitzmanw
gibt Städtv. Hofrat Knaufs in -längerer Rede, welche aber
leiber schr schlecht am Pressctisch zu verstehen war, cinigc
beherzigenswcrte An-regungen in Bezug aus die Kleinkinder---
schullen. Gleichgeitig machte er auf verschiedene Mä-ngel in dem
jetzigen Betriebe der KleinkinLerfchulcn aufmerksam.

Der Borsitzen'de erkannte idie Anre-gungcn dankbar a-n
und betonte, 'da-tz alles, was gctan werden kann, auch getan
wird. Wie wir dcn weiteren Ausführungen des Vorfitzenden
entnahinen, follen ldie jährlichen Samimlunycn für die bereits
bestehenlden Kleinkinderfchulen fortgefetzt wcrden, für die Schnle
'der Weststadt sollen jedoch keine Sainmlnngen veranftaltct
wcrdein.

Die Borlage wurde mit allcn Stimmen angcnommen.

Dcbattelos und einstim'mig wurden auch dieVorlage IX,
Lie Erweiterung des E lek t r i z i t ä t s w e r k e s betr.,
Vorlage X, die ErgänzungdesOrtsstatuts über
Vcrpflichtung zumAcfuche der Gewerbeschule
bctr., Vorlage XI, den Abfchlutz von Anstellungs -
-verträgeii nach Matzgabe der Dienst- un'd Gehaltsorldnung
und die lErgänzung des G e h a lt s t a r i f s betr., und
Vorlage XII, die Ausdehnung des Ortsstatuts
über die städtischc Handelsschule auf Lie weiblichen Handels-
gehilsen und- HandelÄehrlinge unter 18 Jahrcn betr., ange--
nommen.

Schlutz der Sitzuntz 7>/^ Uhr.

KLeine Zeitnng.

— Göttingen, 30. März. Ein außergöwöhnliches
Bllc> heigten die Räu>me hes hiesigen Stqdttheaters am
letztcn Samstag Abend. Dur-ch das gütig-e Entgeg'mkom«
men stes Herrn Direktors Berstl war es g-egen 800 Kna-
ben und Mädchen unserer oberen VolksfchuIKassen ver-
gönnt, unentgeltlich einer vorzüglichen DarsteMng
Vvn Schillers „Tell" b'evwohnen LU dürfen. Allen T-sil-
nehmcru, auch d-en wenig-en, Lie bereits Geleg-enheit h-at-
ten, ein Th-eaterstück zu sehen, werden die schönen, erheb-en-
den Stunden für immer unvecgeßlich bleiben. Der
Theaterdirektion ustd' allen Mitwirken'den gebührt für
Id'iefs würdig« Etnlleitung der Schill.erehrun'gen in rinsexer
Stadt uufrichtiger Dank. — Jst so etwas in Herdel-
herg nicht zu machen?

— Ein Schiff im Tunncl. Bei den Bohrarbeiten für
dm Tiefbahntunnel zwischen Brooklyn und- Manhattan
sti-eßen die Arbeiter, wie aus Newyork berichtet wird,
auf meherere große, eiglentümltch geformte Valken. Die
nähere Bsisichtiglung ergaib, daß dio Balken von einem
Schiffsrumipf herrührte», und der Fortgang der Ausgra-
bunosarbeiten brachte die Werrascherlde Taksache ans
Licht, daß man auf ein Wrack eines großen Schiffes ge°
stoßen war. Die Balken sind ungewöhnlich- 'stark, von>
schwerstem Eichenholz und bedeutenoen Timensionen, vor-
treffl-ich erhalten und beinahe versteinert. Das Verdeck
des gesunkenen Schiffes kiegt kaum 18 Fnß unter -der
Straßenobeyfläche. Das Schiff muß seit mindestens 122
Jabren versunken fein; es wird angenommen, dah.es ein
englisches Kriegsfchifs war, vo-n d-er Flotte des Lord Howe,

j Tsi epidemische Genickstarre.

^ dex, ^Ee Ausbreitung der epldemischen Gemckstarre
ty^^Wedenen Gegenlden Dentschlands schetnt, zu-

^K^nkheit ir. _____„_

' dsurden im J-ahre 1902 125 Erkrankungsfälle

Her Sta-tistik der ketzten J-ahre zum Ver-

^ braniinht, darauf htnzudeuten, daß diese gefähr-
in der Zunahme begrlffen ist. Denn in

>>^ ^ro^?ren!d diefe Zaihl in 1900 bloß 99 betrug.
4'?^» d- ^dor Erkrankten starben, währsnd im allge-
i'ii ^rn-,^,^^rblichkeit an dieser Krankheit bloß 30 b-is
h^'üstxii 'si beträgt. Die lGenickstarre gehört zu den
Z'?^Eskrankheiten, sie ist elsit im letzten Jahr-
iy ^ Äähr^ in Deutschland rst sie erst seit den

