Kunstchronik: Wochenschrift für Kunst und Kunstgewerbe — 13.1878

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Kunstliteratur, — Kunstgoschichtliches. — Kunstvereine, — Sammlungen und Arlsstellungen,

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d-nen er selbst ini Mittelgrunde zu Pferve folgt. Hier
stcht Verlat ebcnso in der richtigen Wahl eines Motivs
durch maßvolle Zuthat eigencn Enipfindens auf der
'hm vergönnten Höhe. Hier muß ihm aus vollcm

Herzen der Preis eines wahrcn Kunstwerkes zugesprvchen
tverden.

Wo es gilt, die Natur direkt iiu Bilde zu vcr-
^nhen, da entfaltet Verlat seincn cigcntlichcn Beruf,
»nd hier jst vie von der Natur selbst ihm angcwiesene
^nnze zu beobachten. Aus diesem Grunde gcwähren
d'e tadellosen, zahlreichen klcincn Oelstudien, wclche mit
I^ltener Feinheit und Schärfe durchgeführt sind, einen
"bcrraschenden Einblick in seine schaffende Thätigkcit,
b«en cingehendes Studium für Küustler iusbesondere
"vii hohem Belang sein mag.

Weimar, deu 16,

Februar 1878.

Lionel v. Donop.

Aunstliteratur.

Rooss.'^ der Sliitwcrpener Malcrschulc vou Max

tioiien ? "'ilchcint demnächst in 20 Lieferuugen mit Jllustra-
Ricliwr? Hvtzschnitt und mit 10 Radirungeu von I, B,
hat ch »»^öbstattet dei Ad, Hoste in Gent. Besagtes Werk
geschi'wi ^ »»» dem Stadtrath von Antwerpen 1876 aus-
»>it P,i«,'cn Koukurrenz den ersten Preis erhalten u»d ist
in nuf die populnre Teudenz, die es haben soll,

»lamischer Sprache abgefatzt.

Firnw i, l'" Nasari-Ausgabc. Eiuer Ankündigung der
d>g um-/' ^stepli in Mailaud zufolge ist eine neue vollstän-
Ersäwi,, 'b^te Ausgabs der Basari'schen Biographien zum
Aji' , bereit, Als Herausgeber werden Gaetano
acht Carlo Pin i genaunt. Das Werk ist auf

»oii d??o .IlaN'Bnnde von je 650—700 Ssiten berechnet,
Pr«c> ; stährlich wenigstens zwei erscheinen sollen, Der
das m Bandes beträqt 8 Lire, Jm Jahre 1881 soll
Ganze vollendet sein,

Aunstgeschichtliches.

Wcltiii s^'/ Ausgrabungcn in Mykcnä halten die gelehrte
lcicli iü, . ährender Spannung. Kaum ist Schliemann's
liausl Ä i'"^er Ausgrabungsbe'richt (Leipzig bei F, A, Brock-
siihriiH'Pblenen - ein Werk, auf daS wir demnächst aus-
Uciier ^"»"ckkommen wcrden — und schon wieder wird ein
Uäinlin,'ii' ,5"s der altcn Hochburg der Atriden gemeldet:
üarer Aufdeckung eines sechsten GraboS in ilinnittel-
"isistöu- ^ bok fünf von Schliemann aufgedeckten Begräb-
dem Dasselbe liegt gleich rechts am Eingauge ünter
säiiimu""ppclten Platten bestehenden Steinkreise, welcher
Älter gefundene Gräber nmfaßt, und ist

legt mm^^lsaude „cyklopische Haus" wnrde völlig freigc-
Zuge i,„si"Ub reichliche Ausbeute, Die gegeuwärtig im
^tnincisl?", "Hon AuSqrabungsarbeiten iverden von 'Hru,
Athei, Auftrage der Ärchäologischen Gesellschaft in

de„ L„7,A''bl' — Jn vielen Puiiktcu übereiiistimmcud mit
^Uzeiid r V""',' ^ykenä oder sie in interessanter Weise er-
Dorfe Ausgrabungen, welcho kürzlich bei dem

Auch dn7.,s?'" >n der Nähs von Athen gemacht ivurdeu.
vox, nuver behalteu Ivir uns einen eiilgehendereu Bericht

Aimstvereine.

^sni N"!'^ncr Kunskverciii. Am 31, Jammr fand die von
^°»iäs-i„.ts!'""Ssausschuß des Münchener Kuustvereins iu
- ' der Statuten für den Schlutz eines jeden Jahres

