Kunstchronik: Wochenschrift für Kunst und Kunstgewerbe — 13.1878

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Konkurrenzen.

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Lcistungen geltmd zu machen und übt auf me gegcn
wärtige Entwickelung der typographischen Dhätigleu cin
unverkennbaren günstigen Einfluß.

Es ist hieimit zugleich die Züchtnng bczei
welcher dcr niodenic Holzschnitt cin rciches .libcltö-
seld gefundcn hat. Scinc beiden, duich dic ü' ^
Heistellung, wic duich die Wiikung dcr Daistcllung
gei'btcu Aiten: dei Linicnschnitt und dei Tonschnitt Mb
duich vortressliche Leistungcn sast ausschließlich dei Bllu-
strativn dienstbar geworden, und cs treten größere sc
stäüdigc Blätter nur sehr vercinzelt aus.

Der bcschränkende Einfluß dcr Photographie gieb
stch hier cbenso zu erkennen, wie es in noch er )o i cren
Grade in Bezug auf den Kupfcrstich der Fall ist- Dic
Z»hl künstlerisch vollendeter Werke des Grabstichels i,
gegeuwärtig eine gcringe, während dagcgen die fic>
handelte, raschcr hcrziistellende und biüiger zu bcfchaffende
lliadirnng seit eincr kurzeii dieihe von Jahren wicdci zu
'hrcr wohlverdienten Aiierkennung gelangt ist und kauin
M übertreffende Arbeiten zu verzeichncn hat.

Die uinfangreichste Verwendung unter den Ber-

^^""P""gsarten hat in der jüngsten Zeit die Litho-
^ l'c, hanptsächlich auf dem Gebiete des Farbendrucks,
»lüsscn sie, nach deni Charakter ihrer
cj.^"'h"llcn Leistungcn, welche die Ausstellnng vorzu-
I, c" vorherrschcnd als cinen Zwcig der Kiinsl-
sicl^ "?l»e bezeichncn. Die Zahl der Firincn, welche
Aa dkachbildnng von Kiiiistwerken (Oel- und

^r^Ebildcrn) befassen und hierin hvhcre Ziele zu
ciiii'-i^" ^ben, beschränkt sich auf sehr wonige, von renen
cijl< ^""^'^erhafte Lcistnngen vorhandcn waren. Jni
^.ii^""'""" aber gewähren dic svgenannten Oelfarben-
Eü? ^andschaftcn und Gcnrcbildcrn gewvhnlichen
Haiwenig bcfriedigeiidcn Eindruck. Dic
h^h"l'gl'cit dcö Farbendrncks crstreckt sich anf dic
- "' .^"scrtigiing von Carionage-Berzierungcii und
dieVv''^"" '""""'gfachstcn invnstricllcn Zwecke,

deii f" ^ä"g anf geschniackvolle Herstellnng hinter

^"ichstschen Arbeitcn dieser 2lrt noch iniiner zuriickstehen.
der m^"'stkcrische Zwecke hat eine besondere Gattung
^cdcu"^^^^'^ antographische Ucberdrnck, eine
Ali-z ^"burch gcwonncn, daß cr cinc niiinittelbarc
Zeich^^ ber von dcr Hand dcs Künstlcrs hergcstellteii
'vare/""'^- ^"stattet. AlS bcachtcnswerthc Leistnngen
'cktvip^ ^'^"dkichtnng vcrschicdcne Pnblikationen archi-
S'veü? ^"fnahmen und Entwürfc, Tafeln für Lehr-
"- A. vorhanden.

'"> w-" >>"d Knnstgcwcrbe sind gegcnwärlig

fch'cdei,"^'' H'l'fange die Photographic nnd die ver-
'niit^s"" Photographischer Vervielfältignng ver-

duvz, h- " ^vnckpresse dienstbar gewordcn. Zn trcucr,
t'cich^ ^ „ch'sttcl erreichtcr Wiedergabe licgen u. A. dic
chätze zahlreicher Galericn, Museen und veran-

stalteter Ausstcllungen vor, cin schätzbares Mittcl für die
inimer allgcmeinere Vcrbrcitung kniistwissenschaftlicher
Kenntnisse nnd für die Hebung dcs Gcschuiacks.

