Der Cicerone: Halbmonatsschrift für die Interessen des Kunstforschers & Sammlers — 1.1909

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Der Cicerone

Heft 13

niigende Mittel und die Unterstützung der Re-
gierung finden lassen. Bei den gegenwärtigen
Zeitläuften ist das eine wie das andere zweifel-
haft. R. M.-R.

INSTITUTE und VEREINE|

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BERN

Die 1900 gegründete Gutenbergstube im Histo-
risdien Museum in Bern, die den Zweck hat,
Buchdrucker-Erzeugnisse von der Erfindung der
Buchdruckerkunst an bis zur Gegenwart, sowie
alte Buchdrucker-Gerätschaften und Werkzeuge
"zu sammeln, hat soeben ihren zweiten hübsch
ausgestatteten Katalog veröffentlicht. Das Werk-
lein ist mit einer Ansicht der Gutenbergstube,
dem Porträt Gutenbergs und einem zweifarbigen
Blatt des Psalters von Schöffer vom Jahre 1457
geschmückt. C. H. B.

s

LONDON -

Sehr zur Zeit, als das Schicksal des Holbein-
porträts noch nicht entschieden war, hat sidi
hier eine „Art Collector’s Protection Association“
gegründet, deren Komitee sich aus dem Herzog
von Marlborough, dem Earl Cathcart, den Lords
Savile, Northcliffe und Weardale, dem Londoner
Lord Mayor u. a. zusammensetzt. Die Haupt-
ziele der Association sind: 1. ein Gesetz zu-
stande zu bringen, das Eigentümern von Gegen-
ständen von nationaler Bedeutung oder von
außergewöhnlicher Wichtigkeit für die Erziehung
der gesamten Öffentlichkeit zwingt diese Gegen-
stände der Nation zum Kauf anzubieten, ehe
sie sie anderweitig, besonders ins Ausland ver-
kaufen; 2. die Regierung zu veranlassen, eine
„Treasures of National Interest Commission“
einzusetzen; 3) Mitglieder der Association sollen
gegen absichtlichen Betrug seitens der Händler
in ihr einen Schutz finden, damit Fälle wie der
hier kürzlich angeführte des Porzellanliebhabers
sich möglichst nicht wiederholen können.

* *

*

Der National Ärt-Collections Fund gibt seinen
fünften Jahresbericht heraus. Der Fund war
1903 von Mrs. Ieringham gegründet worden
und zählt nunmehr 767 und 5 lebenslängliche
Mitglieder. Die bedeutsamsten durch den Fund
während des letzten Jahres erworbenen Werke
sind: ein schönes Exemplar der seltenen Drei-
einigkeitsmedaille, 1554 von Hans Reinhardt in

Silber für den Herzog Moritz von Sachsen ge-
fertigt; ein gotischer Eichenschrank und eine
köstliche Graeco-römische Bronzefigur aus Pe-
rugia. F.

S

PARIS -

Während auf der einen Seite die Umformung
des alten Paris stets neue Opfer an alten Denk-
mälern fordert, bringt der Zufall hie und da
einen vergessenen Überrest der Vergangenheit
ans Tageslicht. So hat die Kommission für die
Erhaltung des alten Paris im Pariser Gemeinde-
rat, kürzlich den Wunsch ausgesprochen, daß
ein alter Turm erhalten bleiben möge, den man
bei der Tracierung einer neuen Verkehrsader
in einem Hofe eines Hauses in der Rue Guene-
gaud entdeckt hat. Die neue Ttraße soll Saint
Germain des Pres mit dem Pont Neuf verbinden,
und es besteut die Absicht, den alten Turm in
der Mitte eines kleinen Platzes zu erhalten.
Der Turm gehört der unter Philippe Auguste
angelegten Ringmauer von Paris an, von der
noch an anderen Stellen der Stadt, unter ande-
rem in der Rue Clovis, Spuren vorhanden sind.

R. M.-R.

S

PETERSBURG =======-

Für Februar — März 1910 wird hier ein all-
russischer Künstlerkongreß geplant, an dessen
Programm den Fragen über Schutz und Kon-
servierung von Bau- und Kunstdenkmälern ein
breiter Raum gegeben ist. P. E.

s

SCHWEIZ .-

Schweizerische Gesellschaft fiir Urgeschichte.
Der soeben erstmals erschienene Jahresbericht
der neu gegründeten Schweizerischen Gesell-
schaft für Urgeschichte ist, vom Sekretär der
Vereinigung Dr. J. Heierli verfaßt, schon
äußerlich von stattlicher Erscheinung und hübsdh
mit Illustrationen ausgestattet. Er enthält als
Hauptstück eine interessante und erschöpfende
Zusammenstellung aller Ausgrabungen und
Funde in der Schweiz im Jahre 1907/1908. Be-
sonders eingehend werden die von dem Konser-
vator des St. Gallischen Museums Emil Bächler
geleiteten wichtigen Ausgrabungen in den
„Wildkirchli- Höhlen“ bei Schwendi (Appenzell
J. Rh.) behandelt; auch die Bemerkungen über
die 1891 —1893 vorgenommenen Forschungen im
„Schweizerbild“ bei Schaffhausen, deren Ergeb-
nisse im Landesmuseum soeben durch den
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