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Kunst und Künstler: illustrierte Monatsschrift für bildende Kunst und Kunstgewerbe — 27.1929

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https://doi.org/10.11588/diglit.7608#0305

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PAUL CEZANNE, SELBSTBILDNIS

MIT ERLAUBNIS DER D.D.A. (GALERIE FLECHTHEIM), BERLIN

AUS DEM LEBEN CEZANNES

VON

PAUL GASQUET

DEUTSCH VON ELSA GLASER

TT^in großes Leben ist ein organisches Ganzes, das
' sich nichtdurch die einfache Aneinanderreihung
kleiner Tatsächlichkeiten wiedergeben läßt. Ein
tiefes Gefühl muß das Ganze durchdringen und
zu einer Einheit formen", sagt Renan, wenn er im
ersten Band seiner „Geschichte der Ursprünge des
Christentums" von Jesus spricht. Ich würde nicht
wagen, von dem „tiefen Gefühl" zu sprechen, das
das ganze Leben Cezannes bestimmt und es zu einer

Einheit geformt hat, wenn ich ihm nicht persön-
lich so nahegekommen wäre. Ich machte seine
Bekanntschaft 1896. Er war erst siebenundfünfzig
Jahre alt, aber verzehrt von seinem geheimen Mar-
tyrium, entmutigt, leidend, schon von greisenhaftem
Aussehen. Seine robuste Konstitution, die in
einer starken Rasse wurzelte, leistete noch Wider-
stand, aber heftige Kopfschmerzen befielen ihn
fast jeden Abend, die Zuckerkrankheit quälte ihn.

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