Kunstchronik: Wochenschrift für Kunst und Kunstgewerbe — 13.1878

Page: 735_736
Citation link: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/kunstchronik1878/0373
License: Free access  - all rights reserved Use / Order
0.5
1 cm
facsimile
735

Von der Pariser Weltausstellung.

736

handlung zeigt, als unbclannt anfgcfnhrt wird, leitet
svfvrt auch fnr diese Biiste auf dcn Nanicn Verrv cchiv.
llnd die Persvnlichkeit der Dargcstclltcn macht diese
Verinnthnng nahezu zur Gewißhcit, da Berrocchiv bc-
kanntlich die lctztcn zehn Jahre seincs Lebcns an scincni
Hauhtwerkc, an dcni Reiterstandbilde dcs Bartvloniniev
Cvllevni, arbeitete. Leidcr hat dic Biiste dnrch scharfes
Pntzen und Ausflicken ihrcn Reiz Vcrlvren. — Vvn bc-
svndcrcin Jntereffc sind ncben dcn kleincrcn Bildwerkcn,
die Herr Dreyfuß aus die Ansstcllung gegeben hat,
cine Zreihe Vvn Brvnzcreliefs. Znnächst von A. Nicciv,
dcr in Paris besvnders, sogar iiber dic Gebiihr gc-
schätzt ist, nicht wcniger als drci Darstcllnngcn dcr
Grablegung, die bcste daruntcr die kleinstc init nnr
wcnigcn Figurcn. Vvn gleicher Gntc ist anch das Hvch-
rclief niit ciner Satyrfaniilie. Mehrcre andcrc Bron-
zen gchvrcn glcichfalls zweifellos dcr Paduancr Schule
an, die sich untcr dem Einflnsse von Dvnatello's zehn-
sähriger Wirksainkeit iniSanto zu Padna (1444- 1453)
hcrausbildete. Darunter zwei kleinc Einzelfignren im
Rund, Jvhannes d. T. und Sebastian, sowic cin hl.
Hicrvnynius in Bnßübnng, dic dcr Besitzer dem Ber-
tvldv znschreibt. Mir schienen sic, namcntlich das letz-
tcrc,nvch niehr Vcrwandtschaft niit cincin andern Schnler
dcs Dvnatcllo in Padna, dcm Givvanni da Pisa,
zu habcn, nach dcm Bergleiche mit desscn Altar in den
Ercinitani zu Padua. Anch ein Brvnzerelief der Maria,
die vvn Engeln verehrt wird, — vvrn ist in vrigincller,
nicht gerade geschmackvvller Weise cine Barriere ange-
bracht — gchvrt in dicselbe Schulc. Eine Wicder-
holung dieses tonclo sindet sich bei Graf William Pvnr-
talös in Berlin. W. Bodc.

(Schluß folgt.)

Vcm dcr pariscr Wcltausstellmig.

VI.

Frankreich.

Zweiundzwanzig Säle nnd Cabincte haben die
Franzvscn mit Gcmäldcn, Agnarellcn nnd Skulytureu
gefiillt, uni der crstaunten Welt cinc Vvrstcllnng vvn
dcr nngehenern Prvdnktivnsfähigkcit ihres Landes anch
ans dicsem Gebietc der Kulturarbcit zn gcben. Zwei-
undzwanzig Säle Vvll Knnstwerke, vvn denen dic
wcitans überwiegende Mehrzahl bercits durch das
Feucr eines „Salvns" hindurchgcgangen. Die Aus-
wahl ist mit grvßcr Sorgfalt getrvffcn. Es fehlt
keines der Sffecimina der ^rnnäs xointnro, die während
dcs letzten Jahrzehnts für würdig befunden wordcn
sind, dcm Nnsso än Imxsmbonrg' cinverlcibt zu
werden, keines der Bilder, die auf cinem dcr letztcn
„Salons" in irgend eincr Bcziehung Scnsativn errcgt
haben. Sollen sic dvch in ihrcr Gcsamnithcit dcn in

cr Vvirede zu,n vssiziellcn Katalvg ziemlich inwer-
uni ansgcsßrvchcnen Satz illnstriren, daß die Krimäv
pomturo scit der Errichtnng der dritten Ncpnblik, nach-
c»i sie cinc Zeit lang vvllig danieder gelcgen, eineii

glanzmden Anfschwnng ge„v.>.„,e..!

