Kunstchronik: Wochenschrift für Kunst und Kunstgewerbe — 13.1878

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Nr.

^-Iahrgang.

^eiträge

^anPwf.Dr.L.von

°utz°w <wir„, Thoro-

s'°"u,»gnsso2s)odora„

" ^">agshnMu„g j„
°°>pzig „i ricisson.

N- Ianuar

Inscrate

ü 25 j?f. für die drei^

s878.

Veiblatt zur Zeitschrift für bildende Kunst.

I^eint jede Woche cnn Donnerstag, für die Zlbonnenten der „Zeitschrift für bildende Aunst" gratis; für stch allein bezogen kostct der
Iahrgang 9 Mark soivcchl im Buchhandel als auch bei den deukschen und österreichischen s>ostanstalten.

^nbolr.

-A«-domw.o„°r«a„».ech-us°.-5.-°sZn-^

a- Mengom -f. - personalnachrichten. — Munchener rxun,lvrrr .

Mcil. — Zeitschriften. — Benachrichtigung. — Inierate.

Aus dem wiciier Rünstlcrhausc.

Di° Noih der Zcit, welche schwer auf ^ lctztm
llahres-Auöstellung im Wiener Künstlerhcmst
ld", macht slch tzei der diesmaligen Weihnachts-Aiws e ^
Seradezu crschrcckendem Maste geltend. >>st °em
inau sich unwillkürlich, der Sch°pf""7
'me Male! gar so abhängig rwn der ^stck . 'hm
-ll'lder an dcn Mann zn bringen und rersnch 1 ^

d"ktivnskrast so vollständig, wcnn sich
""l>t eiustellen? Man mochte dw Fragc °hne L
b°laheu, we»n man das „Handelsgnt """lf" ^

G".e" siehi - wir gebranchen einen tressenden An -
des deutschen Handelsgcsetzbnches da 1' >
dem Weihnachtsmarkt im Künstlerhause
Sninger Zahl zusammengesnnden. Was ^

^»"stler ausgestcllt, verdicnt kanui erwahn »

""d ist znni großen Theile ans Bestellung fur de Hans-
Sebranch angesertigt wordcn. Dahin S'-^
^""° einige PortMs sür den ^

^lchen Felix mit zwei sehr v°'7"s^^E s!s elt
"°"reten ist. Sein Bildniß einer altercn ^ '

7'ch scharse Zeichnnng, markige Modell.rnng g snnd

^lorit und schlichte, nnmittelbare A"ffass""S' ^

^eiten Porträt, welches ei» sehr '"M°st

iadchen nüt edlen Zügen, klarcn Angui » s
'°"t"rirtem Kopfe im Rahmen p""chlv°ller licktbrau
f""re zeigi, hat uns der zarte, sa V°rttäg "M^

°'"°hr überrascht. als diescr Künstler sonst kein Heigm
^tt vor den Pinsel zu nehmen pstegt. Untcr
istt'nihängenden Kostümlarven solch S'l") ' :,.usch >
""°d°rgegebene Menschenbilder zu seh°", hat nns w.rtlich

wohlgethan. Gnstav Ganl hat sich dnrch den Anftrag
eincr hochgestclltcn Dame vcrleiten lassen, die Sixtinischc
Madonna in eincr Bondoir-Ansgabc zu kopiren; vvn
dcr ganzen überirdischen Komposition I.affacl'S ist nichts
übrig geblieben, als das Kniestück dcr Madonna nüt
dcin Bambiiio. Die schwcbende Haltnng der Hauptfignr
ist dcrgestalt ganz iimiwtivirt nnd der wniidersaine Ein-
druck, den dieselbc anf dcin Originalbilde gcradc dnrch
die geistige Bezichmig zn ihrer Umgebmig hervorbringt,
ist zerstiirt. Uebrigens ist das Uuterfangeii, diese Ma-
donna zn kopircn, nnsercs Wissens noch nie gclungeii;
es geht daiuit sclbst guten Kopisten, zn vencn sich
Gnstav Gaul ohne Zwcifel zählcn darf, wic dcn Thau-
malurgcn der ägyptischcn Priesterkastc, wclchc dic Wnn-
dcr Mosis nachahmten: dcn „Fingcr Gvttes" koimtcn
sie schlicßlich doch nicht kopircn.

Einige ausländische Künstlcr sind es, mit denen
diesmal im Künstlcrhaiisc hauptsächlich Staat gcmacht
wird, obglcich diesclbcn känm ihr Bcstes bcigesteucrt
haben. Mnnkäcsy's „Im Atelicr" haben wir im
vorigcn Jahre an Ort nnd Stellc gcsehcn, nnd daS Bild
ist auf dem Wegc vom Park Moncean bis in dic Loth-
ringcrsttäße nicht iiitercssantcr gewordcn. Es bietet iinr
cine flüchtige Wiedergabe dcs Atcliers dcs KünstlerS
mit dcn Bildnisscn desselben nnd seiner Gattin: für dic
großen Dimcnsivncn entschicdcn zu wenig Stosf: die
Porträtähnlichkeit läßt nichts zn wünschcn übrig; leider
aber ist die Farbe mit jencii schwärzlichcn, schnmtzigen
Tinten behaflet, von denen Mnnkäcsy sich
wegs frei zu machcn weiß. Paczka, ein in Paris
lebcndcr schr talentvollcr jnngcr Ungar, welcher gleich
durch das crste Bild, mit dem er den Saloi, beschickte,
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