Kunstchronik: Wochenschrift für Kunst und Kunstgewerbe — 13.1878

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Die Nürnberger Ausstellung der vervielfältigenden Künste.

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speienden Krug. Letzterer bildet die .

Mauerstücks, auf welchem der Jnitial "r^
scinen Platz erhalten. Die Vignette aru "

Ensteitung zeigl' daß „Zu-deu M"' «

dmngl sich das Publikum vor dcr „engui
l'sorte", uui cines Billcts habhaft zu werden.
aus die Entwickeluug
ber Jllustralion ein-
Mgehen, oerbietet uns
der Mangel an Rauin
und die Erwäguug,

^ass eS thöricht ist,

Geistesblitze iu Wor- -

lensesthaltcnzuwvllcn.
lleberall ganz bei der
^ache, solgt die niale-
nsche Phantasie Men-
zel's den Spuren des
Dichtcrs hinter und
aus den Kouliss

stracks entgegcngeht. DaS andere Bild bedarf, da es
einc köstliche Scene auf dcr Bühne selbst wicdcrgiebt,
nicht der nähcren Erklärung. Die Bignclte cndlich
ist eine kostbare Jllustralivn der Finte, zu dcr der
Dvrfrichter grcift, um dcn Vcrlust seiner Pernckc in

glaubhafler Wcisc zu erklären.

djx

»cckischen Geister

IN, UNd Jllnsiratiousprobe auSr „Der zerbrochenc Krug" vou H. v. Kleisl, ill. vvn Ad. Mcnzel.

^Hunivrs treibeu allerlci Knrzweil, an die kauin der
^'chler gcdackst hat. Dafür mögen dic Hvlzschuiltproben
bagen, dercn Mittheiluug wir der Güte der Verlags-
laudlung verdanken. Daö ciue Bild zeigt uns den Herru
^"ichtsrath, wie cr bei Wintertag ebcn iiu Dorfe
'sdgelangt ist uud, dcn raiuponirten Neisewagen iu der
^chmiede zurücklasseud, den kommcndcu Ereignissen

— Bei der stilvvllen
Diirchführung des
ganzen Wcrkes, an
dcssen Gelingen die
ck'xlographen Käsc-
berg, Walla und
Lütkc, wie aus den
Signäturen crhellt,
vcrdientcn Antheil ha-
ben, bcdaucrn wir leb-
haft dcn Mißgriff,
dast vier grösterc Kom-
positivnen in Forni
von Phvtvgraphien
eingeschaltet sind, dc-
rcn trüben Glanz wir
lieber in die der Menzcl'schen Art so ganz entsprcchende
scharfe Deutlichkeit dcs Holzschnittes nbersetzt geschen
hatten. Wir vcrinukhen, daß hier ivieder cininal ans
dcr Noth eine Tngend gemacht ist, der vcrwcrfliche Ge-
danke aber dcm Verlcger fcrn gelegen hat, deu Mcnzel'-
schen Humor für schwache ästhctische Gemüther durch
Eiwcis verdaulicher zu inachen. 8n.

Uürnberger Ausstellung der vervielfältigenden
Aünste.

, Es ist njcht Absicht, im lstachfolgenden die

s'dzelneii älteren und neuereii Leistungen auf den ver-
lledencii Gebieten der vervielfältigendcn Künste, wic sic
Vvm Bahcrischen Gcwerbemuseum in Skürnberg in
'vsein sfahre veranstaltete Ausstellung vorsührte, noch-
»ufzuzählen und nach ihrem Werthe zu bcurtheilen,
'°"dern es soll vielmehr der Charakter der Ausstellung
"'b das ihr Eigenthümliche bezeichnet, auf die verschie-
Zwecke, die sie durch die Art ihrer Anordnung zu
°"'«che» gesucht, hingewiesen und das Rcsultat gezogen
""den, welches sich aus ihrer Einrichtung crgeben hat.
„ Zweige der Vervielfältigung, wclche sie nach
i'"r natürlichen Reihenfolge zu umfasscn hatte, waren:
E" Buchdruck, dcr Holzschnitt, der Metallplattendruck,
r ^ühographie, die Photographie und der Lichtdruck.

" Leistungen der ältcrcn Zeit nach ihrcm Ent-
uckelungsgange vorgesührt und die der Gegcnwart ihnen
^Seniibergestellt werden sollten, ergaben sich auf jedem ^

^"'«e von selbst zwei sich aneinander anschließenve Ab-
e'lungen: die historische und die der Neuzcit. Da aber

^ in der historischcu Abthciluug sich durch eine chrouo
logische Aufcinaiiderfolge der in jedem Zweige als be-
sonders charakteristisch voihandeneu Leistuiigcn die Ent-
wickclung derselbcn klar erkennen lassen sollte, iiiustten
für diese, niit Benutzung der vou Privatbcsitzern
erfvlgten Aiiiueldungen, die Ausstclluiigs-Objckte vom
Bayerischen Gewerbeiuuseuin aus vorhaudencn öffcntlicheii
Sauiinluiigen selbst ausgcwählt und iu dcr beabsichtigtcn
Reihenfvlge geordnet werden.

Um die oben angeführte Gruppen-Eintheilung iu
allen Theilen der AuSstellung zur Durchführung gelangeii
zu lassen, erschicn es gebotcn, diejciiigcn verschiedenartigen
Erzeugnisse der Gcgenwart, welche cincr uud derselben
Verlags-Firma angehörten, vou cinauder zu treiinen, so
daß z. B. Leistungen dcs Buchdrucks, des Kupferstichs,
dcr Lithographie rc. aus demselben Berlage je ihrer be-
züglichen Gruppe zugctheilt wurdcn. Für den einzelncii
Verleger ging dadurch allerdings die ihm bei jeder Auö-
stellung wünschenswerthe Gelegcnheit der Nepräscntativn
einer vielseitigeu Thätigkeit, sowie des Wirkens durch
ein reiches und glänzendes Arrangeincnt seiner Expvsition
verloren, dagegen aber bot sich für jeden cinzelnen Zweig
der vervielfältigenden Künste eine Uebersicht ihrcr gegeu-
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