^lttnsch geworden, seitdem vergeht kein Jahr.
^ "'cht eine mehr oder minder cmsgebreitets
^ verzeichnen ist.

sci>, . ^haltnisse, Mangel an Lust und Licht be-
P? ^ntstehen, daher sind die Jnsassen der Ge-

init'm ^^bitshäuser besonders bedroht. Epiidemien
^>»e ^ fsi^obe jn Keller- und Hofwohnungen auf,
b»,.'»» " ;>.,"">>erreichs Familien zusamimengedrä-ngt

>! .-»« ^Ehsit ist eine eminent soziale KranGeit, hy.
Oj>>Nstände, wie scksiechte Ernährung, schlechte

schi^si^iesx,,? Vorliebe wirld das Uc'ilitär bes-allen und
'm ^ die Krankheit nach anderen Orten er-
d> der Entstehnng L>er Militärepidemien wer-

den oft körperliche und geisiige Ueberanftrengung als
Urfache vermutet. Daher werden mit Vorliebe Rekruten
von der Krankheit evgriffen- uNd in Frankreich hat man
mehr'fach die Wahrnehmung gemacht, daß möglichste Er-
leichterung vom Dienste das wirksamste Mittel war, um
die Epidemie zum Erl-öschen zu bringen. Auch meteorolo-
gische Einslüsse scheinen sich geltend zu machen, denn ge-
wöhnlich treten die Epidemien im Wivter uNd Frühling
aus. Vorwiegend werden Kinder und jugmdliche Perso-
nen be-fallen, Person-sn, welche das dreißigste Jahr ü'ber-
schritteii haben, erkranken selten.

Die Krankheit besteht in einer eiiiigen- Entzündung
der weichen Gchirn- und Riickenmarkhäute, doch! setzt fich
dieselbe auch häufig auf das Gchirn und das Rückenmiark
selbsi fort. Die Symptome sind diejeni-gen eines schweren
Gehirnletdens: Kopfschmerzen, Erbrechen, Benommenheit
rind Nackenstei'figkeit, woher die Krankheit ihren Namen
hat. Die eitrige Entz-ündung setzt sich sehr häufig nach
dem Gchörorgan fort, ldäher bleibsn andauernde Gchör-
störungen schr häuftg na-ch Ablauf der LkranHeit zurück.
Bei kleinen Kindern kann Taubheit die Folge des Gchör-
leidens sein. Die Dauer der Krankheit ibeträgt minde-
stens 3 bis 1 Wochen.

Diie Krankheit wtrd dnrch einen Parasiten hervorgc-
rufen, der öftsrs im Nasenfchlerm der ilrank-en gefuniden
wurde. Da die Nchie'rtragung der Erkrankung von einer
Person zur and'eren in vielen Fällen wahrscheinlich ist,

so ist zur Verhütung der Weiterverbcesiung der Erkran-
kung n-otwendig, dah >diö Erkranktsn abgesoNdert werdeA
und dah die Familiengisnossen vom Schnlbesuch ferngehail-
ten werden. Die WohnrLume, die Kleider, die Wäfche,
namentlich die Schnupftücher, mussen desinfiziert werden.
Auswurf und Nasenslhleim dürfen nicht ans den Voden
gchracht werden. Jnfizierte Wohnräume inüssen unter
Umständen gänzlich geränmt werden. Notivendig ist die
Besserung der Leibensverhältnisse derjenigen Menschen-
klassen welche von der Seuche besonöers bedroht werden„
namentlich hinsicksilsch Ernährung, Lusigenuh usw. Ueber-
anstrengung ist namentlich beim N-siitür zu vermeiden..
Jn Epidemiezeiten >muß der Einzeln-e m Dezug anf kör-
perliche usid geistige Anstreng>ung Mas; lialten und stch
vor Exzessen jedec Art in Acht nehmen.

Lilerarisches.

—Verlage von Zahn u. Jaensch in' Dresden ist eine
kleinc Schrift „Dcr deutsche Bauer ln dcr Gegcnwart" von
Privotdazcnt Dr. Dade-Wcrlin, Generalsekrctär dcs Dcnt-
schen Landlvirtschastsrats, crschienen, wclche die allgemeinstc
Auftnertsvmkcit verdient. Dem Anfiatze liegt ein Vortrag zu
Grundc, den der Berfasscr in der Gehestiftu-ng in Dresden
gehalten hat. Der Verfasser entwirft in knappcr und fesscln-
der Form cin überans anschanliches Bild von der Entwicke-
lun>g des deutschen Bauernstandes und rückt die agrvr-politi-
schen Probleme, vor dereN, Lösung uns die moderne Volks-
wirtschaft gestcllt hat, so klar vor Angen, uud in eine so helle
Beleuchtnng, wie es bislher wohk in teiner Schrift gsichehen

Die heutige Nummer umfaßt vier Vlätter zusammen 18 Seiten.
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