Kunstchronik: Wochenschrift für Kunst und Kunstgewerbe — 13.1878

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ü 25 ssf. für d-ie drei

^878.

Veiblatt zur Zeitschrift für bildende Kunft.

übeint jede Woche am Donnerstag, für dic Abonnenten der „Zcitsebrift für bildcnde Kunst^ gratis: für sich allein bezogen ko>tet dcr
Iabrgang 9 lAark sowobl im Buchbandel als auch bci den deutschen und österreichischcn j?ostanstalten.

Iu ^">eum in St. Gallen. — Kistorische Ausstellung dcr Akademie der bildenden Rünsti

Rnssölo,-Ä"^--^^ clo l^ome; Lagerkatalog von Amsler Buthardt. — 6. Funk ch

'-Uunstverein.— l^annover; Bamberg; Bom; Denkmal Friedrich wilhelm's IV. für Berlin;


^as ueue Ucuseum in Lt. Gallen
s. -'lche!

"l' Zwocke

^ch^chl'scr schweizerische Gemeiuwesen sür hvhcre

Zeit

zu leistcu im Stuude siud, hut iu ueuester

^... gm >» »c»e,ier

die Stadt St. Gallcu bewiesen. Durch Lssentliche

drivate Mittcl gesördert, wurdeu hier im Luuse

sc Jcihre vier Siuuniluugeu gegründet: cine naturhiste-

k!che, eine Geniälde- uud Kupferstichsammlung, cine

"''"vhistorische und eine ethuographische Sammluug.

crste ist Eigenthum des engcren Bnrgerverbaurev,

U zweite wurde vom Kunstvcreiue gcgrüudet, der auf

Uw 50jährige Thätigkeit zurückschaueu kanu, die dritte

uw nierte Sauimlung verbanken Ursprung und Nervoll-

^udignng dem histerischen Bcrciu dcs Kautous St.

"'Een. Jh, zählt „st 15 Jahrc. Sämmt-

' ^ Sauinilungcn mußtcu sich schvu lauge mit sehr

uuzureichx„tz,„ Lokalitäten beguügen, wclche bcn belehrcn-

Zweck jhres Binterials unerreichr ließcn. Dic erste

."^g»ng, solchem Uebelstanve gründlich abzuhelfen, cr-

^S'e ini Jah„ 1868. Als richtigc Lösung der brcunen-

Frage erschien die Herstellung cines Gcbäudes, das

öweckmäßig angelcgten und ciugcrichteten lliäumen

"'"»"liche Summlungen aufnehmeu solllc. Nicht miiwcr

»c wurde man sich, daß ein solchcs Atnscnmsgebäud
"ur durck " -

köi,i

'"sseuen

l) Znsammenfassen aller Mittcl ermöglicht wer-
"c. Doch aus eincn im Frühjahre 1870 cr-
Uiid ii bcsteu Appell an dic Einwohner von St. Gallcn
bis 2lusland besindliche Söhue war schou

ven" ° Dktvber 1872 Lie Suuimc vou 200,000 Fr.
suii"^'"' nnd im Somuier >877 betrug die Total-
^ ""c der privaten Beiträge, Zinscn und dcr namhaftcn
'"gc der kaufinännischen Kvrporation, des cngcrcn

Bürgervcrbandcs, der Einwvhiicrgemcinde uud dss Kan-
tvus 428,000 Fr. Ju dieselbe Zeit siel auch die Boll-
eudung deö Baues selbst. Deu Plan sür dcusclbcii fcr-
tigte der St. Gallischc Architekt Kuukler au. Die
Hcrstelluugskostcn belieseu sich aus die Suuime vou
436,000 Fr. Für das klcine Deficit hafte» die Berciuc.

Das Gebäude sclbst darf alü sehr gcluugcu be-
trachtet wcrdeu. Sein würdcvolles äußeres Gepräge
macht cs zu ciner architektouischen Zierde der Stadt,
dic inncrc Eiurichtnng entspricht dcn sür zweckmäßige
Unterbringuug der Sauimluugcn gcstclltcn Bcdingungen.
Mit Einzug uud Ausstelluug wurde im verflossencii
Sommer bcgonnen, und am 8. Oktober konnte das
Musenm mit einem schvnen Fcste erösfnet werdcu, bci
wclchcm das Gebäude der cngeren Bürgergemeinde als
Eigciithum übcrgcben wurde, die mit bcdcuteiwcn Opfern
dic Beschaffuug des gesammtcn Mobiliars zu ihrer
Ehrensache gemacht hatte. Die iiatiirhistorische Samm-
luug, die iu Bezug auf Reichhaltigkeit deS Materials
dcu übrigeu iu der Schwciz überlcgeu ist, dehut sich
durch sänimtliche Säle des weiten Parterres aus. Zn
die Räume dcs l. Slockwerkö thcilcu sich die Sanim-
luugeu des Kuust- uud dcs histvrischcu Vercins. Jenc
hat dic uördliche, diese die südliche Halste ausgewählt.
Die Gemäldesammlung, deren Aufstclluug der Maler
Nittmayer lcitete, hat ciuen Saal iu größten Dimen-
sioneu mit Oberlicht, au deu sich uoch zwei weitere Säle
aureihen, zur Bersügung. Sämintlichc Räume sind jetzt
scho» iu erfreulichstcr Weise mit älteren und neuereii
Originalwerkeu ausgcstattet, bci welchen sich dcr Kunst-
verein ganz richtig zur Aufgabe stellte, haupisächlich die
namhaftesten Schweizer Malcr in Vcrtrcluug z» briugcu.
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