Kunstchronik: Wochenschrift für Kunst und Kunstgewerbe — 13.1878

Page: 65_66
DOI article: DOI Page: Citation link: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/kunstchronik1878/0038
License: Free access  - all rights reserved Use / Order
0.5
1 cm
facsimile
so. Hakirgang.

Leiträge

smd mi prof. Dr.L. ,wn

c«8°w fwien, Tlwre.

l'nnumgasie 2S) oder a„

verlogshondlung in
c°'PZig zu richien.

^5- Aovember

Insrrato

?! 25 ^?f. sür die drei
lllal gespaltene Oetit-

Beiblatt zur Zeitschrift für bildende Kunst.

Ericheint jede woche am Donnerstag, sür die Abonnenten der „Zeitschrist für bildende Annst" gratis: sür sich allein bezogen kostet der
Zcchrgang 9 Mark sowohl im Buchhandel als auch bei den deutschen und österreichischen j?ostanftalten.

)nh

s- ^lldererwerbungen des sürstlich ^ohenzollern'schen Museums in Ligmaringen. — Die akademische Runstausstellung zu Berlin. IV.

altv ^^lienische Flachornamente. — Düsseldorf,- s)rovinzialmuseum in Trier. — ^itzung des Bereins sür Runst des Mittel-

in bistorische Staffagen: Rölner Stadtmauern; Bamberg; gräfl. Moltke'sche Gemäldegalerie in Ropenhagen; Beue Glasmalereien
-uirnvergder pavillon des Ahedive in wien; Areuzsabrerkirche in Iernsalem; Aus Tirol. — Inserate.

^teuere Bildererwerbungen des sürstlich tso) -
Mernschen Bcusemns in Sigmarrngen.

Jm Folgendcn gebe ich wieder einen zu

'»einein Verzeichniß der Gemälde des Museums z 3
mcningen'). Er nmsaßt vier altitalienis )c un
»Udemsche Bilder, welche, wenn auch nicht " " " 2 -
Aieistern stammend. doch die Kunstweisc i )wr '
charalterisiren. Sie ergänzen daher
hiesige Gemäldesammlung, wclche (die za)rei icn
den Gemächcrn des Schlosses ausgenonnuen) )i , t
""sschließlich auf die ältern Schulen beschrautt uu° v r
h-"dene Lncken'nach Gclegeuheit, wenn auch mch m
Aieisterwerken ersten Ranges, uach und nach ausz f

streht.

Gemälde auf Holz. H. 0,63, D'- O.'"'^ „

Alaria sitzt links (im B'lde) und neigt )ich, d»
"cben ihr stehende Kind haltcnd, gcgeu dcu
bttend knieenden Donator, welcher ihr vom h- H'ervnr)-

Präsentirt wird. llomiiacs

Die Seene geht im Freien v°r s'ch- U«

<^ras und allerlei wilde Blumen entspricßen dei ^

Hintergrundc überragen drei Lanm
baum (rechts), ein Orangenbauni (m der B ),

^'che (links) das mit Nundstäben, Hohlke-en '

Mitte mit einem geschwungeneu Bi-iwru-'mut °u
^iek verzierte obere Gesüus der st°"'«nen Ewlr'edigung.
Den Sitz der Madonna bildet cine oblonge Ban, )

'^Gestatt und Verziernng uach einen Sarkophag
^Ech^Nachtrag s. Kunst-Chrouik, Jahrgang X, Nr. to

oder Rcliguienschrein ohnc Dach oder au einc mittel-
alterlichc Truhe crinnert. Die beiden sichtbaren Seiten
dersclben, eine Lang- und cine Schmalscite sind mit
rundbogigen Nischen belcbt, in welchen je cinc charak-
teristisch bchandeltc männliche Figur sitzt mit lcbhaftem
mannichfaltigem Geberdenspiel, unterschiedlicher Tracht
und ohne besondcres Attribut. Die Schmalseite enthält
zwei solcher Nischen, die hinter der sitzenden Madonna
größtentheils verschwindende Langseitc ist den Dimen-
sionen nach auf acht berechnct; da anf die nnsicht-
bare Schmalseite natürlich auch zwei Figuren entfallcn,
so giebt das im Ganzen zwölf, und so werden wohl
die Apostel darunter zu vcrstehcn sein. Dicse Bant
ist mit einem violctten Sammetpolstcr überlegt, das an
den Ecken grüne, oben mit Silbcr übcrsponnene Quasten
hat. Maria trägt ein griinblaues Kleid von gcmuster-
tem Stoffe mit goldener Borte und ein granviolettcs
Unterkleid mil goldgefticktcm Saume, das nntcr cincr
übergcschlagencn Partie des Klcides hervorschant. Dcr
rothe Mantel mit brciter Goldstickcrci am Saumc ist
über den Hintcrköpf genommcn und vor dcr Brnst durch
einc große Edelsteinagraffe zusammengehallcn. Das weiße
Schleicrtuch, das dic blondcn, gekräuselten Haare nni-
säumt, ist noch sichlbar, namentlich am Halse. Das
Kind ist nackt, nur um den Hals schlingt sich ein
rothcs Schnürchen, an wclchem vvrne auf der Brust
eine klcine verästeltc Korallc hängt. Auch das rechte
Handgelenk ist von einem ähnlichen Schnürchen mit cin
paar Korallenkügelchen umfaßt. Jn dcr linken Hand hält
das Kind eine Weintraube, uach welcher es mil der rcchten
eben greifen will. Die Mntlcr hält das Kind mit der
rechteu Haud umfaßt, von welcher zugleich ein großes
loading ...