Von höchstcm Znteresse waren endlich die zuin ersten
Male aiisgestellten Resultate dcr im photvgraphischcn
Farbcndruck angcstclltcn Vcrsuchc. Auf dem cincn Wege,
auf welchcui mit den durch die Wirkniig dcs Lichtes er-
zeugten, sür dic verschiedenen Farben bestininiten Druck-
plattcn in gleicher Wcise wie bei dem lithographischen
Farbendruck verfahren wird, sind bercits sehr glückliche
Erfolge erzielt- Das jüngste Verfahrcn dagegcn, bei
welcheni jeder Farbenton eines Gcgcnstandes der Natnr
oder eincs Bildes iin Einzelncn (und darnach auch als
Gesaniintheit) dnrch das Mittel der Photvgraphie in seine
drei Grundfarben zcrlcgt und dann dnrch Anfcinandcr-
drnckcn der drei Grnndfarben verniittclst drcier photo-
graphischer Drnckplatten vollständig im Bilde rcpro-
dncirt werden soll, war ebenfalls in einigen, schcinbar
gcliingcnen Probcn vorgcführt, bcdarf aber jedenfalls
noch der Ueberwindnng zahlreicher Schwierigkeiten, biS
cin wirklicbcr Erfvlg als crreicht gclten tänn. Erweist
sich das an sicb sehr cinfache Priueip in dcr Anwcn-
dnng als dnrchführbar, so eröffnet sich hierinit ein
nenes, noch iinübersehbarcs Gcbict der Thätigkcit.

Der Ililsstellnngökätalog, sicbcniindzwanzig Drnck-
bogcn in Ouartformat umfassend, anf dcssen Einrichtung
nnd thpographischc Ausstaltnng besondere Svrgfalt vcr-
wendet wurde, ist mit historischen und crläuternden Ein-
leitnngen für jcde einzelnc Gruppe, mit zahlreichen Hvlz-
schnitt-Zllustrationcii nnd ciner Anzahl von Proben der
vcrschiedcneii Arten der künstlerischcn Vervielfältigung
versehen. Seine Ausgabe fand glcichzeilig mit dcr Er-
öffnnng dcr Ausstellnng statt. O. v. Schorn.

Aoiikurrenzeii.

0. U. Grillparzer - Denkmal in 2Uicn. Vor Kurzem
sind die in Folge der beschrünkten Konkurrenz*) angefertig-
teu ueueu Eutivürfe zuiu Wieuer Grillparzer-Deukinal aus-
gestellt wordeu, uud auch diess erscheiuen unS — das sei
gleich herausgesnqt — uicht ausführbnr. Zu allgeiueiueiu
Bednuern hn't Prof. Kuuduiniiu uicht mehr mitgethnu;
sein früherer Entwurf steht grollend in einer Ecke des Ate-
liers. Die nndern znr Verbesserung ihrer Entwürfe auf-
geforderten Küiistler: Weyr, üax und Hellmer habon an
ihren Arbeiten leider oine miverkennbnre rotärmatio in pvfus
vorgenommen. Wepr hnt die nnglückliche Jdce gehnbt, die
auf einem hohen Sockel sitzende ganze Fignr Grillpnrzer's
mitten in die Stnfen, welche znr Excdra emporiühren, zu
pflanzen; so steht der Dichter, welcher früher in ganz ent-
sprcchender Weise den Mittelpunkt des Mvnumentes bildete,
nun gleichsam vor deinselben Wache. Wie nnlogisch eS
überhnupt ist, eine hemikpklische Anlage auf solche Weise in
der Sohne zu durchschneiden, braucht nicht erst gesagt zn
werden; solbst oin mindcr feinfühliger und geübter Beschnuer
mnß, wenn er die hnstliche Verquickung des Sockels mit
den Stnfen betrnchtet, die Empfindung haben, daß hier ein
plmnper Eingriff in den architektvnischen Organismns ne-
schehen. An der Exedra selbst sind die nbschli)stenden Akro-
terien jetzt kräftiger nlS zuvor; die BntzreliefS dnaeaen
welche jetzt nnunterbrochen den ganzen inneren Raum ent-

') Bergl. Kunstchrcnik 1877 tBd. XII), Ep. gW ,,„h 297 ff.
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