Zingeler, Karl Theodor [Oth.]; Laur, Wilhelm Friedrich [Oth.]
Die Bau- und Kunst-Denkmaeler in den Hohenzollern'schen Landen — Stuttgart, 1896

Page: 177
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OBERAMT SIGMARINGEN.

ABLACH.

Pfarrdorf, an der Ablach, 9,3 km südlich von Sigmaringen und 62,9 km Allgemeines
südöstlich von Hechingen, in schöner, hoher, das weite Thal be-
herrschender Lage, 1245 und 1275 Abelach, 1263 Äbalach, 1300 Äbela,
später Ablach genannt, führt seinen Namen von dem Bache Ablach, eine
germanisierte Form des altkeltischen Abela = Ach. Es ist ein alter Ort,
der schon im 13. Jahrhundert eigenen (jetzt ausgestorbenen) Ortsadel be-
sass. Ablach gehörte zur Herrschaft Gutenstein im Donauthale und kam
1831 durch Kauf von dem Grafen Franz von Castell-Dischingen an den
Fürsten Anton Aloys von Hohenzollern-Sigmaringen, nachdem dieser
schon 1812 die Hoheitsrechte über Ablach erworben hatte, gegen Ab-
tretung derselben Rechte über das Dorf Rast an Baden. Früher Filial
von Krauchenwies, wurde es durch Gemeinde-Stiftungen am Ende des
17. Jahrhunderts Kaplanei, erhielt dann als Pfarrkuratie Tauf- und Be-
gräbnisgerechtigkeit und wurde 1885 Pfarrei.

Die katholische Pfarrkirche, der hl. Anna geweiht, liegt malerisch Kirche
auf der Höhe eines vorspringenden Bergrückens und ist ein kleiner, ein-
schiffiger Bau mit rechteckigem Chor. Das jetzige Gebäude stammt aus
dem Anfang des 18. Jahrhunderts, wo die damals vorhandene Kapelle
zu der nunmehrigen Kirche erweitert wurde. Der kleine Turm steht an
der östlichen Wand des Chors. Die Kirche besitzt mit Ausnahme der
einfachen Stuckornamentik an der flachen Decke keine architektonische
Gliederung.

Die Holzaltäre sind neu. Altäre

Monstranz, Sonnenform, und zwei Kelche, Empire, Kupfer, vergoldet. Liturgische
Ein Wettersegen, Silber, 18. Jahrhundert. Gerate

Im Turm zwei Glocken. Die grössere neu. Die kleinere zeigt die Glocken
Umschrift: S. Mathevs. f S. Marcvs. f S. Lvcas. f S. Johannes. 1581.

Der südliche Abhang der Anhöhe, auf welcher Ablach liegt, zeigt Vorgeschicht-
Spuren vorhistorischer Erdbefestigung, die terrassenförmig aufsteigt und !iclies
von zwei tiefen Gräben nach Osten und Westen flankiert wird.

Kunstdenkmale in Hohen2olIern. 12
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