Der Cicerone: Halbmonatsschrift für die Interessen des Kunstforschers & Sammlers — 1.1909

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Heft 1

Von den Auktionen

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drucktafeln) ausgestattete Katalog verzeidinete
538 Nummern. Den höchsten Preis darunter
erzielte Nr. 63, eine große holländische Land-
schaft von F. Knibbergen: 8000 fl. Weitere
hohe Preise wurden bezahlt für: Nr. 8. Ä.
Bloemaert (abgeb. in Nr. 11 der Monatshefte):
800 fl. (nach Wien in die Sammlung Mats-
vansky); Nr. 28. Ä. Cuyp, Landschaft mit
Mühle (hübsches Frühbild): 2400 fl.; Nr. 29.
H. Dubbels, Die Amstel im Winter (sehr
gut): 2000 fl.; Nr. 32. N. Elias, Männliches
Porträt (abgeb. in Nr. 11 der Monatshefte):
3050 fl.; Nr. 33. W. de Geest, Porträt eines
alten Herrn (bez. und datiert 1655): 1275 fl.-,
Nr. 40. Dirk Hals [?], Elegante Gesellschaft:
2525 fl.; Nr. 43. G. Heda, Stilleben: 810 fl.;
Nr. 45. J. Dz. de Heem, Hummerstilleben:
750 fl.; Nr. 54. M. d’Hondecoeter (diese
Autorschaft ist jedoch sehr zweifelhaft), Vogel-
konzert: 3600 fl.; Nr. 73. N. Maes, Porträts
eines Herrn und einer Dame: 2300 fl.; Nr. 76.
Unbekannter vlämischer Meister, Maler-
gesellschaft: 1100 fl.; Nr. 84. M. Jz. Miere-
veld (Autorschaft Mierevelds fraglich), Porträt
eines jungen Mannes: 1475 fl.; Nr. 94. M.
v. Musscher, Holländische Familie in einem
Interieur (abgeb. in Nr. 11 der Monatshefte 1):
1950 fl.; Nr. 97 und 98. C. Netscher, Porträts
eines Herrn und seiner Gattin: 1275 fl.; Nr. 114.
F. Pourbus d. Ä., Porträt eines Herrn mit
Hund: 5020 fl.; Nr. 130. J. Steen, Schule (nach
Bredius echt): 940 fl.; Nr. 150. H. Pz. Voskuil,
Porträts von Philip Denijs und seiner Gattin:
600 fl. (an das Rijksmuseum).

Für den 9. und 10. Februar kündigt die
Firma C. F. Roos & Co. eine Versteigerung
moderner Gemälde und Aquarelle aus den Nach-
lässen von Frau S. G. van Meerkerke, Frits
Olie u. Ä. an.

Haag. Von hier ist zunächst das Ergebnis der
von der Firma J. Biesing am 24. und 25. No-
vember 1908 veranstalteten Auktion moderner
Gemälde aus den Sammlungen L. C. Brouwer
(Haag) und J. C. M. (Scheveningen) mitzuteilen.
Von den paar alten Gemälden, die auch da
waren, ist das große Grissaille-Bild von W.
van de Velde d. Ä. zu nennen, darstellend
einen Walfischfang (herkünftig aus der Samm-
lung J. F. Groen van Waarder, Holz 77X147;
datiert 1665), das 700 fl. brachte. Von den 556
modernen Gemälden und Zeichnungen gefiel mir

und auch anderen) am meisten Nr. 504, ein
Stilleben von C. F. L. de Wild, darstellend
einen Hummer, ein Stück Lachs, ein paar
Schollen. Es ist ganz im Geschmacke von van
Beyeren gemalt, ohne aber unpersönlich zu sein,
de Wild ist ein sehr geschätzter Restaurator
und, wie aus diesem Bilde ersichtlich ist, ein
fein empfindender Künstler, der über eine aus
intimstem Studium der alten Meister gewonnene
Technik verfügt. Das Museum in Dordrecht er-
warb dies Bild, das nebenbei gesagt 1904 in
St. Louis mit der golden. Medaille gekrönt wurde,
für 535fl. — Hohe Preise erzielten: Nr. 56. B. J.
Blommers, Beim Großvater: 4575 fl., Nr. 58.
Derselbe, Mutter mit Kind: 2100 fl.; Nr. 61. Th.
de Bock, Buchenwald: 2800 fl.; Nr. 219. Jozef
Israels, Durch den Wald: 6000 fl.. Nr. 220.
Derselbe, Frauenbrustbild: 1200 fl.; Nr. 259.
J. C. K. Klinkenberg, Stadtansicht: 1225 fl.;
Nr. 262. B. C. Koekkoek, Gebirgslandschaft:
2650 fl.; Nr. 294. Jacob Maris, Winterland-
schaft: 6000 fl., Nr. 299. Derselbe, Strand in
Scheveningen: 1250 fl.; Nr. 307. Willem Ma-
ris, Enten im Gras: 2000 fl.; Nr. 308. Der-
selbe, Enten am Wasser: 5600 fl.; Nr. 322.
H. W. Mesdag, Heimkehrende Fischerboote:
1300 fl.; Nr .344. Alb. Neuhuys, Mutter mit
Kindern; 2650fl.; Nr. 370. Geo Poggenbeek,
Bauernhof: 1550 fl.; Nr. 438. Therese

Schwartze, Zwei Waisenmädchen: 1125 fl.

Für die Antiquitätenauktionen im Haag sorgt
jährlich die Amsterdamer Firma J. Sdiulman
(die außerdem in dieser Zeit noch in Amsterdam
eine bedeutende Münzensammlung zum Verkauf
brachte). Die Sammlungen Bleeker (Haag), J. A.
Ort (Haag) u. Ä., die vom 30. November bis
3. Dezember versteigert wurden, umfaßten vor-
nehmlich altes Porzellan, ferner Silber, Möbel,
Kuriositäten, Skulpturen und auch einige alte
und moderne Bilder. Im ganzen kamen 2134
Nummern zum Ausruf. Von den alten Gemälden
wäre zu nennen Nr. 1418, Ä. Busshop, bez.
und 1709 datiert, ein Park mit zwei Schwänen,
das 810 fl. brachte. Die beiden Porträts von
R. de la Haye, die im Katalog abgebildet waren,
erzielten 650 fl. K. F.

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