Der Cicerone: Halbmonatsschrift für die Interessen des Kunstforschers & Sammlers — 1.1909

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Dßr Cicerone

Heft 20

Ostade, Bauern: 2500 M.; Palamedesz, Gesell-
schaft: 3600 M.; ders., Äufbruch der Bürger-
wadie: 2500 M.; Reynolds, Knabenbildnis:
3710 M.; ders., Bildnis: 2150 M.; Schule des
Rubens, Susanna: 6000 M.; ders., Venus, Mars
und Hraor: 2500 M.; Jakob Ruysdael, Land-
schaft: 6200 M.; Sanders, Bildnis: 6200 M.;
Steen, Trinkendes Paar: 3450 M.; Teniers,
Lustiger Abschied: 4400 M.; Art des Tintoretto,
Bildnis: 3500 M.; Van de Velde, Tierstück:
2500M.; De Vos, Kinderbildnis: 2700 M.; ders.,
Familienbildnis: 12000 M. —s

KLEINE NACHRICHTEN

DER BÖCKLIN-FALSCHUNGS-
PROZESS IN BASEL

Die am 3. Juli unterbrochenen (siehe S. 469
des Cicerone) Verhandlungen vor dem Äppella-
tionsgericht in Basel in dem zweitinstanzlichen
Verfahren gegen den Maler Eduard Rüdisühli
wegen der Fälschung von Böcklin-Bildern und
des Verkaufs gefälschter Böcklin-Bilder wurden
am 15. Oktober fortgesetzt und mit einem neuen
Lichtbilder-Vortrag des Sachverständigen Prof.
Schmid aus Prag in der Hula des Museums er-
öffnet. Im Gegensatz zu seinen früheren Aus-
führungen bemühte sich der Vortragende dies-
mal vor allem nachzuweisen, daß die vier ver-
dächtigten Bilder nicht von Arnold Böcklin Vater
gemalt sein können, lehnte es aber ab, allein
aus der Ähnlichkeit der fraglichen Gemälde mit
Schöpfungen Rüdisühlis mit der gleichen Sicher-
heit wie die Autorschaft Böcklins verneint wer-
den müsse auch die Urheberschaft Rüdisühlis zu
bejahen. Allerdings sei die Verwandtschaft der
betreffenden Bilder mit den Arbeiten des An-
geklagten sehr groß. Audi die neu eingeholten
Gutachten verschiedener Maler und des Restau-
rators Benz aus Freiburg kamen mit wenigen
Ausnahmen im wesentlichen zum gleichen Er-
gebnis.

Das Urteil, das gegen Abend verkündet wurde,
hat folgenden Wortlaut: „In der Rekurssache
des Eduard Rüdisühli gegen ein Urteil des Straf-
gerichts vom 7. April 1909 hat das Apellations-
gericht unter Aufhebung des erstinstanzlichen
Urteils Motivierung verbehalten, erkannt: Der

Appellant wird freigesprochen, trägt jedoch die
Kosten der beiden Verfahren mit Einschluß einer
zweitinstanzlichen Urteilsgebühr von 200 fr.“
Die Kosten sollen sich auf 20 000 fr. belaufen.

C. H. B.

* *

*

London. Die alte Auktionsfirma Sotheby,
deren Inhaber bisher ein Mr. Tom Hodge war,
ist jetzt teilweise in den Besitz des Mr. G. D.
Hobson und Mr. F. W. Warre übergegangen,
weil, wie es heißt, Mr. Hodge die Arbeitslast
allein nicht mehr ertragen könne. Vielleicht
wird mit den neuen Herren wenigstens insofern
ein neuer Geist einziehen, daß man den Ver-
tretern der Presse gegenüber entgegenkom-
mender sein wird als es bisher der Fall war.
Das wäre sehr zu wünschen auch im Interesse
der Firma selber, die unbegreiflicherweise nicht
einsehen kann, daß die Presse ihr bester Freund
und Helfer ist. Was in dieser Beziehung über-
haupt in London noch vor sich geht, spottet in
der Tat jeder Beschreibung. Daß bei einem
solchen Zustande auch das Publikum nicht am
besten fährt, wird jedem Kenner der Verhält-
nisse von selber einleuchten. F.

Der „Chronique des Ärts“ zufolge hat
einer der Hauptsammler Englands, Capt. Hol-
ford, soeben an die Vereinigten Staaten, wie
man sagt, für die Summe von Millionen, eines
der köstlichsten Bilder von Velasquez verkauft
und zwar das Porträt des Herzogs von Olivares,
Minister Philipp IV. Das Bild stammt aus dem
Jahre 1624 und gehörte d'Ältamira Und kam
später in die englischen Sammlungen Baillie und
Scarisbrick. Bevor das Bild nach Amerika ver-
kauft wurde, hat es Capt. Holford einige Zeit
in Madrid ausgestellt.

NEUE KATALOGE


Max Jaedcel, Buchhandlung und Antiquariat, Pots-
dam, Nauenerstr. 42. Katalog Nr. 35.

C. Lang & Co., Rom, Via Bocca di Leone 13.
Bibliofolio Romano.

Jaques Rosenthal, München, Karlstr. 10. Katalog
Nr.47. Die slavischen Länder im allgemeinen. Die süd-
slavischen Länder. Bulgarien, Kroatien, Dalmatien,
Istrien, Rumänien, Serbien, Kärnten, Steiermark u.Krain.
Griechische und orientalische Kirche.
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