Der Cicerone: Halbmonatsschrift für die Interessen des Kunstforschers & Sammlers — 1.1909

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Heft 4

Von den Auktionen

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bin); „Evening or The Post Bog’s Return“ von
demselben, 22 gs. (F. Sabin); „The Romps“
und „The Truents“ von Wardnach Bigg, 20 gs.
(Sabin); „Solway Moss“ aus Turners Liber
Studiorum, 20 gs. (Gould) u. a. m. Selbst die
englischen „Kleinmeister“ der Stickkunst des
XVIII. Jahrhunderts finden immer mehr Lieb-
haber und darum auch recht gute Preise. F.

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MÜNCHEN -= -

Hugo Helbing. Versteigerung Spring -
Scherer. 1. Tag: Die höchsten Preise erzielten
zwei Meißner Leuchter in Bronzemontierung mit
4000 M., eine Büste Napoleons in Marmor brachte
1185 M., eine Holzskulptur in neuer Fassung
erzielte 1000 M., eine andere Bischofsfigur
1610 M.; St. Barbara, holzgeschnitzt, ging mit
300 M. ab.

2. Tag: Ein zweitüriger Schrank 435 M.;
ähnlicher kleinerer Schrank 365 M.; Renaissance-
schrank, zweitürig, 815 M.; ein weiterer Schrank
750 M.; ein deutsches Renaissance-Büffett 650 M.;
ein Eichenschrank, doppelter, 500 M.; ein zwei-
türiger Schrank mit eingelegten Feldern 330 M.;
ein ähnlicher Schrank 300 M.; ein hoher Wasch-
kasten 345 M.; ein Halbschrank 235 M.; zwei
Pfeilerschränke 610 M.; ein kleines Sofa 280 M.;
ein Fauteuil 300 M.; eine Truhe 230 M.

Moderne Gemälde: Änt. Braith, Esel in
der Campagna, 340 M.; F. v. Defregger, Brief-
leserin, 2400 M., kleines Bild nach dem be-
kannten großen Bilde zum Zwecke der Repro-
duktion gemalt; ein kleines Bildchen von K. Ebert,
Buchenwald mit Staffage, 230 M.; Hermann
Kaulbach, Die Pförtnerin, Illustration zu einem
Gedicht für Reproduktion gemalt, 360 M.; zwei
frühe Arbeiten von Lier 300 und 310 M.; drei
Landschaften von Ed. Schleich sen., und zwar
eine Landschaft an der Isar (17:42 cm), 910 M.,
Gewitterstimmung am Fluß (16:42 cm), 760 M.,
Landschaft mit Baumschlag und Staffage
(15:27 cm), 350 M.; ein Bildchen von Ä. Seitz,
Der zerbrochene Krug (10:16 cm), 210 M.;
Friedrich Voltz, Kühe im Stall (ll‘/2:22 cm),
255 M.; Ludwig Voltz, Kühe am Bach
(121/2:22‘/„ cm), 145 M.; derselbe Meister, Kirch-
steinalpe (12 :17V2 cm), 150 M.; Jos. Wenglein,
Mooslandschaft (21:16 cm), 300 M.; Heinrich
Zügel, Schafe auf einer Wiese, 460 M., ein sehr
frühes Bildchen. Von alten Bildern erzielte ein
Porträt des Astronomen Galilei (italienische
Schule, XVI. Jahrhundert) 250 M.

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PARIS -

Auch die erste Hälfte des Februar hat nicht
eine irgendwie bemerkenswerte größere Ver-
steigerung gebracht.

Am 1. Februar wurde ein Holbein dem älteren
zugeschriebenes Bild, die Geißelung Christi, für
2000 fs. losgsechlagen. Am 6. Februar wurde
für eine hervorragend schöne Standuhr Louis XVI.
der Preis von 34 500 fs. erzielt.

Am 3. Februar versteigerte der Expert Logs
D eit eil eine Sammlung von modernen Gravuren.
Für die Wäscherinnen von Degas wurden 250 fs.
gezahlt. Unter den zahlreichen Whistlers ist
Nr. 199, Die Senfhändlerin, mit 490 fs. zu er-
wähnen.

Am 4. Februar eine reiche Sammlung von
deutschen Porzellanen, bei denen einige Meißner
Gruppen Preise von 1350, 1450 fs. erzielten.
Der höchste Preis von 5000 fs. wurde für eine
Gruppe gezahlt, die eine lautespielende türkische
Figur und eine junge Frau darstellt. Für zwei
Paare von Vasen wurden 1650 und 2420 fs. ge-
boten. Eine Diana, Frankenthal, brachte es auf
2700 fs. Ein bemaltes Meißner Teeservice auf
4800 fs.

Am 6. Februar: Moderne Bilder, darunter
Bonnat, Die kleinen Italiener (107 : 74): 11200fs.
Nr. 24. Isabeg, Der Schiffbruch (44: 73): 1060 fs.

Am 11. Februar: Moderne Bilder: Nr. 2.
Corot, Landschaft (46:74): 2500 fs. — Nr. 3.
Daubigny, Gänsehirtin (32 : 57): 14 200 fs. —
Nr. 4. Diaz, Waldlichtung (19:30): 6300 fs.

Am 12. Februar: Nachlaßversteigerung F.
(C. Pr. Couturier, Exp. Breysse.) Nr. 14. Boudin,
Hafen von Antwerpen (50: 73): 3250 fs. — Nr. 103.
Veyrassat, Schiffziehende Pferde (27 : 46): 2000 fs.

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RAPPERSWYL - --

Auktion der Sammlung D. Nägeli in
Rapperswyl. Montag und Dienstag den 8. und
9. März bringt D. Nägeli durch H. Messikommer
„Zur Meise“ in Zürich seine im Laufe der Jahre
größtenteils in der Umgebung von Rapperswyl
gesammelten Kunstgegenstände im Kasinosale
in Rapperswyl zur öffentlichen Auktion. Das
Hauptinteresse der Sammlung beanspruchen die
zahlreichen, trefflich erhaltenen und nur soweit
dies absolut nötig erschien reparierten Möbel
zumeist des XVII. Jahrhunderts und unter diesen
wieder einige Dutzend zweitürige Schränke.
Aber auch sonstige Ansstattungsgegenstände,
goldene und silberne Objekte, Fayence-Platten

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