vorgeschriebene ordentliche Generalversammlung seiucr Mit-
glieder im Vereinslokale statt. Auf der zuvor bekannt qe-
machten Tagesordnung standen als Verhandlungsgegen-
stände: 1) die Erstattung des Rcchenschaftsberichtss, 2) Vc>r-
trag über die Eimmhmen und Ausgaben des Jnhres 1877
und 3) Feststellung des Wirthschaftsplanes für das laufeiide
Jnhr 1878, Aus dem Rechenschaftsbericht ist, was die Er-
schieneuen mit Verguügoii erfuhren, zu entnehmcn, daß der
Kunstverein sich eines fortmührend steigenden Gedeihens zu
erfreuen hat, die Anzahl der Mitglieder imausgesetzt zunimmt
und die Finanzverhältnisse der befriedigendsten Art sind. Die
Rechnung über dis Einnahmen und Ausgaben für das Jahr
1877 murde in allen Punkten genehmigt, nnd ohne Disknssion
und Decharge ertheilt, Auch das Budget sür 1878 gab zu keineu
weitereu Erörterungon Anlaß nnd erhielt die einstimmigo
Genehmigung, — Jrgend welche Anträge wurden in der
müßig besuchten Versammlung nicht gestcllt, — Die Anzahl
der Alitglieder ist nahezu nuf 5200 gestiegen, trotz der sehr
erheblichen Abgänge durch Todssfälle u, a, — Die Rechnuug
für 1877 bilanzirt, was Einnahmen und Ausgaben betrifft,
mit fast denselben Ziffern, wie der Voranschlag für 1878,
Vereinsgeschenk an die Mitglieder wird auf dieses Jahr eiu
Stich Hermami Wcilde's nach Franz Defrsgger's „Tisch-
gebet", dasjcnige auf 1879 ein solcher von Joh, Fricdrich
Deininger nach dem letztvollendeten Gemälde des ver-
storbenen kgl, Akademieprofessors Georg Arthur Frhrn. v,
Namberg „Nach Tisch" (in der neuen kgl, Pinakothek)
und das für 1880 ein Stich Zoh, Bankel's nach dem be-
rühmten Originalgemälde von NubenS in der alten kgl,
Pinakothek „Castor und Pollux" sein,

5ammlungeii und Ausstcllungen.

L. Dcr „Württcmbcrgischc Kunstgcwcrbc-Vcrcin" in
Stuttgart, der erst seit eincm Jahre besteht, hatte kürzlich
eine Äusstellung vernnstaltet, welche sich durch ihre Vielseitig-
keit und qeschmackvolle Anordmmg auszeichnete. Alle Zweige
der Kunstindustrie des Königreichs wnren darin durch werth-
volle Einsendungen vsrtreten, und wenn sich auch im Eiuzelueu
uoch manchs stiilose uud überladene Arbeit zeigte, so fand
sich doch anch viel Gutes, ja sogar Vortrcffliches, Da ist
besonders ein kostbnres Prunkgefäß lobend zu crwähnen,
welches in den edelsten Formen der Renaissance nach einem
Entwurf des Professors H, Herdle in Wien seineS geborenen
Stuttgarters) vomHofjuwelier Föhr prächtig ansgeführt war,
Der deutsche Kniser hat dasselbe dem Ärmec-Renn-Vereine
in Baden-Baden als Ehrenprois geschenkt, Auch eine treff-
lich gearbeitete Kassette von Ebenholz mit reichcr Verzierung
vvn getriebenem Silbcr, entworfen von Prof, Seubert
und ausgeführt von R, Mayer, welchs der König von
Württemberg sofort ankaufte, verdieut unbeschränktes Lob,
Ebenso die Schmuckarbeiten im Stil der alten Venetiauer
von Plouor L Co, iu Stuttgart, ein Schmuckkästcheu mit
eingelegter Mosaik vou F, Bosch auS Friedrichshafen, z. Z.
in Wien, eiuige kunstreiche Lederarbeiten von Bühler,
Feucht L Co,, stilvolle Glasmaloreien von Kelluer L
Söhne in Friedrichshafou u, A. Vierhundert der besten
Gogenstnude sind von dem Vvrstnnd des VereiuS zu einer
Verlosuug angekauft worden, welche zweifellos dazu beitrageu
wird, das Jutcresse für Hebung des GeschmnckS im Kunst-
gewerbe anzuregcn, wie demi überhaupt schon die Ausstellung
von der besten Wirkung nicht bloß auf die Kroise der Gewerb-
treibendon selbst, sondern nameutlich nuch anf diejenigen
gewesen ist, die durch Knuf uud Bestellung denWetterfer
auzuregen im Stnnde süid,

13, Stuttgart. Jm Aiuseum der bildendeu Kunst war
kürzlich wieder eine höchst mteressaute Aussteiluug vou
Münchener Bildern veranstaltet, die ein zahlreiches Publi-
kum anlockte, Da das Ausgestellte größteutheils schou vou
andern Ausstellungen her den Lesern d, Bl, beknnnt ist
gehen wir auf Eüizclnes mcht nnher ein, Otto Baisch'ü
„Mühle bei Mondscheiu" mit emom Liebespanr als Staffage
ivurde für die hiesige Köuigliche StaatSgalerie angeknuft
Hübsche Komposition, uaturwahre Lichtivirkunq und vaetisckie
Stimmung rechtfertigen den Ankauf in jeder Weise, ^Zu deu
Permaneuteu Ausstellungeu gnb es eüiige interessaute Nciüv-
keiten, so bei Herdtle L Peters ein kleines meisterhaft durch-
geführtes Bild von A. von Werner, Moltko ini Atelier
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