--a allc Bilder von Bedentnng, dic gcgcnwärtig
ans dem Marsfclde zu sehcn sind, bcrcits, wic gesagt.

den „SalvnS" der lctzten Jahrc debütirt habcn,
c nncii ivii- daranf verzichten, näher anf dicsclbeii cin-
Zngche,,. Die Leser diescr Blättcr sind alljährlich über
s-7 .77"7^cinungen dcr Pariser „Salvns" aus-
-c i ) insvrinirt worden, und gerade anf die Er-
zcngm)si der g-i-unäs pointuro, die anf dcm Marsfclde
»u nngcheurcm Pomp anftreteu, haben dic Hcrrcn Bc-
ni)crstattcr eiu besondercs Gewicht gelcgt. Jch täini
mn) vevhatb mit eincr allgemcincn Charakteristit dcr
Mnzvsischcu Kunst auf dcr Weltausstellnng begnügc».

Die mcht uninteressante Bvrredc ziim vfsiziellcii
sratalvg registrirt zunächst dic Verlnste, welchc dic
la-,zv,i,chc Schnle seit 1867 erlitten. Vvrnehmlich
^77.^' l ic Landschaftsmalerei, dic dnrch dcn Tvd vvn
u.n„ean, Evrvt, Millet, Diaz nnd Daubigny ihre

Wni« N "7^'' ^""" Picvt, Hcssc, Schnctz.

. Frvmcntin und andere iiamhast ge-

sacht nnd am Ende wird mit Emphase anf dic
„inngcn Lcute" hingewicsen, die „in der Blttthe ihrcr
ra auf deu Schlachtfeldern gcfallcn sind, Ivie Hcnri
^77"-^ -^rs Mannes abcr, dcr eine fvrinlichc
77 7"7"" 7" ^or franzvsischen Malerei hcrvorgcriifc»
'"an übcrall begegnet, Courbct,
»ri mit kciuer Silbe gedacht! Nnr ein cinzigcs Bild
.,77 '"^'""rdige» Mannes, die prächtige Marinc
kolv "" ^»-cmbourg, „Bg, VUZ-Us"^ ist anf dem Mars-
felde zu schen. d ^ >

Iveü ^ahre 1867, heißt es dann in dcr Borrcdc
77 inlrrnativnalc Jury einen Nückgang

r -istvrycheu iiud der nivnumcntalcn Malcrei in Fraick-
^ ^ "is auch in den andern Ländern Enropas

ei»! " '7") ^-at sich dieser Znstand stÜ

gen ^ahren geändert nud zwar seit dcn Ereignistc"
s ' " l87l- Man kvunte die Rückkehr Z"

>tcn Stnd.cn scit 1872 bemcrkcn nnd dicsc Bc-
cgung vvu Jahr zu Jahr wachseu sehcn, so daß dcr
U» err.chM.imster ^"l-rc 1876 von dem „anßcr-
g -.hnlicheu Glanz einer Ausstelluug» sprcchcn konntc,
»-.ic, angeiifnlligc Bcwegung eincr Nc-

.7/7"" '"^-riiahm." Und uun giebt nicht cininal
den.V-^ "S"lvn" einen Vvllständigen Bcgrifs von
d »i Anfschlvung. den die Histvrien- u„d dic .non"-
Uc7 77. '" ^ukreich genommcii! D-c

bcrsicht wird erst vervollständigt durch dic langc

7-,^ -77' ^""d'nalereien in der Neucn Opcr,

aiv ecs Ordcns dcr Ehrenlcgivn, im Jüstizpalah
loading ...