Kunstchronik: Wochenschrift für Kunst und Kunstgewerbe — 13.1878

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15.Iahrgcmg.

Leiträge

smdanprof. Dr.L. von
rützow (wir„. T,!-ro-

sunnnngossr 25) oder nn
^i'iüigshcindlung in
ZU richicn.

20. Iuni

Nr. 36.

^nserate

ü 25 für die drei
riial gespaltene j?elir-
zeile lverden von jeder

1878.

!

Beiblatt zur Zeitschrift für bildende Kunst.

Erscheint jede woche mn Donnerstag, für die Abonnenten der „Zeitschrift für bildende Runst" gratisfür sich allein bezogen kosiet der
Iahrgang 9 Mark sowohl im Buchhandel als auch bei den deutschen und öfterreichischen j)ostanstalten.

^"l)alt.- von der pariser weltausstellung. II. Die deutsche Runst. — siberat Yundertpfund -j-.- Antoine-Laurent Dantan d. ä. -j-. — ^teinla's
- t'ch der Sirtinischen Madonna. — Die Schack'lche Galerle ni Munchen; Alt-Nurnberg's Zerstörung. — Inserate.

^oi, dcr pariscr Wcltausstcllung.

II.

Die dcutsche Uunst.

. c'rste Eindruck, welchen die dcntsche Knnst-
^'N'lti llnng Ktn ihne,- Ervffnung selbst anf diejenigcn
^chte, welchc ihr init Mißtraucn oder nnt geringcn
entgcgcn gcschen hattcn, war der dcr
^ IUaschung, dcr ciner angenchincu Enttänschung. Ja,
u.' Gefijhs dcs StvlzeS kvnnte in unseren Herzen Platz
als >vir sahcn, daß die Bteister cines gefälligcn
^^^"llenients, eincr l'cstechenden Etalage, dic Franzv-
. ^ bnrch die dentschen Dekvratcnre in jedcr Hinsicht
^ ivvrden waren. Währcnd die franzvsische

>v. >Nst bcr eincn Seite deu ansgestellten Knnst-
. ", ein liedendes Berständniß entgegcn brachte nnd

hgf"' nngctheilte Anerkennung zvllte, ivies sie anf
^'ch'rcn anf das geschinackvvlle Arrangcnient »nd
s/ 'f^j>I>>nic Dekvrativn dcs dentschen Saales hin. Die
(,?'sch^'ch"> Näunie sind kahl nnd vde: kein Tehpich
l'altknlten Aöphaltbvden, anf deni der Anfent-
Dn ^^genivetter geradezn nncrträglich ist, kcin
crs..^^ ^Oihl ladet zur Ruhe ein, kcine Blniuc
^ '">l das Ange, knrz, die Franzvscn haben anf jeden
Ansstellungsränine verzichtet. Die Wände
dcr^ tvdtcn, kalten Grau benialt, ivährend

.. ^"jstch>' Saal niit einer dnnkelrvthen Tatzete be-
d»,^ »tlva siinf bis sechs Fuß vvn der Decke

Icln ' lräftiges, reich gegliedertes Gesiins aus
Hvlz abgeschlossen wird. Das Evmparti-
' vberhalb dieses Gesiinses ist init eincr dnnkel-

^"n -Lapete bedeckt.

Der Eingang in die dentschc Abtheilnng siihrt
durch cin Portal, Ivelches der Enlvriu cku l,r<ivuil an
der siidöstlichen Seite dcs Ansstellnngsgebändes anf
dcin MarSfeldc zugekehrt ist. Dieses Pvrtal, ebenfalls
aus schwarzei» Hvlz, ist in den Fvrinen eincr etivas
schiverfälligen, dvch nivnuincntal ivirkenden altdentschen
Renaissance gehaltcn. Das Gesinis, ivelches die Wand-
fläche des Saales in zlvci nngleiche Theilc trcnnt, steht
fast in vrganischeni Zusainnienhang niit deni Pvrtal,
das anch nach innen eine nivnnnientalc Ansbildnng
erfahren hat.

Die dcntsche Kvinissivn hat ihren Salvn »ut
Bannigrnppen, persischen nnd tiirkischcn Teppichc», niit
Divans nnd italienische» Fantenils ausstafsirl und da-
dnrch zu de»> behaglichsten Anfenthalt geinacht, den
die üulsriu cks« Hizuux-^rts zn bieten hat. Iliur
die Engländer haben nvch siir cinigen Cvinfvrt gesvrgt.
Dic dentsche Kvniniissivn Iviirde nvch ei» niehreres ge
tha» haben, ivenn ihr nnifassendere Geldniittel zn
Gebvte gestanden hätten. Die bcivilligtcn «I0,000 Piart
gingen ans, bevvr nvch alles sv arrangirt ivar, ivie
nrsprünglich geplant ivnrde.

Jn Fvlge der Thcilnng der Wandfläche dnrch das
vben erlvähnte Gesinis ist freilich der dispvnible Ranni
beschränkt ivvrdcn. Auch Ivnrden dem Arrangeinent
dcr Bilder, Ivie sich leicht einsehen läßt, inanche Hinder-
nisse in den Weg gelegt, die nnr schiver zn nberwi»-
dcn Ivarcn.

Jndessen sind dvch sv zicinlich alle Bilder unter-
gebracht ivvrden, ivelche vvn vvrnherein siir die Ans-
stellnng designirt ivare». Wen» inan ein Genrebild
deö Düsseldvrfers Hertel, welches eine Knabensckmle
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