Kunstchronik: Wochenschrift für Kunst und Kunstgewerbe — 13.1878

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^5. Zahrgang.

Bciträge

sinc>an prof. Dr. T. nvn
kützow (wlcn, Tsirro-
simnnnMsso 25>) o-rr on
Nrrlngslnrndlung ln
^oipzig zn richten.

November

Nr 6.

Iliscrate

Mul gesj-'altene petil-
zeile werden non jeder
vnch- u. Aunslbandlttng
nnuenonnnen.

1877.

Veiblätt -zur Zeitschrift für bildende KunfL.

Srscholnt jodo wochc a,n vonnorstag, für dio Abomcntcn d» ^,t,chr,^t^

Iahrgang 9 t^ark sowokl ini

^nkalt

Neuc Rubensbildcr in Antwcrpcn.

2n Florenz wnr mit dem Biichclangclofest die Er-
Ajnnng Ler ncuorganisirten Casa Buonarroti vcrdundcn.
A'er dieseni Btonuiucnt oder Muscuin üderstcigt die
^enkivürdigkeit dei weiteiu die Originalität. Mit dem
Wuseuui Plantin in Antwcrpcn, ciner Stiftung, welchc
Erinnerung an daö Nubcnsfest dauerud sesthalten
sell, verhält es sich beinahe uiugekehrt. Es ist in diescu
-Nältern der dcnkivürdigeu Sailiiulung bcrcits gcdacht
wordci, (Knnstchr. 1877, Nr. 52), doch dürftc dic klciue
^einäldegalerie der Plantin wohl vcrdiencn, noch genaucr
^eachtet zu wcrdcu. Ein Katalog existirt noch nicht, auch
slelli die Dircktiou eincr nähcreu Uiitersuchuug der ihr
''nvcrtrauten Schätze zur Zeit noch Schwierigkeiten in
Wcg. Deinungeachtet stcht cs jedeiu frei, deiisclbeii
stiiic Aufincrksanikcit zuzuweiiden. Lcider hängcn die
^'lder nieist hoch oben au der Decke, sreilich nach altcin
^brauch, wie uian au dcn Jntericiirs der holläudischcn
'lder aus dcm fechzehnten Jahrhuudcrt crkenncu kaun.
Uiner den Portraits im Muscuui Plautin sind die
8r. Pourbus und Rubens aui zahlrcichsteu vertrcten,
"Erlich Faniilicnbilder der Plantiu uud Moretns.
-llbriana Gras, die Frau dcs JustuS Lipsius sührcu
""b sowohl Fr. Pourbus als Rubens vor. Unter den
Ulteiien Meistern glänzcn Palamedes niit dcm Portrait
iungen Morctus in ganzer Figur lcbeusgroß und
w' '"'r sonst unbekannter, B. Wulfert siguirender
lcistcr injt ej„^. L^ndschaft, welchc mit Jägern staffirt
l' burchaus in der Art des A. CuhP. Uutcr deu
^ 'lreichen Wulfert im Liggcren der St. Lukasgilde von
"lwerpen ist nnr sciu Bornaiuc nicht crsindlich gc-

wcsen. Er ist schwerlich Flauiläudcr gcwcsen. Vou
grvßercui Zntcrcssc siud iudessen ciuige Bildcr vou
Nubcns, welche dcui Krcis sciucr gewöhulicheu Dar-
stellniigcn nicht angchörcn. Das; NnbeuS in Ztalicu
uiituulcr auch uiit Kopiren italicuischer Mcistcrwerke sich
beschäftigle, dafür werden uns hicr uiehrcre Bcispiclc ge-
bolen. Uutcr deu zahlreichen in Dcutschlaud befiudlicheu
Nüibcnsbilderii dürflen uur sehr weuigc derartigc Arbeitcn
sich nachweiseu lasscu. Das vou ihm gcnialte Porlraii
ciner juugeu Daiuc mit eincui fahneuförniigcn Fächer
iu der Galerie des Belvederc iu Wien gcht zurück auf
ciu nieines Erachlens mit Necht deui Tiziau zugeschriebcucs
Portrait iin Saal der Beneziaucr der Drcsdeuer Galcrie.
Der Bcrgleich beidcr Bilder lehrt, mil welcher Freiheit
Nubcus kopirtc. Ueber der Kopie vergißt uian bas Ori-
giual. Nicht cine Nachbilduug habcu wir dort vor
Augcn, sondcru ciue Uebertraguug m die eigeue Art dcr
Auffassung. Dcrarlige individuelle, die Erinuerung
an die Origiuale burchaus zurückbräugeude koloristische
Uebcrsetzuugeu glaube ich auch uulcr den kliubeuSbilderii
iin Museuui Plautiu nachwciscn zu könuci,.

Das von glaffael gcuialtc, jctzt iu der Galerie Pitti
befiudliche Portrait Leo's X. aiu Tisch uiit der Lupe iu
der Hand hal bekanutlich schou Andrea dcl Sarto so ge-
lungen kopirt, daß diese jctzt im Nativnaliuuscnui zu
Ncapel bcfiudliche Kvpie von dem davo» gctänsck'teu
Giulio Rouiauo iu ciueui Gespräch uüt Basari für Ncis-
facl's Arbeit uuter seiucr cigcncu Bcihilfc irrthünilichcr
Weise erklärt wcrden kountc. Jui Museuin Plantiu
häugt ciue Kopie ebcndesselben Bildcs von der Haud
des giubeus, doch ist dcr Papst in der Größc dcs Ori-
giuals n,ir alö Brustbild bargeftellt. Nur Süibcus, kein
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