Kunstchronik: Wochenschrift für Kunst und Kunstgewerbe — 13.1878

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i">-Zastrciana.

smdan j?rof. Dr. <L. von
tützow (wien, There-
Imnlnngasse 27») oder an
die Verlagskandlnna in
ZU richten.

Nr. jti.

^nserate

v 2S Pf. f»r die drci
vi-,1 scspaltcne pctil-
^ zciic wt-rdcn »o» jldrr

rtnch- n.Annstdnndinns
an^enonnnen.

äs. 2>anuar

-chuorr-Ausstcllmig iu dcr Bcrliucr Balional-
Kalcrie.

Dir der pcriovischen AusftcUungen, welche

ebcs'^ ^o^dini seit Autritt seines Amts in dcm
Psl/?" dcr dlalioualgalcrie zu veraustalteu

denisä ^iederum ciuem Altmcister der ncueren
Äulius Schuorr von CarolSfcld,

stcll' Berdienste, die sich Jordan durch schrift-

ui,i"'^^ Thätigkeit „„p zahlrciche Publikationcu
dere,^ isläuzendc Epoche der dcutschcn Kunstgeschichte,
a , ' '-''^"pt Cornelius war, erworben hat, sind unsercn
hab"' - ^inreichend bckannt. Pcrsönliche Beziehnngen
jeiie" Thcil »lit dcn hcrvorragendsten Meistcrn

i» d^-Theil »üt ihren Nachkommcn verknüpft,
zii G kaum eiuem zweitcn ein reiches Matcrial

!> - cbvte steht, pe„ Ntitlebendcn jene glorreiche
, deren .. ^ ----- lxjder zu verbleichen

steht, nm den Atitlevcuo»,t „
oeren Gedächtniß untcr ihnen leider zu verbleichen
.^ht, in lebendige Erinnerung zu bringen. So ist cs
mich gclungen, die Mappen der Sammler zu cr-
t^ueße.>- - SZ,äi;e an daö Licht zu

schlj,.-'"^ Oekungen, die Mappen oee .. ^

zieb-^" .""^ >hucn reichc Schätze an das Licht zu
iibe,-"' gestatten, cinen vollständigen Ucbcrblick

»iil, dielscitige knnstlerischc Thätigkcit Schnorr's
dcs eiuen lehrreichen Einblick in die Genesis

priv '^s^es zn gewinncn. Außer einer Neihc von
Ä N'" ^""»ukern habcn ihm die Gencraldirektion dcr
»»d >" Dresdcn, die k. k. Akademie in Wien

b^ " '^">th der Stadt Leipzig die in ihrem Besitze

stellt Zeichnnngen Schnorr's zur Bcrfügung gc-
ca q>- »e eine Ausstellung eröffnen konnte, die

Ästvf'O ^""tinern nmfaßt und in dcr kein bedeutendes
t'es Künstters unvertretcn ist.

Die bei weilcm größerc Anzahl dcr auSgestcllten
Gemälde, Aquarellc, Zcichuungcn, Skizzen und Studicn
war bisher eincm größcren Publikum völlig unbckannt.

Da ist zunächst einc Serie von 94 landschaftlichen
Studien in Fcder, Sepia und Tusche, wclchc die ganze
Zcit seines italienischen Aufcnthalts, die Jahre 1819
bis 1827, umfassen. Nur cine klcinc Zahl derselbcn,
drcißig, hat Jordan vor scchzehn Jahren publicirt.

Die übrigcn warcn nur dcnen bckannt, wclchcn der
Leipziger Besitzer einen Einblick in seine Mappen vcr-
gonnte. Wie Schnorr vielfach Wege cinschlug, dic ihn
von Cornelius und Ovcrbeck cntfernten, so zcigt sich
auch in diesen Landschasten einc völlige Emaneipation
von dem Gciste, welchcr die Klosterbrüder von S. Jsi-
doro bcherrschte. Während sich noch in ven landschaft-
lichen Theilen seincs ersten Oelgemälves, — der Bcsuch
dcr Eltcrn des Johanncs bci der heiligen Familie —
in der Anlehvung an die naivc Behandlung der Natur
dnrch die niedcrländischen und deutschcn Mcister deö
Quattrocento einc bcwußtc Opposition gegen daö 18.
Jahrhundcrt offcnbart, grcift iu den landschaftlichen
Studicn, die ihrc Entstehnng den Rcizen Jtaliens ver-
danken, cinc unbcfangene Naturanffassnng Platz, die sich
allmählich zu volliger Frcihcit stcigcrt. Die erstcn dicscr
Blätter -sind Produktc eincr unfreiwilligcn Muße. Sie
entstandcn, als im Zahre 1819 cinc schwcrc Krankhcit
den Künstlcr zwang, das Klima Roms mit cinein ge-
sündercn zu vcrtanschcn. Spätcr niag ihm dic Beschäf-
tignng mit dcr Natnr immer licber geworden scin, „nd
so zeigt unö dic Sammlnng Ansichten auö Jtalien vvn
Florenz Lis Taormina. Doch waren cs anßer Rom
vorzngöweise daS Albaner- nnd das Sabinergcbirge,
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